Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Der Equal Pay Day muss in naher Zukunft auf den 1. Januar fallen

Ludwigslust-Parchim | 17.03.2017

Symbolbild. Foto: RomoloTavani / iStock / thinkstock
Symbolbild. Foto: RomoloTavani / iStock / thinkstock

Gleichstellungsministerin Stefanie Drese spricht sich zum morgigen Equal Pay Day (18. März) für die vollständige Gleichstellung von Frauen und Männern auch auf dem Arbeitsmarkt aus. „Ich möchte, dass der Equal Pay Day in naher Zukunft nicht mehr auf den 16., 17. oder 18. März, sondern auf den 1. Januar fällt“, sagte Drese.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bekommen Frauen noch immer im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. So betrugen 2016 die Bruttostundenlöhne der Frauen 16,26 Euro, während Männer auf 20,71 Euro kamen.

Diese Lohnlücke ist zum Teil mit strukturellen Unterschieden zu erklären. Frauen arbeiten öfters in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung, wo der Verdienst pro Stunde im Vergleich grundsätzlich geringer ist als bei Menschen in Vollzeitbeschäftigung. Außerdem arbeiten Frauen oft in Branchen, in denen Arbeitnehmer automatisch schlechter bezahlt werden - etwa im sozialen Bereich.

Drese: „Fair und gerechtfertigt ist dies nicht. Hier muss in unserer Gesellschaft insgesamt ein Umdenken stattfinden. Die Arbeit als Erzieherin, Kranken- oder Altenpflegerin verdient auch eine höhere finanzielle Wertschätzung.“ Aber selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit von Männern und Frauen bleibe eine bereinigte Gehaltslücke von bundesweit etwa sechs Prozent, verdeutlichte die Ministerin.

„Deshalb brauchen wir das Entgelttransparenzgesetz, das gerade im Bundestag beraten wird“, so Drese. Das Gesetz schreibe erstmals den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ fest. Unternehmen und öffentlicher Dienst sollen sich mit den Ursachen der Lohnlücke auseinandersetzen. Durch die Transparenz von Entgeltsystemen soll mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern geschaffen werden.

Darüber hinaus will Ministerin Drese den eingeschlagenen Weg einer ursachenbezogenen Bekämpfung von Entgeltungleichheit fortzusetzen. „Dies geschieht z.B. durch den stetigen Kita-Ausbau, Maßnahmen zur Berufsorientierung und Erweiterung des Berufswahlspektrums für Mädchen und Jungen und Unterstützerprogramme für mehr Frauen in Führungspositionen in Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“, so Drese. 

Hintergrund:

Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Umgerechnet auf den Lohnabstand von 21 Prozent ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen 2017 umsonst arbeiten.

Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

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