TOP-Ausbildungsbetriebe

Nur jeder zweite Betrieb im Land bildet aus

Ludwigslust-Parchim | 01.04.2011

Ausbildung, Jugendliche; Quelle: Fotolia
Ausbildung, Jugendliche; Quelle: Fotolia

Zum ersten Mal sind am Mittwoch Unternehmen aus dem Industrie- und Handelskammerbezirk Westmecklenburg mit dem Titel "TOP Ausbildungsbetrieb 2010" ausgezeichnet worden. "Mit der Preisauslobung hat die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin mit Weitsicht auf den Fachkräftemangel reagiert. Die ausgezeichneten Firmen zeigen ihre Verantwortung für die Zukunft, für die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfes.

Sie haben erkannt, dass der Wettbewerb um kluge Köpfe längst begonnen hat. Allerdings bildet nur jeder zweite Betrieb bei uns im Land aus", sagte der Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph am Mittwoch bei der Auszeichnung in Schwerin.

Rudolph nutzte die Veranstaltung, um auf die sich verschärfende Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. "Über die Ausbildung im Unternehmen kann der eigene Fachkräftenachwuchs am besten gesichert werden. Und Ausbildung und Übernahme gehören untrennbar zusammen, wenn Unternehmen ihren Fachkräftebedarf sichern wollen. In MV lag die Übernahmequote der Auszubildenden in 2000 bei 34 Prozent, 2009 bereits bei 51 Prozent, hingegen der ostdeutsche Durchschnitt bei 56 Prozent und der westdeutsche Schnitt bei 61 Prozent liegt. Hier geht noch was", so Rudolph weiter.

Hinzu kommt, dass die demografischen Veränderungen im Land einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Erwerbspersonenpotentials haben. "Dies hat bereits jetzt erhebliche Auswirkungen für die Zukunft unserer Volkswirtschaft. Fest steht, unser Land verliert momentan mehr Menschen altersbedingt im Arbeitsprozess als dass junge Menschen in den Arbeitsprozess neu eintreten. Rein rechnerisch wohnten am 31.12.2010 in MV 72.600 Menschen im Alter zwischen 17 und 21 Jahren und 91.900 Menschen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren. Vom 01.01.1990 bis zum 31.12.2010 hat MV rechnerisch die heutige Einwohneranzahl der Städte Wismar, Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald und Schwerin zusammengefasst verloren", sagte Rudolph weiter.

In diesem Jahr wird es etwa wie im Vorjahr 9.000 betriebliche Ausbildungsplätze geben. "Selbst wenn die Altbewerber, deren Zahl aber auch deutlich sinkt, hinzugezählt werden (rd. 5.000 in 2009), können auch in diesem Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden. Künftig wird es auch darum gehen, dass Unternehmen verstärkt auch unsere leistungsgeminderten Jugendlichen ausbilden", sagte Rudolph. Hauptklientel der dualen Ausbildung sind Jugendliche mit Berufsreife und Mittlerer Reife. 1996 verließen rd. 20.000 Jugendliche mit diesen Schulabschlüssen die Schulen. 2011 werden es nur noch 4.300 Jugendliche sein.

"Die demografischen Veränderungen fordern einen jeden im Land und bieten zugleich auch ganz neue Chancen für junge Menschen. Sie haben jetzt die Möglichkeit, unter verschiedensten Ausbildungsplätzen zu wählen. Dies war in den vergangenen Jahren oftmals anders", sagte Rudolph. Der Wirtschaftsstaatssekretär wies in diesem Zusammenhang auf die seit 17 Monaten laufende Fachkräftekampagne "Durchstarten in MV – Dein Land, deine Chance" (www.durchstarten-in-mv.de) hin. Die Kampagne stellt junge Menschen vor, die hier im Land ihre Ausbildung gemacht haben und danach in ein erfolgreiches Berufsleben gestartet sind. Herzstück der Kampagne ist die Internetseite www.durchstarten-in-mv.de, die ein breites Angebot an Ausbildungsplätzen bereit hält und auch über duale Studienmöglichkeiten in MV informiert.

Im Azubi-Atlas können Interessierte nach Ausbildungsplätzen in ihrer Region suchen. Möglich ist es zum Beispiel, gezielt im Umkreis des Heimatortes nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Hier sind unterschiedliche Entfernungen von 10 bis 200 Kilometer vom Wohnort wählbar. "Im Atlas sind inzwischen 923 Unternehmen mit ihren Ausbildungsangeboten eingetragen, 284 verschiedene Ausbildungsberufe werden angeboten. 98.000 Besucher verzeichnet die Internetseite. Dies zeigt, wie hoch das Interesse und auch der Bedarf an qualifizierten Auszubildenden inzwischen ist", sagte Rudolph. Die Kampagne wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt und in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern landesweit durchgeführt.

"Künftig wird es noch mehr darum gehen, konkurrenzfähige Ausbildungsbedingungen zu bieten, um den Fachkräftebedarf bei sinkendem Arbeitskräfteangebot im eigenen Unternehmen zu sichern. Die Jobattraktivität ist Wettbewerbsfaktor, dazu gehören die Vergütung, die Übernahmeoptionen, die Zukunftsfähigkeit des Arbeitsplatzes, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Karrierechancen. Dieses Potenzial muss teilweise noch besser von Unternehmen erkannt werden", so Rudolph abschließend.

WM - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

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