WEMAG AG

Ungebrochenes Interesse an Biogas

Ludwigslust-Parchim | 09.01.2019

Mathias Groth, Dr. Hartwig von Bredow, Dr. Dietrich Clemens, Maik Orth, Henning Gewecke, Dietrich Prenger Berninghoff und Manfre
Mathias Groth, Dr. Hartwig von Bredow, Dr. Dietrich Clemens, Maik Orth, Henning Gewecke, Dietrich Prenger Berninghoff und Manfre

Die Biogasfachtagung bei der WEMAG in Schwerin zählt zu den größten Veranstaltungen zum Thema Biogas im Nordosten und ist auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Einladung der Regionalgruppe des Fachverbandes Biogas Mecklenburg-Vorpommern und der WEMAG zur 7. Auflage dieser Fachtagung waren etwa 80 Anlagenbetreiber und Dienstleister gefolgt, um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Biogasbranche zu informieren und zu diskutieren.

Seit dem 1. Januar 2019 gilt durch das Energiesammelgesetz ein neues regionales Grünstrommarktmodell für die Belieferung von Stromkunden. „Wir werden mit den Anlagenbetreibern dieses Produkt prüfen und den Stromkunden anbieten“, kündigte WEMAG-Mitarbeiter Mathias Groth an. Er verwies darauf, dass die Einführung des Marktstammdatenregisters durch die Bundesnetzagentur weiter auf sich warten lässt und der neue Starttermin auf Ende Januar 2019 verschoben wurde. Für Anlagenbetreiber besteht bei Inbetriebnahme des Marktstammdatenregisters die Pflicht, sich im neuen Register anzumelden. 

Darüber hinaus informierte der Referent Einspeisemanagement und neue Märkte darüber, dass die WEMAG im Jahr 2018 ein Post-EEG-Vermarktungsprodukt für Windkraft- und Solaranlagen entwickelt hat. Damit können die Anlagen nach der EEG-Laufzeit durch die WEMAG weiter vergütet werden. Weiterhin haben die WEMAG Netz GmbH und die WEMAG einen Netzintegrationsvertrag erarbeitet. Mit diesem Vertrag können Biogasanlagen flexibilisiert werden, obwohl die Netze vor Ort durch eine sehr hohe PV-Stromeinspeisung schon belastet sind. 

Nach Angaben des Regionalgruppensprechers des Fachverbandes Biogas ist die Anzahl der Biogasanlagen 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 9.331 auf bisher 9.454 und die installierte elektrische Leistung 4.550 auf bislang 4.843 Kilowatt gestiegen. „Vorwiegend werden kleine Anlagen im Bereich von 75 kW zugebaut und Bestandsanlagen erweitert, um flexibel und bedarfsgerecht den Strom einzuspeisen“, sagte Maik Orth.

Alexey Mozgovoy vom Fachverband Biogas berichtete über die Möglichkeit, Biogas in Biomethanqualität aufzubereiten und im Mobilitätssektor zu verwenden. Dieses Thema kann in den folgenden Jahren sehr interessant werden, da der Gesetzgeber hohe Ziele für die Senkung der Treibhausgase vorgibt. Hierbei wird das Biomethan als Treibstoff für LKWs und Autos verwendet. Das Problem hierbei ist, dass das Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist werden muss und nicht überall in Mecklenburg-Vorpommern Erdgasanschlüsse vorliegen.

Dr. Hartwig von Bredow, Rechtsanwaltskanzlei von Bredow Valentin Herz, ist in seinem Vortrag auf das Energiesammelgesetz eingegangen und hat über die Neuerungen berichtet. So soll es künftig jährlich zwei Ausschreibungen für die Biomasse zum 1. April und zum 1. November geben und das Ausschreibungsvolumen auf beide Runden aufgeteilt werden. Außerdem wird die Güllekleinanlagenklasse von 75 kW installierter Leistung auf 75 kW Bemessungsleistung umgestellt. Die installierte Leistung darf maximal 150 kW betragen.

Zum Thema Formaldehydbonus führte er aus, dass auch Biogasanlagen, die nicht zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme über eine BImSch-Genehmigung verfügten, anspruchsberechtigt sind. Dies sei eine sehr wichtige Aussage, da der Verlust des Formaldehydbonus seit einigen Monaten die Biogasbranche verunsicherte. Wenn die EU-Kommission dieser Regelung noch zustimmt, kann der Formaldehydbonus auch weiterhin in dieser Konstellation ausgezahlt werden. 

Dr. Dietrich Clemens von der Treurat und Partner Unternehmensberatungsgesellschaft mbH beleuchtete in seinem Vortrag die Branchenkennzahlen und prognostizierte ein schwieriges Jahr 2019, da die Substratpreise aufgrund der Dürre gestiegen sind. Er wies auch darauf hin, dass eine sinnvolle Abwärmenutzung bei den Biogasanlagen die Wirtschaftlichkeit in den Folgejahren nochmals verbessern und zugleich den Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren könnte. Die Versorgung von Dörfern über Nahwärmenetze hat die WEMAG mit einem Anlagenbetreiber im Landkreis Ludwigslust-Parchim bereits umgesetzt.

Dietrich Prenger Berninghoff von der PlanET Biogastechnik GmbH empfahl, eine Biogasanlage immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, um nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. In seinem Beispiel hat er gezeigt, dass eine Biogasanlage eine hohe Stromproduktion hatte, aber trotzdem unter ihren wirtschaftlichen Verhältnissen lag. In diesen Fall waren die Gasspeicher zu klein und es wurde zu viel Gas über die Notfackel entsorgt. Durch einen größeren Gasspeicher konnte dieses Problem behoben und die Effizienz der Anlage erhöht werden.

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