Jahresempfang der IHK zu Schwerin

Westmecklenburg im Aufwind

Ludwigslust-Parchim | 08.06.2017

Ludwig-Bölkow-Haus, Foto: IHK zu Schwerin
Ludwig-Bölkow-Haus, Foto: IHK zu Schwerin

Das Thema „Westmecklenburg im Aufwind“ hielt für die rund 350 Gäste des Jahresempfanges der IHK zu Schwerin 2017 am 8. Juni 2017 im Ludwig-Bölkow-Haus neben der ausgesprochen tiefgreifenden Symbolik zahlreiche interessante Informationen bereit. Aktuell analysierte die IHK zu Schwerin nach ihrer jüngsten Umfrage eine sehr positive konjunkturelle Lage der Unternehmen in Westmecklenburg. 

Neu- und Erweiterungsinvestitionen sind ein weiterer Gradmesser für dieses gesunde Wirtschaftsklima, die exzellente Lagegunst, gut ausgebildeter Fachkräfte und einer hervorragenden Infrastruktur. Erfreulicher Weise wurden Unternehmensansiedlungen auch im Bereich der Luft- und Raumfahrt registriert. Zuletzt investierte die ZIM Flugsitz GmbH im Industriepark der Landeshauptstadt. Neben der FLAMMAEROTEC GmbH kann die Landeshauptstadt damit bereits zwei Zulieferbetrieben für den Produktionsstandort von Airbus in Hamburg optimale Voraussetzungen bieten. Aber auch in der Hansestadt Wismar sind mit der Aero-Coating GmbH und dem Institut für Polymertechnologie e.V. weitere Unternehmen in diesem Bereich vertreten.

 

Volker Rumstich, Vizepräsident der IHK zu Schwerin, begrüßte die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung herzlich und verwies auf die Erfolge der wirtschaftlichen Entwicklung in Westmecklenburg. In diesem Zusammenhang betonte er, dass sich Westmecklenburg, welches seit März 2017 vollumfänglich Bestandteil der Metropolregion Hamburg ist, nun mit Gebietskörperschaften und Städten im südlichen Schleswig-Holstein und dem nördlichen Niedersachsen messen müsse. Mit dem Blick auf bedeutende Pioniere der Luftfahrt, wie Otto Lilienthal und Ludwig Bölkow, schlug er die gedankliche Brücke zur heutigen Luftfahrtindustrie und warb in diesem Kontext für den Investitionsstandort Westmecklenburg. Zudem verwies Vizepräsident Rumstich auf das Thema der Fachkräftesicherung. Es sei die Herausforderung unserer Zeit schlechthin. Hier seien jeder Unternehmer, aber auch die Vertreter in Politik und Verwaltung gefordert, vernünftige Wege zur Sicherung von Fachkräften zu finden. Die verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen sei dabei ein guter Weg.

 

Welche Faktoren insbesondere bei der Sicherung von Fachkräften eine zunehmende Rolle spielen, verdeutlichte in ihrem Beitrag Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend a.D. Insbesondere bei der Neuansiedlung oder auch bei der Erweiterung von Unternehmen spielen heute die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte mit Familien eine immer größere Rolle. Unternehmen sind nach Ansicht der ehemaligen Bundesministerin gut beraten, sich intensiver darauf einzustellen.

 

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion, die von Cord Schellenberg moderiert wurde, positionierten sich die Geschäftsführerin der ZIM Flugsitz GmbH, Angelika Zimmermann, der Generalsekretär Airbus, Gunnar Groß, sowie der Vorsitzende der Hanse Aerospace e.V, Alkiviadis Thomas.

 

Angelika Zimmermann berichtete von den ausgesprochen positiven Erfahrungen bei der Investition der ZIM Flugsitz GmbH in der Landeshauptstadt und bedankte sich bei allen Entscheidern. Das ursprünglich am Bodensee beheimatete Unternehmen habe sich ganz bewusst nach einem Standort in der Nähe Hamburgs umgesehen und sei mit dieser Wahl mehr als zufrieden. Selbst die Suche nach Fachkräften wäre relativ einfach und unproblematisch verlaufen.

 

Gunnar Groß stellte dar, welche Bedeutung zuverlässige Zulieferanten für Airbus weltweit haben. In Norddeutschland gäbe es zahlreiche Unternehmen, welche sich den Herausforderungen stellen, für den Flugzeugbau entsprechende Produkte herzustellen und für Airbus zu liefern. Zertifizierte Arbeitsabläufe und makellose Produkte sind die Grundlage einer hohen Qualität. Westmecklenburg sei ein interessanter Produktionsstandort für Airbus-Zulieferanten, weil die geografische Nähe auch eine günstige Kosteneffizienz zuließe.

 

Alkiviadis Thomas hob hervor, dass die Vernetzung und Betreuung von Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik in den fünf norddeutschen Bundesländern im Mittelpunkt der Arbeit von Hanse Aoerospace steht. Zu diesem Zweck wird es ab sofort auch in der IHK zu Schwerin ein Regionalbüro für Mecklenburg-Vorpommern geben, das durch Annette Fahrendorf betreut wird. Gegenwärtig zählt Hanse Aoerospace ca. 25 Unternehmen dieser Branche in Mecklenburg-Vorpommern, wobei die meisten Unternehmen im Westmecklenburger Bereich ansässig sind.

IHK zu Schwerin

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