Der Arbeitsmarkt Westmecklenburg im Juni 2016

Niedrigste Arbeitslosenquote seit Aufzeichnungsbeginn

Ludwigslust-Parchim | 30.06.2016

Beratungsgespräch; Foto: Bundesagentur für Arbeit
Beratungsgespräch; Foto: Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt im Westen Mecklenburgs ist nicht in die Sommerpause gestartet. Auch im Juni konnte wiederholt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit registriert werden. „Mit 18.192 arbeitslos gemeldeten Menschen haben wir den niedrigsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn erreicht“, erklärt Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Die Agentur für Arbeit Schwerin kann erstmals mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent (MV: 9,2 Prozent) aufwarten.

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit

Im Juni 2016 sind insgesamt 1.559 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 95 weniger als im Vormonat, ein Rückgang um 5,7 Prozent. Die aktuelle Arbeitslosenquote für diesen Personenkreis liegt bei 9,1 Prozent. 

Entwicklung in der Grundsicherung

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag in den drei Westmecklenburger Jobcentern im Juni 2016 bei 30.721. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist dies ein Rückgang von 1.265 Personen (-4,0 Prozent). In der Grundsicherung für Arbeitsuchende waren im Westen Mecklenburgs 13.109 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.208 oder 8,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. 

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober 2015 meldeten sich insgesamt 2.430 junge Frauen und Männer bei der Berufsberatung als Bewerber/in um einen Ausbildungsplatz. Im gleichen Zeitraum wurden insgesamt 3.435 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. 1.070 Jugendliche suchen im Bereich der Schweriner Arbeitsagentur aktuell noch einen Ausbildungsplatz.

„Mit dem Ausbildungsvertrag in der Tasche in die Sommerferien zu gehen, vermittelt eine große Sicherheit. Allen denjenigen, die so wenige Wochen vor den Ferien noch ohne Vertrag dastehen, empfehle ich, keine Zeit verstreichen zu lassen und sich jetzt aktiv um eine Ausbildung zu bemühen. Wer eine Berufsausbildung anstrebt und bis jetzt noch nichts Passendes gefunden hat, sollte sich rasch bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur melden“, empfiehlt Sydow. „Derzeit haben wir noch 1.575 freie Ausbildungsstellen verschiedenster Branchen im Angebot. Termine bei der Berufsberatung können unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 (Montag-Freitag von 8.00-18.00 Uhr) vereinbart werden. 

TOP FÜNF der unbesetzten Ausbildungsplätze

Koch/Köchin: 100; Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 90; Restaurantfachmann/-frau: 76; Verkäufer/in: 74; Hotelfachmann/-frau: 62 

„Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass viele der offenen Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können“, so der Agenturchef. „Gerade für die personalintensive Dienstleistungsbranche ist dies fatal, denn hinter jeder gemeldeten Lehrstelle steht auch ein Personalbedarf. Kann ein Ausbildungsplatz nicht besetzt werden, muss die Suche auf anderen Wegen weitergehen. Potenziale erschließen sich etwa im Bereich der Langzeitarbeitslosen, der älteren Arbeitslosen, der Alleinerziehenden oder auch Jugendlicher aus dem Ausland. 

Gemeldete Stellen

Die Arbeitskräftenachfrage in Westmecklenburg bleibt ungebrochen hoch. „Die stabile Binnenkonjunktur, das positive Konsumklima und die zuversichtlichen Geschäftserwartungen spiegeln sich in der weiter wachsenden Personalnachfrage der Betriebe“, so Sydow. Seit Jahresbeginn wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern in Westmecklenburg 8.057 freie sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 647 oder 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Im Juni“, erläutert der Agenturchef, „wurden alleine 1.466 neue Stellen akquiriert. Damit sind aktuell 4.608 zu besetzende Arbeitsstellen in unserem Bestand, das sind 892 (24,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr“, so Sydow. „Der größte Teil, der gemeldeten Stellen stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Außerdem werden händeringend Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Gastgewerbe, und im Handel, gesucht“, erklärt Sydow.

„Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Bewerber wie das eine fehlende Puzzlestück ins Unternehmen passen. Unternehmen können ihre Chancen erhöhen, wenn sie sich hier flexibel zeigen und für Weiterbildungsmöglichkeiten offen sind. Unsere Mitarbeiter aus dem Arbeitgeber-Service kommen dazu gerne ins Unternehmen und stellen die Möglichkeiten moderner Personalentwicklung vor“, so der Agenturchef.

Arbeitsmarktpolitik

„Rechtskreisübergreifend können Jugendliche, Ältere, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung von der Arbeitsmarktentwicklung profitieren, aber - und das gilt für alle Personengruppen - nur dann, wenn sie auch qualifiziert sind“, weiß Agenturchef Sydow. Um die Chancen auf eine Einstellung zu erhöhen und gleichzeitig den Betrieben qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stellen zu können, werden von den Westmecklenburger Jobcentern und der Arbeitsagentur weiter Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gefördert. „Frauen und Männern, denen notwendige Qualifikationen fehlen, bieten wir Weiterbildungen an“, unterstreicht Sydow. Aktuell werden im Westen Mecklenburgs 1.326 Teilnehmer/innen in Qualifizierungsmaßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht.

Agentur für Arbeit Schwerin

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