Überwiegend gute Stimmung trotz schwierigen Umfeldes

Jahresausblick der Wirtschaft auf 2013

Ludwigslust-Parchim | 08.01.2013

Lothar Wilken, Hans-Dieter Bremer und Dr. Thomas Klischan (v.l.n.r.) präsentieren den Jahresausblick der Wirtschaft
Lothar Wilken, Hans-Dieter Bremer und Dr. Thomas Klischan (v.l.n.r.) präsentieren den Jahresausblick der Wirtschaft, Foto: VUMV

"Die gute Stimmung der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern überwiegt. Trotz Konjunkturdelle ist sie besser als in der gesamtdeutschen Wirtschaft", erläuterte heute Hans-Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V., die Erwartungen der Unternehmen und ihrer Verbände für das Wirtschaftsjahr 2013.

Die Stimmung sei erwartungsgemäß nicht euphorisch, zeuge aber von einer soliden wirtschaftlichen Verfassung der meisten Branchen und Unternehmen im Land.

Zu den besonders optimistischen Firmen gehörten laut Umfrage weiterhin vor allem Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel viele Teleservicecenter, sowie der Groß- und Außenhandel. Deutlich zurückhaltender mit ihren Erwartungen seien Gastronomen, Bauunternehmen, Garten- und Landschaftsbauer sowie Baustoffproduzenten.

Positiv sei angesichts der gebremsten Konjunktur die Absicht der meisten Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu halten. Dies liege ganz im Bundestrend.

„Besonders erfreulich ist jedoch, dass bei uns in Mecklenburg-Vorpommern – entgegen mancher Prognosen - im Saldo mehr Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen. Dies ist besonders beeindruckend, wenn man sich die Vergleichszahlen für West- und Ostdeutschland betrachtet, die deutlich pessimistischer sind“, erklärte Hans-Dieter Bremer.

„Eine weitere Erholung des Arbeitsmarktes in Mecklenburg-Vorpommern ist aber kein Automatismus. Notwendig ist vielmehr, die erfolgreiche produktivitätsorientierte, flexible und differenzierte Lohnpolitik in den Branchen fortzusetzen. Dafür sind allein die Tarifpartner zuständig und nicht die Politik und nicht die öffentliche Verwaltung“, betonte Verbändepräsident Bremer.

„Schlechter als die Stimmung scheinen jedoch die Umsatzerwartungen zu sein“, beschreibt Präsident Bremer die weiteren Umfrageergebnisse.

Trotz attraktiverer Ausbildungsbedingungen und gestiegener Entlohnung in vielen Branchen trage weiterhin der Fachkräftemangel zu den gedämpften Umsatzaussichten bei. Auch steigende Energiekosten und damit höhere Preise würden die Aussichten der Unternehmen schwächer als im Vorjahr ausfallen lassen. Nur ein Drittel der Unternehmen rechne mit höheren Einnahmen. Der Anteil der Umsatz-Pessimisten habe sich damit im Vergleich zum Vorjahr auf fast ein Drittel nahezu verdoppelt, erläuterte Hans-Dieter Bremer.

Die Jahresausblick-Umfrage zeige, dass sich die steigenden Rohstoff- und Energiepreise für viele Branchen zu den größten aktuellen Problemen entwickeln. Aus diesem Grund sei die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in höchstem Maße an einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende interessiert. Im Fokus stünden dabei die Versorgungsicherheit und ein Strompreis, der die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nicht einschränke.

Für die weitere industrielle Entwicklung maßgeblich sei auch der weitere Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. „Neben der Ertüchtigung der Ostseehäfen brauchen wir auch leistungsfähige Hinterlandanbindungen. Die Vertiefung der Häfen in Wismar, Rostock und Wolgast hat große industriepolitische Bedeutung und ist deshalb unbedingt im neuen Bundesverkehrswegeplan zu verankern“, erklärte Verbändepräsident Bremer abschließend.

Matschenz, VUMV

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