26. MeLa in Mühlengeez eröffnet

Keine Kühe auf der MeLa - 68 Betriebe haben Milchproduktion eingestellt

Ludwigslust-Parchim | 15.09.2016

Eröffnung MeLA; Bildautor: Ove Arscholl
Eröffnung MeLA; Bildautor: Ove Arscholl

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat heute die 26. Mecklenburgische Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau (MeLa), in Mühlengeez, Landkreis Rostock, eröffnet. Damit wurde das 170.000 qm große Ausstellungsgelände für die kommenden vier Tage zur „heimlichen Bauernhauptstadt“ erklärt.

„Wir haben mit der MeLa etwas ganz Besonderes geschafft: Sie ist Höhepunkt im Terminkalender für Fachbesucher und Familien gleichermaßen. Sie hat sich in den vergangenen 26 Jahren rasant entwickelt und ist ein Schmelztiegel für die vielen Facetten des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Dr. Backhaus.

Waren es 1991 rund 180 Aussteller, die sich auf 10.000 qm Fläche präsentierten, und knapp 15.000 Besucher, zeigen sich heute mehr als 1.000 Ausstellerinnen und Aussteller – aus 13 Ländern – auf einer Ausstellungs- und Freifläche von mehr als 170.000 qm. Die Besucherzahlen haben seit einigen Jahren die Marke von 70.000 überschritten.

Die MeLa ist aber nicht nur Leistungsschau. Sie stand und steht auch immer im Zeichen der aktuellen Probleme und Diskussionen. In diesem Jahr wird die Messe von der dramatischen Lage vieler Landwirtschaftsbetriebe überschattet. Zum ersten Mal seit 26 Jahren findet die MeLa ohne Milchkühe statt - „eine traurige Premiere“, so der Minister.

Die Milchbauern haben entschieden, mit ihrem Fernbleiben auf die existentielle Bedrohung vieler Betriebe zu reagieren. Protest und Signal an die Öffentlichkeit zugleich. In der seit nunmehr über zwei Jahre anhaltenden Milchmarktkrise haben im Land 68 Betriebe die Milchproduktion eingestellt. Deutschlandweit sind es über 5.000.

Auf der Agrarministerkonferenz in Rostock-Warnemünde am vergangenen Freitag haben sich die Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder unter dem Vorsitz von Minister Backhaus darauf geeinigt, die EU-Finanzhilfen schnellst möglich umzusetzen. Insgesamt stehen für ein Milchmengenreduktionsprogramm 150 Mio. € zur Verfügung. Demnach sollen Landwirte für jeden nicht erzeugten Liter Milch 14 Cent erhalten. Auf diese Weise soll die Milchproduktion in der EU um ca. 1 Mio. t Milch reduziert und der Milchmarkt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Bei Anmeldung verpflichten sich Landwirte, die Milcherzeugung für einen Zeitraum von drei Monaten zu senken. Als Vergleichsgröße werden die drei gleichen Monate des Vorjahres herangezogen.

Auch die Ernte bereitet der Branche hierzulande große Sorgen. Sie ist bestimmt von niedrigen Preisen und weit unterdurchschnittlichen Erträgen. Der B-Weizen erzielt momentan 14,23 € / dt, das sind 2,50 € / dt weniger als 2015. Die Winterweizenernte 2016 hat sich landesweit auf 67,47 dt / ha eingependelt, das sind etwa 15 % weniger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre und rd. ein Viertel als im letzten Jahr. Beim Raps wurde mit 27,45 dt/ha sogar ein Drittel weniger als im vorherigen Jahr geerntet. Da kann auch der Preis von ca. 36 €/dt wenig beruhigen.

„Tierhalter, die darauf gesetzt haben, Einbußen mit Einnahmen aus dem Ackerbau zu kompensieren, werden bitter enttäuscht“, so Minister Backhaus. Für viele Betriebe verschärfe die schlechte Ernte in M-V die ohnehin erheblichen Liquiditätsprobleme. Sie seien gezwungen gute Arbeitskräfte zu entlassen oder in die Kurzarbeit zu schicken. Das sei auch angesichts der Nachwuchssituation ein fatales Signal.

Dennoch zeigte sich der Minister Backhaus optimistisch, dass die Landwirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen wird und sicherte seine Unterstützung zu: „Die Landesregierung hat immer zur Landwirtschaft als Schlüsselbranche gestanden und wird dies auch weiterhin tun. Sollte ich auch künftig die Verantwortung für die Landwirtschaft in M-V übernehmen, werde ich mich für zukunftsfähige ländliche Räume sowie eine starke Land- und Ernährungswirtschaft einsetzen.“

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

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