Bestmögliche Versorgung Schwerstbetroffener – Aufbau von Fieberzentren

Regionale Steuerung der Aufnahme und Verteilung von Covid-19-Patienten

Vorpommern-Greifswald | 23.03.2020

Landesregierung unterstützt Unimedizinen mit 400.000 Euro
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Zur regionalen Steuerung der Aufnahme und Verteilung von positiv getesteten verlegungsfähigen Covid-19-Patienten werden an den Krankenhäusern Helios Kliniken Schwerin (Cluster I), Universitätsmedizin Rostock (Cluster II), Universitätsmedizin Greifswald (Cluster III), Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg (Cluster IV) Koordinierungsstellen eingerichtet. Diese steuern in ihren Einzugsgebieten (Clustern) in tagesaktueller Abstimmung selbstständig die Patientenströme. 

In Mecklenburg-Vorpommern wurden 187 Personen positiv auf COVID 19 getestet, von denen 10 Patienten in Krankenhäusern betreut werden. Die Kliniken werden telemedizinisch vernetzt, damit eine interdisziplinäre Zusammenarbeit möglich ist, auch wenn eine Verlegung von Patienten nicht stattfinden kann. Den Forderungen aus Krankenhäusern wurde in dem aktuellen Gesetzentwurf entsprochen. Schutzbrillen Atemmasken, Schutzkleidung für medizinisches Personal werden mit einer Pauschalen in Höhe von 50,00 Euro berücksichtigt.

„Die Aufnahme von COVID-19-Patienten soll bewusst dezentral erfolgen, um möglichst nah an den Ausbruchsherden zu bleiben und die Kapazität der Rettungsdienste möglichst zu schonen. Über die Steuerung der Cluster ist die Versorgung der Schwerstbetroffenen über die Maximalversorger gesichert. Das Vorgehen haben wir mit den Beteiligten entsprechend abgestimmt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag. 

Regionale Cluster gebildet - Zuordnung der Krankenhäuser in Anlehnung an Krankenhausplanung

Zu jedem Cluster gehören neben der Koordinierungsstelle zwischen fünf und acht Kliniken. In Mecklenburg-Vorpommern sind von den 37 Kliniken 28 direkt in die Koordinierung der Patientenaufnahmen eingebunden. Das sind die Kliniken, die über Wachstationen und ITS-Kapazitäten verfügen.  „Die Zuordnung der beteiligten Krankenhäuser zu den Koordinierungsstellen erfolgt in Anlehnung an die Planungsregionen des Krankenhausplans und unter Berücksichtigung der räumlichen Beziehungen für die Region“, so Glawe weiter. Der für die Region zuständige Ärztliche Leiter Rettungsdienst wird in die Entscheidungen eingebunden. „Der Clustermanager koordiniert daneben insbesondere die Verteilung der Beatmungskapazitäten und das erforderliche Personal in der Clusterregion in enger Absprache mit den jeweiligen Krankenhäusern“, erläuterte der Gesundheitsminister. Nicht geeignet oder vorgesehen für die Erstaufnahme von COVID-19-Patienten sind psychiatrische Krankenhäuser. Die Kapazitäten werden täglich gemeldet, so dass alle im Cluster transparent informiert sind, wo Kapazitäten für Schwererkrankte frei sind.

Glawe machte deutlich, dass eine flächendeckende erhöhte Beatmungskapazität zur Versorgung der COVID-19-Patienten notwendig sei. „Zurzeit werden 512 Beatmungsplätze vorgehalten. Weitere ca. 100 Plätze können als Reserve ohne Zuführung von weiteren Beatmungsgeräten aktiviert werden“, machte Glawe deutlich. Zusätzliche Beatmungsgeräte werden in Rostock in den kommenden Tagen erwartet, die dann ja nach Situation in den Kliniken eingesetzt werden können. 

Rehakliniken als Versorgungsreserve – Behandlung von Patienten, die nicht an COVID-19 erkrankt sind

„Sollten die Krankenhäuser eines Clusters ihre Kapazitätsgrenze erreichen, können geeignete Fälle, die nicht an COVID-19 erkrankt sind, in ausgewählten Rehakliniken versorgt werden“, so Glawe weiter. Vorgesehen hierfür sind aufgrund ihrer krankenhausnahen Strukturen die Klinik Malchower See für Cluster I; Tessinum in Tessin für Cluster II; Median Klinik Bad Sülze für Cluster III; Medigreif Parkklinik Greifswald für Cluster III sowie Bethesda Klinik Neubrandenburg für Cluster IV. Die vorgenannten Rehakliniken sollen primär weiterbelegt werden. Im Falle einer Hinzuziehung als Krankenhaus verlegen diese ihre Rehabilitationspatienten in nahegelegene Rehakliniken. Hilfsweise kann ein verkürztes Verfahren in der Krankenhausplanung realisiert werden. Zur Absicherung der notwendigen Einsatzzeiten sollen die Arbeitszeitregelungen gelockert sowie die wechselseitige Personalüberlassung vereinfacht werden. Ärzte und Krankenschwestern, die im Ruhestand sind, werden im Notfall mobilisiert. Medizines Personal bei Bedarf in anderen Bundesländern einzusetzen,verhallte nicht ungehört bei Minister Glawe, allerdings sollten zunächst alle Möglichkeiten in den Bundesländern überprüft werden werden. Also Kapazitäten in und aus den Rehakliniken zum Einsatz kommen. Je nachdem wie sich die Situation Tag für Tag entwickelt seien hier neue  Entscheidungen zu treffen. 

Aufbau von Fieberzentren

Darüber hinaus sollen vier Fieberzentren in Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut werden. „Zur Identifizierung und Weiterleitung positiv getesteter COVID-19-Patienten ist geplant, zum Schutz der ambulanten Strukturen in Rostock, Greifswald, Neubrandenburg und Schwerin Zentren einzurichten.

Die Maximalversorger an den Standorten stehen unterstützend zur Verfügung. Greifswald wird dabei als Pilotprojekt vorangestellt. Dafür wird die zurzeit nicht genutzten Berufsschule in der Siemensallee, ein Fieberzentrum eingerichtet. Die Fieberzentren sind Teil der ambulanten Versorgung und dienen neben der Behandlung der Betroffenen insbesondere dem Schutz und der Entlastung der ambulanten Arztpraxen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend. Die Fieberzentren werden von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben und von den Gesundheitsämtern koordiniert. Den Fieberzentren werden Patienten mit positivem SARS-CoV-2 („Coronavirus“)-Nachweis zugeführt. In den Zentren wird über deren geeignete Weiterbehandlung entschieden. Dies soll zur Entlastung der niedergelassenen Ärzte beitragen. 

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