Landesförderinstitut (LFI)

Kein wirtschaftlicher Herbstblues in MV

Ludwigslust-Parchim | 13.10.2014

Harry Glawe
Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus

Mit einem Festakt hat das Landesförderinstitut (LFI) als Geschäftsbereich der NORD/LB Norddeutsche Landesbank in Schwerin feierlich das 20-jährige Jubiläum begangen. „Das Landesförderinstitut und die NORD/LB erweisen sich bis heute als kompetente Dienstleister und Partner der Landesregierung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Montag vor Ort. 

Er dankte allen Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben, dass sich Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren wirtschaftlich deutlich weiter entwickelt hat. „Der Weg von der Planwirtschaft in eine soziale Marktwirtschaft hatte einen Umbruch in der Industrie und in der Landwirtschaft erfordert. Bis heute sind viele neue Arbeitsplätze beispielsweise im Verarbeitenden Gewerbe, Handwerk, Tourismus oder im Dienstleistungsbereich entstanden“, so Glawe weiter.

Kein wirtschaftlicher Herbstblues in MV – Frühjahrshoch im Herbst

Heute ist die Wirtschaft auf einem positiven Weg. „Den bundesweiten wirtschaftlichen Herbstblues spüren wir derzeit nicht in Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegenteil, ich würde für unser Land eher noch von einem Frühjahrshoch reden, welches erfreulicherweise auch im Herbst noch andauert. Wesentliche Wachstumsimpulse kamen im ersten Halbjahr aus dem Produzierenden Gewerbe, insbesondere aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe“, sagte Glawe. Der Aufschwung erreiche auch die Dienstleistungsbereiche. Auch das Handwerk, der Einzelhandel und das Gastgewerbe entwickeln sich gut. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in den vergangenen zehn Jahren bis heute halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Mecklenburg-Vorpommern ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Amtes im ersten Halbjahr 2014 um 2,3 Prozent gestiegen. 

Export ankurbeln – Potential bei Ansiedlungen 

Schwerpunkte der Wirtschaftspolitik sind das Verarbeitende Gewerbe, Handwerk, Ernährungswirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Tourismus und vor allem auch Forschung und Entwicklung. „Wir müssen uns in Zeiten einer demografiebedingt tendenziell schrumpfenden Binnennachfrage noch aktiver um neue Absatzmärkte außerhalb des Landes bemühen, also die Außenwirtschaft weiter ankurbeln“, betonte Glawe. „Wir haben Potential für noch mehr Ansiedlungen. Im Export und auch im Verarbeitenden Gewerbe haben wir noch Nachholbedarf. Ebenso brauchen wir eine Entwicklung hin zu Unternehmen mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Nur Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt bieten eine tragfähige Perspektive, sich eine Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern aufzubauen“, so Glawe. 

Namenhafte Ansiedlungserfolge – Mittelstand trägt Wirtschaft 

Glawe würdigt auch die Aufbauleistung von mutigen Unternehmern und Mitarbeitern in den Jahren nach dem Mauerfall. „Die Chefs von heute sind unternehmerisches Risiko eingegangen und haben unternehmerische Verantwortung übernommen, sich den Erfordernissen des Alltags gestellt und oft - auch aus Mangel an Alternativen - voller Tatendrang losgelegt“, sagte Glawe. 99,6 Prozent aller Unternehmen gehören quantitativ zum Mittelstand und sind Arbeitgeber für 81,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. „Viele namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben sich in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren für die Ansiedlung oder Erweiterung neuer Standorte entschieden“, sagte Glawe. Hierzu zählen das Kaffeekapselwerk von Nestlé in Schwerin, der Kranhersteller Liebherr in Rostock, die Eisbär-Produktions GmbH in Plummendorf bei Ribnitz-Damgarten oder der Elektronikdienstleister ml&s in Greifswald oder das Medizintechnikunternehmen Cortronik in Rostock. 

Bedingungen der Regionalförderung sind attraktiv 

Auch in Zeiten weniger zur Verfügung stehender Fördermittel gibt es Unterstützung, um Mecklenburg-Vorpommern insgesamt voranzubringen. „Ziel ist es, den wirtschaftlichen Aufschwung gemeinsam weiter voranzutreiben. Die Bedingungen der Regionalförderung sind für Unternehmen attraktiv. Hauptaufgabe ist es, Investitionen von Unternehmen zu unterstützen und zu begleiten sowie neue Investoren für unser Land zu begeistern.“ Aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 967,8 Millionen Euro zur Verfügung. Im Bereich der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) stehen in diesem Jahr rund 127 Millionen Euro zur Verfügung.

Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus

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