Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

100% staatliche Beihilfe für Vorsorge und Entschädigung bei Wolfsrissen

Ludwigslust-Parchim | 09.11.2018

Symbolbild Wolf; Foto: MikeLane45/iStock/Thinkstock
Symbolbild Wolf; Foto: MikeLane45/iStock/Thinkstock

Die Europäische Kommission hat gestern entschieden, dass Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe zu 100 Prozent durch die Länder finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt.

Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus begrüßt die Entscheidung der Kommission ausdrücklich: „Das Urteil der Kommission ist ein klares Bekenntnis zur Weidehaltung und ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erhalt dieser Haltungsform, sowohl bei Schafen als auch bei Rindern. Die Entscheidung ist Teil einer Strategie, für die ich in Berlin und in Brüssel immer wieder intensiv geworben habe und unterstreicht, dass sich unsere bisherigen Anstrengungen und die zahlreichen Gespräche mit Bund und EU-Kommission gelohnt haben. Die Entscheidung der EU-Kommission wird sicherlich dazu beitragen, dass Wolfskritiker und Wolfsfreunde wieder ein Stück näher zusammenrücken und es auch in der breiten Bevölkerung wieder mehr Akzeptanz für den Wolf gibt.“ 

Bislang konnten Schafhaltern und Landwirten nur bis zu 80 Prozent der Vorsorgekosten (nach Förderrichtlinie Wolf M-V bisher bis zu 75 Prozent), etwa für die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen oder von Herdenschutzhunden erstattet werden. 

Neu ist, dass dies künftig auch für indirekte Schäden gilt, wie zum Beispiel die Behandlungskosten gerissener Tiere beim Veterinär oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff. 

Gleichwohl betonte Minister Backhaus, dass indirekte Vorsorgekosten der Landwirte - etwa für den zusätzlichen Arbeitsaufwand, der mit dem Aufstellen von Zäunen verbunden ist, von der Entscheidung noch nicht erfasst werden. „Das Ergebnis ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen“, betonte er. Bund und Länder werden darauf drängen, dass künftig weitere Aufwendungen vollständig übernommen werden können.

 Die aktuell in Mecklenburg-Vorpommern geltende „Förderrichtlinie Wolf“ wird auf Basis dieser EU-Entscheidung novelliert werden.

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Akzeptanz ist die Basis für den Schutz des Wolfes Symbolbild Wolf; Foto: MikeLane45/iStock/Thinkstock

Mecklenburg-Vorpommern hat in der heutigen Sitzung des Bundesrates für eine Überweisung des Antrags der Bundesländer Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg zum ... [ zum Artikel » ]

Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik Dr. Till Backhaus - Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Foto: Bobo11

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus stellte sich heute auf der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Parchim e.V. den Fragen zur Weiterentwicklung der ... [ zum Artikel » ]

Sicherheit von Menschen und Nutztieren priorisieren Wolfsriss eine Kalbes bei Ramin, Foto: Raminer Agrar GmbH & Co. KG

Zum wiederholten Male ist es in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Wolfsriss gekommen. Ein neugeborenes Kalb wurde nur wenige hundert Meter von einem Wohnhaus entfernt gerissen. [ zum Artikel » ]

Minister lobt Wettbewerb zur Vermarktung regionaler Produkte aus Regionalproduktemesse Vorpommern; Fotos: Gudrun Stark

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, lobt einen Wettbewerb „Klein, aber fein aus MV“ aus. Ziel ist das Finden neuer Absatzwege für ... [ zum Artikel » ]

Gastro-Initiative „So schmeckt MV“ Symbolbild Foto: Masalthof/ iStock/ Thinkstock

Die Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist mit mehr als 14.400 Beschäftigten in 87 Betrieben einer der wichtigsten Industriezweige des Landes. [ zum Artikel » ]

25 Jahre Saatgutverband: „Eine Branche, die in MV zu Hause ist“ Getreideanbau

„Die Saat- und Pflanzguterzeugung ist traditionsgemäß ein außerordentlich wichtiger Bereich in der Agrarwirtschaft und bildet die Grundlage für die ... [ zum Artikel » ]

101 Köpfe

Holger Behrndt, geschäftsführender Gesellschafter Behrndt und Herud GmbH

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen! 

Holger Behrndt steckt voller Ideen, kann übers Wasser laufen und schätzt ein, wie lang der Weg zum papierlosen Büro sein wird. Er weiß, dass es wichtig ist, in generationsübergreifenden Belegschaften alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Über sein Unternehmen, die Prozesse der Digitalisierung  und vieles andere unterhielten wir uns mit ihm kürzlich.

Bücher aus der Region

Wer kämmt das Haar in der Suppe? © EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

(lifePR)  Da muss man erst mal drauf kommen, um solche lebensklugen, witzigen, wortspielerischen und auch zungenbrecherischen Texte zu verfassen. Gabriele Berthel hat es gekonnt getan und sie 2004 unter dem originellen Titel „Wer kämmt das Haar in der Suppe?“ veröffentlicht – zusammen mit den ebenso poetischen wie zugleich kraftvollen Illustrationen von Helga Kaffke. Lange war der Vergnügen stiftende Band vergriffen. 

Anzeige
Anzeige

FAKTOR WIRTSCHAFT TV

  • Außenwirtschaftstag findet am 06. und 07. November in Neubrandenburg
  • Deutsch-Polnischer ...

Bildergalerien

Faktor Wirtschaft

Faktor Wirtschaft 11_2018

IHK Zeitung Faktor Wirtschaft - November 2018

Titelthema:

Die Wahl zur neuen Vollversammlung wird aktuell vorbereitet. Die ersten Regionalkonferenzen haben stattgefunden. Werden Sie jetzt Kandidat für das Gremium der Wirtschaft in unserer Region für ein starkes östliches Mecklenburg-Vorpommern.