IHK zu Schwerin

Welche Strategie braucht der MV-Tourismus?

Ludwigslust-Parchim | 06.07.2018

Ludwig-Bölkow-Haus, Foto: IHK zu Schwerin Ludwig-Bölkow-Haus, Foto: IHK zu Schwerin

Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hat am 5. Juli 2018 branchenübergreifend den vorliegenden Entwurf der Landestourismuskonzeption analysiert. Die Aktivitäten aus Westmecklenburg finden bislang kaum Berücksichtigung. Das soll sich ändern.

Eine Tourismusstrategie für das Land Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist für die Wirtschaft wichtig. Daher haben sich ehrenamtliche Fachgremien aus unterschiedlichen Branchen mit dem Entwurf der neuen Landestourismuskonzeption für MV beschäftigt. Gemeinsam wurden kritisch und konstruktiv die Stärken und Schwächen des vorliegenden Entwurfs unter die Lupe genommen. 

Im Ergebnis wird es eine ausführliche Stellungnahme geben, die sowohl die thematischen als auch die regionalen Aspekte umfasst. Denn Westmecklenburg kann als Vorreiter für das Land dienen. In der Konzeption wird eine ganzheitliche Strategie im Marketing und bei der Regionalentwicklung zwischen Tourismus und Wirtschaft gefordert. In unserer Region wird diese enge Zusammenarbeit bereits gelebt. Doch viele touristische Aktivitäten, wie die Projekte der Metropolregion Hamburg, sind im jetzigen Entwurf noch nicht zu finden. Daher bringt die Schweriner IHK diese Themen aus Westmecklenburg ein und fordert, dass diese auch in die Überarbeitung der Landestourismuskonzeption einfließen. 

Dr. Heike Thierfeld, Vorsitzende des IHK-Ausschusses für Gesundheitswirtschaft: „Felder, wie Gesundheitstourismus, werden nur nachrangig betrachtet. Hier gibt es innovative Tourismusstrategien mit Chancen für den touristischen Arbeitsmarkt im gesamten Jahr. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung kann sich das Land nicht leisten, die Ergebnisse der eingebrachten ehrenamtlichen Arbeit für den Gesundheitstourismus MV auszuklammern. Eine Anpassung der Zukunftsfelder im Konzept ist hier erforderlich.“ 

Astrid Ludwig, Vorsitzende des IHK-Tourismusausschusses: „Mitarbeiter sind für Hotels nur noch schwer zu finden. Wir beschäftigen unsere Mitarbeiter das ganze Jahr. Damit dies auch in der Nebensaison betriebswirtschaftlich funktioniert, brauchen wir einen Saisonausgleich.“ 

Jens Pommerenke, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses: „Die Debatte um die Neustrukturierung der Tourismusfinanzierung ist für mich paradox. Der Bund verzeichnet wachsende Steuereinnahmen. Diese müssen auch in den Tourismusregionen ankommen. Wir Unternehmer zahlen Gewerbesteuern und engagieren uns für den Standort. Eine weitere finanzielle Belastung der hiesigen Unternehmen ist nicht hinnehmbar.“

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