Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Minister Pegel besucht mit Unternehmerdelegation Kasachstan

Ludwigslust-Parchim | 07.07.2017

Kasachstan, Foto: istock/freedarst
Kasachstan, Foto: istock/freedarst

Mecklenburg-Vorpommern will die Wirtschaftsbeziehungen zu Kasachstan ausbauen und zusammen mit dem zentralasiatischen Land die Initiative „Neue Seidenstraße“ vorantreiben. Gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation bricht Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, deshalb an diesem Sonntag (9.7.) zu einer fünftägigen Reise nach Kasachstan auf.

 

„Kasachstan ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Landverkehre zwischen Asien und Europa und damit ein bedeutender Partner für das Projekt ‚Neue Seidenstraße‘“, sagte der Minister. „Außerdem möchte ich die Erschließung des kasachischen Marktes für unsere Unternehmen intensivieren.“ Kasachstan sei eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften in Zentralasien und ein bedeutender regionaler Handelspartner für Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere für die Bereiche erneuerbare Energien, Hafen und Logistik sowie Digitalisierung, sagte Christian Pegel.

Der Minister will Mecklenburg-Vorpommern als Drehscheibe für Güterverkehre etablieren, die über den Landweg aus China, Russland oder Kasachstan kommen. Sie können in Mecklenburg-Vorpommern gebündelt und dann nach Nord- und Osteuropa weitergeleitet werden. „Dank erstklassiger Hafenstrukturen, verfügbarer Lagerflächen, und dem Breitspur-Eisenbahnfährhafen in Sassnitz ist unser Land ein optimal aufgestelltes Verteilzentrum“, sagte der Minister, der in der kasachischen Hauptstadt Astna auch die staatliche Eisenbahngesellschaft besucht. Thema ist dort unter anderem die Bekräftigung der Zusammenarbeit der Hafengesellschaft Rostock Port mit dem Bahnbetreiber UTLC, einem Gemeinschaftsunternehmen der russischen, der weißrussischen und der kasachischen Bahngesellschaften.

Ein überaus positives Echo löste die Präsentation von Mecklenburg-Vorpommern als Drehscheibe der Neuen Seidenstraße schon im März in Berlin aus, als Christian Pegel sie vor mehr als 300 Gästen vorstellte. Gastland war Kasachstan. Auf der Logistikmesse TransRussia im April in Moskau vertieften der Minister und die ihn begleitende Wirtschaftsdelegation ihre internationalen Kontakte. Rostock Port, UTLC sowie der schwedische Hafen Trelleborg und die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo Russia unterzeichneten in Moskau eine Absichtserklärung über gemeinsame logistische Aktivitäten im Landverkehr zwischen China und Kontinentaleuropa. Auf der Leitmesse Transport Logistic Anfang Juli in München unterzeichneten sieben Institutionen und Unternehmen aus Russland und Mecklenburg-Vorpommern eine Absichtserklärung zur Schaffung einer transkontinentalen Partnerschaft in der Logistik. Dieser Erklärung haben sich inzwischen insgesamt 26 Institutionen und Unternehmen aus elf Ländern angeschlossen. „Die wachsende Beteiligung zeigt das große Interesse an der Neuen Seidenstraße und an Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Christian Pegel.

In Almaty, mit 1,7 Millionen Einwohnern größte Stadt Kasachstans, treffen sich Christian Pegel und die Wirtschaftsdelegation am Montag (10.7.) unter anderem mit der nationalen Unternehmerkammer Atameken und dem Energieversorger Ales.

In der Hauptstadt Astana nimmt der Minister mit der Wirtschaftsdelegation an der Energiekonferenz „German Energy Dialogue“ teil, die die Deutsche Energie-Agentur (Dena) mit dem Bundeswirtschaftsministerium, der Deutschen Außenhandelskammer und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des kasachischen Ministeriums für Investitionen und Entwicklung. Auf dem Programm steht auch ein Besuch der Weltausstellung Expo „Energie der Zukunft“, an der sich rund 100 Staaten beteiligten, darunter Deutschland. Im deutschen Pavillon präsentieren auch Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Energieprojekte. Geplant sind auch Gespräche mit dem kasachischen Energieminister und dem Minister für Investitionen und Entwicklung. Vorgesehen ist ferner eine Teilnahme am Deutschen Nationentag, zu dem hochrangige Vertreter der kasachischen und der deutschen Wirtschaft und Politik kommen.

Das rohstoffreiche Kasachstan stützt sich weitgehend auf die Produktion und den Export von Erdöl. In der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) ist das Land nach Russland der größte Ölförderer. Die erneuerbaren Energien werden Experten zufolge in den kommenden Jahren aber an Bedeutung gewinnen. Das „Green Concept“ der Regierung sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 rund 50 Prozent der Energien aus erneuerbaren Quellen kommen. Das riesige Steppenland ist reich an Solar- und Windressourcen. Der erste Windpark in Kasachstan wurde mit deutscher Technik errichtet.

Kasachstan erwirtschaftete 2016 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 133 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem BIP pro Kopf von 7.453 Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland betrug das BIP 3.466 Milliarden Dollar und das BIP pro Kopf 41.902 Dollar. Kasachstans Export nach Deutschland lag bei 2,9 Milliarden Euro, die Importe aus Deutschland nach Kasachstan bei 1,1 Milliarden Euro. Deutschland bezog vor allem Erdöl und Erdgas sowie Metalle, Chemieprodukte und Agrarerzeugnisse und lieferte im Gegenzug hauptsächlich Maschinen, Pharmaka, Chemieprodukte und IT-Geräte.

Im September reist Christian Pegel nach St. Petersburg und Moskau, um die Zusammenarbeit mit Russland zu intensivieren. Sie ist einer der Schwerpunkte der Außenhandelsaktivitäten der Landesregierung.

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