VUVM mit Bildungsminister im Gespräch

Unternehmen in M-V bilden am stärksten aus

Ludwigslust-Parchim | 20.08.2014

Bildungsmonitor 2014; Gesamtranking für Mecklenburg-Vorpommern: Platz 8, Quelle: Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH
Bildungsmonitor 2014; Gesamtranking für Mecklenburg-Vorpommern: Platz 8, Quelle: Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH

„Der aktuelle Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft weist für Mecklenburg-Vorpommern einen überdurchschnittlichen Wert beim Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen aus. 83 Prozent der Unternehmen bilden aus.

Im Bundesdurchschnitt sind es nur 67 Prozent. Das ist ein Beleg für das verantwortliche Handeln der hiesigen Wirtschaft im Interesse junger Menschen und für die Erfolgssicherung der Unternehmen in Zeiten eines sichtbaren demografischen Wandels“, erklärt heute in Schwerin Hans-Günter Trepte, Berufsbildungsexperte der Vereinigung der Unternehmensverbände zur Veröffentlichung des INSM-Bildungsmonitors 2014.

Dadurch gelang es, auch die Quote der unversorgten Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern mit 8,4 Prozent vergleichsweise niedrig zu halten. Der Durchschnitt der Bundesländer betrage dagegen 10,3 Prozent. „Unsere Unternehmen bieten mehr Ausbildungsplätze an, als sie besetzen können. Sehr deutlich sagen sie: Wir brauchen jeden!“, erklärt Trepte weiter.

Nachholbedarf gebe es laut der aktuellen Studie bei dem Anteil der bestandenen Abschlussprüfungen. Mit einer Quote von 83,3 Prozent erreiche das Land den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Durchschnitt: 90,0 Prozent).

„Wir brauchen für den Fachunterricht dringend Berufschullehrernachwuchs. Außerdem muss der Stundenausfall und der Anteil fachfremden Unterrichtes dringend reduziert werden. Über das Problem der schlechten Abschlussprüfungen sind wir mit Bildungsminister Brodkorb im intensiven Gespräch. Wir können ihn nur bestärken, sich angesichts der aktuellen Zahlen dieses Themas anzunehmen und gemeinsam mit der Wirtschaft möglichst zeitnah nach Lösungen zu suchen“, sagt Hans-Günter Trepte abschließend.

Hintergrund (Quelle: INSM)

Mecklenburg-Vorpommern belegt den 8. Platz im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2014 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern und 93 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstumskräfte stärkt.

Der Bildungsmonitor wird in diesem Jahr zum elften Mal veröffentlicht. Positive Abweichungen vom bundesweiten Durchschnittswert lagen in Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei der Integration (4. Platz), im Handlungsfeld berufliche Bildung (4. Platz) und bei der Förderinfrastruktur (7. Platz) vor. Unterdurchschnittlich schnitt Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei der Inputeffizienz und der Zeiteffizienz ab.

Mecklenburg-Vorpommern hat durch Fortschritte im Bildungssystem in den letzten Jahren in hohem Maße zur Fachkräftesicherung beigetragen und die Wachstumskräfte in Deutschland gestärkt. Seit dem Jahr 2000 haben knapp 15.000 Jungakademiker mehr die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern verlassen, als unter der damaligen Absolventenquote zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzliche Ausbildungsleistung der Hochschulen geht mit einem Wertschöpfungsbeitrag von rund 323 Millionen Euro im Jahr 2012 einher. In den kommenden Jahren wird sich darüber hinaus die Umstellung auf das Abitur nach 8 Jahren (G8) positiv auszahlen, da die Abiturienten als Hochschulabsolventen oder Fachkräfte ein Jahr eher in den Arbeitsmarkt eintreten können.

Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg bilden das Spitzenquartett im Bildungsmonitor 2014. Die übrigen Bundesländer liegen eng beieinander. Gegenüber dem Vorjahr haben sich das Saarland (+5,6 Punkte), Hamburg (+3,3 Punkte), Hessen (+1,6 Punkte) und Brandenburg (+1,6 Punkte) am stärksten verbessert. Eine wichtige Herausforderung in Mecklenburg - Vorpommern ist der effiziente Ersatz ausscheidender Lehrkräfte. Bildungspolitische Priorität sollte ferner der Ausbau der Förderinfrastruktur in Richtung Ganztagseinrichtungen haben, um die Vererbung von Bildungsarmut zu reduzieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Auch sollten die Hochschulen ihre Anstrengungen erhöhen, die steigende Vielfalt an Studienanfängern durch mehr Brückenkurse zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

Hans-Günter Trepte ist als Geschäftsführer für Berufsbildung und Arbeitsmarkt bei der VUMV und bei NORDMETALL, dem norddeutschen Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie.

VUMV e.V.

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