IHK zu Schwerin

Informationen zum Bau der ,Festen Fehmarnbeltquerung'

Ludwigslust-Parchim | 17.05.2016

Claus Iversen, Construction Manager, Femern A/S informierte in der IHK zu Schwerin Unternehmer über den aktuellen Planungsstand
Claus Iversen, Construction Manager, Femern A/S informierte in der IHK zu Schwerin Unternehmer über den aktuellen Planungsstand

Die aktuelle Diskussion um den Bau der ‚Festen Fehmarnbeltquerung‘ (FFBQ) lassen Westmecklenburger Unternehmer auf Bau- und Lieferaufträge hoffen. "Es ist das größte Bauvorhaben in Nordeuropa und direkt vor der Tür von Mecklenburg-Vorpommern", so Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

Rund 30 Firmenvertreter informierten sich am 13.05.2016 in der IHK zu Schwerin über ihre Chancen beim Bau des Fehmarnbelttunnels. "Die Verträge mit den ausgewählten vier Baukonsortien sollen demnächst in Kopenhagen unterschrieben werden. Für unsere Unternehmen ergeben sich Chancen als Nachunternehmer bei einer breiten Vielzahl von Baugewerken wie auch Dienstleistungen", so Eisenach weiter.

Jan Nicolaysen von der Dänischen Projektgesellschaft Femern A/S verwies auf den ganz normalen Prozess in Dänemark zur Verabschiedung eines Baugesetzes und den Kostenkalkulationen. Es gebe zwar Kostensteigerungen, doch das maximale Budget von 7,4 Milliarden Euro wurde in das Baugesetz eingebracht und auch nicht überschritten, sagte der Leiter Regional- und Wirtschaftsdialog der Berliner Vertretung von Femern A/S. Anschließend stellte Claus Iversen aus der technischen Abteilung von Femern A/S das Projekt und mögliche Zulieferaufträge vor. Dem schlossen sich Referate von Jakob Svane vom Dänischen Bauindustrieverband zu den Auftragschancen kleiner und mittlerer Unternehmen, Kooperationsprojekte in Ostholstein durch Herrn Mirco Schönfeldt von der Baltic FS. Klaus Uwe Scheifler von der IHK zu Schwerin erläuterte die wichtigsten Informationsplattformen für Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge. In den kommenden acht Jahren bis zur Fertigstellung werden noch zahlreiche Aufträge ausgeschrieben. Landesweit wird die ABST in Schwerin aktuell informieren. Stig Rømer Winther, Femernbelt Development, lädt alle interessierten Unternehmen zur ersten Fehmarnbelt Business Conferenz am 8. Juni 2016 in Holleby ein. Die Vertreter der feststehenden Baukonsortien stehen als Ansprechpartner für Unternehmen zur Verfügung. Eine Baustellenbesichtigung für die Tunnelsegmentförderung bildet den Abschluss der Conferenz 2016. 

Die Zuhörer zeigten sich beeindruckt davon, welche Dimension der Bau des Fehmarnbelttunnels haben wird. So werden laut Iversen an Land 79 Standardtunnelelemente, jedes 200 Meter lang, mit einem Gewicht von jeweils 73 000 Tonnen produziert. Zehn weitere Spezialelemente erhalten zusätzlich ein Untergeschoss mit Raum für Installationen und entsprechendem Zugang für das Betriebspersonal. Anschließend erfolgt der Transport zum Standort, wo die einzelnen Teile abgesenkt und montiert werden. Femern A/S hat die Bauarbeiten in vier Hauptbauaufträge aufgeteilt: Tunnel Nord, Tunnel Süd, Portalbauten und Rampen sowie Vertiefung und Landgewinnung. Alle zusammen haben einen Auftragswert von bis zu vier Milliarden Euro. Zu den Hauptbauaufträgen gebe es verschiedene Unteraufträge, die wiederum interessant sein könnten für kleinere Zulieferfirmen. Zu den Aufträgen zählten die Herstellung von Schiebe- und Schwimmtoren, Stahlschotten und -rahmen sowie Pontons, Aushub- und Baggerarbeiten an Land, die Errichtung von Wohnraum für die Arbeiter, Asphaltarbeiten oder das Herstellen der Tunnelwandverkleidung. Weitere Aufträge aus den Bereichen Brandschutz, Beleuchtung, Entwässerung, Stromversorgung, Lüftung oder Tunnelüberwachung kämen hinzu. Es werden aber nicht nur Experten für den Tiefbau gesucht. Iversen machte deutlich, dass Anbieter allgemeiner Dienstleistungen, wie Catering/Verpflegung, Wachdienste, Bootsservice, Verwaltung, Hausmeisterdienste, Sicherheits- und Rettungsdienste, Tauchgänge, Abfallentsorgung, Straßeninstandhaltung, Zimmervermietung und Fahrzeuginstandhaltung, benötigt würden. Dafür suche man auch regionale Unternehmen, die über hohe Qualifikationen sowie eine kompetente Unternehmensführung und Qualitätsmanagement verfügen.

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