Techniker Krankenkasse

Krankenkasse setzt auf Digitalisierung

Ludwigslust-Parchim | 07.06.2017

Manon Austenat-Wied Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern
Manon Austenat-Wied Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Digitale Angebote sollen in erster Linie den Patienten nutzen. Der Wohnort darf dabei keine Rolle spielen, davon ist Manon Austenat-Wied, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK), Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern überzeugt. Die TK sieht sich dabei als Markt- und Innovationsführer in besonderer Verantwortung. 

Das bekräftigte die Landeschefin auf dem TK-Jahresempfang in Schwerin vor mehr als 130 Gästen der Bundes- und Landespolitik sowie aus Gesundheitswesen, Wirtschaft und Medien. Der Fortschritt, ob gesellschaftlich, medizinisch oder technisch, birgt Hoffnung und Veränderung. Die Zukunft, nicht nur der Gesetzlichen Krankenversicherung, liegt dabei in der Digitalisierung. "So einfach wie heute wird es nie wieder sein, mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten und diesen für den Bereich Gesundheit zu definieren", so Austenat-Wied.

Zudem begrüßt die TK ausdrücklich den Beschluss des Deutschen Ärztetages, der Ende Mai stattfand. Die Bundesärztekammer wurde beauftragt, die Musterberufsordnung der Ärzte so zu ändern, dass künftig telemedizinische Leistungen - wie etwa die Videosprechstunde - auch ohne vorherigen direkten Arzt-Patienten-Kontakt erprobt werden können. Bisher ist das noch ausgeschlossen.

58 Prozent der Menschen in Norddeutschland sehen in der Entwicklung hin zum digitalen Gesundheitswesen 'eher Vorteile' für die Patienten, weitere 19 Prozent sogar 'sehr große Vorteile'. Unterm Strich blicken damit acht von zehn Norddeutschen optimistisch in die digitale Zukunft des Gesundheitswesens. Das zeigt der aktuelle 'Meinungspuls 2017' der TK. 

Sogar 82 Prozent der Norddeutschen hoffen, dass digitale Technologien und Vernetzung die medizinische Forschung weiter vorantreiben werden. Etwa genauso viele erwarten eine steigende Behandlungsqualität, da sich Ärzte besser und schneller austauschen können. Und rund zwei Drittel sind überzeugt, dass Krankheiten in Zeiten von mobilem Internet, Big Data und vernetzten Systemen besser behandelbar sein werden. 

Insbesondere für Flächenländer wie Mecklenburg-Vorpommern sind telemedizinische Angebote hilfreich, um die medizinische Versorgung zukunftssicher zu gestalten. So ein Projekt hat die TK mit verschiedenen Partnern im Land etabliert. Mit Hilfe der Telemedizin soll die dermatologische Versorgung auf dem Land verbessert werden. Dafür erhielten die Beteiligten Enden letzten Jahres vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eine Förderzusage. Das Projekt etabliert ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter. Von diesen Experten erhalten sie über die App anschließend eine konsiliarische Empfehlung zur weiteren Behandlung.

Ziel des Innovationsfonds ist es, die Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung qualitativ voranzubringen. Gefördert werden Versorgungs- und Versorgungsforschungs- projekte, die das Potenzial aufweisen, die Versorgung nachhaltig weiterzuentwickeln. Doch wie wahrscheinlich ist es für die einzelnen Vorhaben, im Anschluss an die Förderung tatsächlich in die Regelversorgung übernommen zu werden? Genügen die in den Projekten angewandten Verfahrensweisen den hohen Anforderungen? Als Konsortialführer und Konsortialpartner in verschiedenen Forschungs- und Versorgungsprojekten beschäftigt sich die TK intensiv mit den Möglichkeiten, Innovationen in die Regelversorgung zu bringen – ein Thema, das alle Telemedizin-Projekte aus dem Innovationsfonds betrifft. "So haben uns bereits erste Projektträger gebeten, den absehbaren Handlungsbedarf für einen erfolgreichen Weg in die Regelversorgung aufzuzeigen", so Austenat-Wied. Über die Aufgaben innerhalb der jeweiligen Projekte hinaus, besteht die strategische Herausforderung nun darin, unsere Kräfte zu bündeln, um die Erkenntnisse und Innovationen aus den Projekten in die Regelversorgung zu bringen.

Ziel der TK ist es, unseren Versicherten in jeder Lebenslage ein sicherer, verlässlicher Partner für ihre Gesundheit zu sein. Die TK ist davon überzeugt, dass wir diesen Weg jetzt und mit aller Bestimmtheit gehen müssen. "Und wir werden alles dafür tun, dass dieses Projekt nach vier Jahren dauerhaft in die Regelversorgung übernommen werden muss", bekräftige die TK-Chefin ihr Handeln.

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