Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern

Mit dem Neuen Jahr beginnt in MV die Eisbadesaison

Vorpommern-Greifswald | 21.12.2017

Es ist Eisbadesaison in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Joachim Kloock/TZRW
Es ist Eisbadesaison in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Joachim Kloock/TZRW

Dass sich am ersten Tag des neuen Jahres Tapfere, Verrückte und Hartgesottene in die Fluten der mit drei bis vier Grad fast eiskalten Ostsee stürzen, ist eine schöne Tradition, der zwischen Boltenhagen und Usedom jede Menge Wasserratten frönen.

Zumeist in Vereinen organisiert, die sich namentlich an der arktischen Tierwelt orientieren, haben etwa die Rostocker Seehunde, die Stralsunder Walrosse, die Warener Eisvögel oder die Neubrandenburger Robben durch langes Training einen Grad an Kälteresistenz erworben, der anderen Menschen beim Badeakt-Zuschauen Gänsehautschauer über den Rücken jagt. Und wenn die harten Typen und Ladies zwischen Januar und April wieder überall im Land ihrem eiskalten Hobby nachgehen, tun sie es an Stränden, Seen und Seebrücken im Beisein tausender teils begeisterter, teils kopfschüttelnder Schaulustiger. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Eisbade-Partys zusammengestellt, an denen natürlich auch Eisbade-Einsteiger aktiv teilnehmen können. 

Neujahr:

An gleich acht Orten werden nach Silvesternacht und Jahreswechsel der Kater ausgetrieben und der Stimmungspegel hoch gehalten, wenn zu dem allseits und stets vergnüglichen Eisbade-Spektakel die mecklenburgischen Ostseebäder Boltenhagen, Kühlungsborn und Warnemünde einladen, dazu Prerow auf der Ferienhalbinsel Fischland-Darß-Zingst, Heringsdorf und Karlshagen auf der Insel Usedom, die Hansestadt Stralsund sowie das kleine Dorf Banzkow in der Lewitz bei Schwerin. Dort zum Beispiel schwimmen mutige Eisbären – oft in Kostümen und unter einem bestimmten Motto – durch den eisigen Störkanal an der Banzkower Klappbrücke. 

So wie in Boltenhagen – dort erlebt das Neujahrsschwimmen bereits seine 20. Auflage – haben die Eisbade-Events fast überall eine lange Nachwendetradition. Die Veranstaltungen beginnen meist bereits kurz vor Mittag mit allerlei Rahmenprogramm und haben ihren Höhepunkt um 14.00 Uhr, wenn die Eisbade-Truppen zur Tat schreiten. In der Regel sind es zwischen 50 und 500 Männer, Frauen und Kinder, die Jüngsten im einstelligen, die Ältesten im fast dreistelligen Altersbereich, die zum Beispiel in Kühlungsborn einen traditionellen, rot- oder blau-weiß gestreiften Badeanzug erhalten und dieserart uniformiert fröhlich in die Wellen tauchen. 

Planschen, Kreischen, Lachen, Jauchzen – auch am Prerower Nordstrand geht an Neujahr die Bibber-Post ab. Dort läutet Meeresherrscher Neptun höchstpersönlich die Zitterparty ein, woraufhin sich die Hartgesottenen in Badehose, schrägen Kostümen oder gar im FKK-Look ins Ostseewasser stürzen. Und normalerweise nicht länger als fünf Minuten drinbleiben. Gesund daran ist übrigens die physische Reaktion auf den Wärmeverlust der Haut. Der Körper reagiert darauf mit verstärkter Produktion von Wärme – das weitet die Gefäße, verbessert die Blutzirkulation und stärkt das Immunsystem. Und zur Belohnung für die mutige Tat gibt es obendrein Glühwein und Feuer am Strand sowie Jubel und Respekt von einigen tausend Zuschauern. 

Januar:

Sechs Tage nach Neujahr steigt Neustadt-Glewe mit seinem „Wintervergnügen“ ins kalte Geschehen ein. Das „Große Eisbaden am Neustädter See“ findet am 7. Januar 2018 zum zweiten Mal statt und soll nicht nur Wasserratten Spaß machen, denen frostige Temperaturen nichts anhaben können. Neben „normalen“ Zuschauern sind am Barracuda Beach insbesondere Familien willkommen und Sportler, die bereit und willens sind, auf einem 70 Meter langen Parcours im See gegeneinander anzutreten – die Besten und Schnellsten können Kurzurlaube als Hauptpreis gewinnen. 

Februar:

Neben Neujahr ist Februar die Hochzeit der Eisbadevergnügen im Land. Kein Wunder, lässt sich doch der eine Riesenspaß schon mal trefflich verbinden mit einem anderen. So werden am 10. Februar um 11 Uhr 11 beim Faschingsbaden in Warnemünde die einen Narren auf die anderen treffen. Organisiert von den Rostocker Seehunden, die gleich für mehrere Veranstaltungen verantwortlich sind: Sie verabschieden mit dem Silvesterschwimmen das alte Jahr (siehe unten), läuten mit dem Neujahrsschwimmen das neue ein (siehe oben) und sorgen mit Warnemünder Wintervergnügen und Faschingsbaden zugleich dafür, dass Rostocks populäre Badewanne auch bundeslandweit die meisten Besucher anzieht. 

Zweite Eisbade-Hochburg im Lande ist die Insel Usedom, wo neben dem Saisonauftakt in Heringsdorf und Karlshagen (siehe oben) noch drei weitere Veranstaltungen stattfinden: In Trassenheide am 3., in Ahlbeck am 17. und in Koserow am 24. Februar. Dabei hat es vor allem das um den Valentinstag herum gefeierte „Usedomer Winterbadespektakel“ im Ostseebad Ahlbeck zu erheblicher Popularität und auch internationalem Echo gebracht – speziell aus dem nahen Polen reisen Eisbadevereine und viele Zuschauer an. Schwerpunkt der Ahlbecker Veranstaltung ist der Kostümwettbewerb, der 2018 unter dem Motto „Petticoat & Rock 'n' Roll – Modische und musikalische Zeitreise durch die 60er und 70er“ steht. Und wer hier auch nur den Hauch einer Chance auf einen Pokal haben will, muss ausgesprochen kreativ sein.

Wer das Eiswasser partout nicht bis ins neue Jahr halten kann, darf sich bereits vor und an Silvester auf Eisbade-Gaudi in der Ostsee freuen. Auch diesbezüglich sind Usedom (Zinnowitz, bereits am 30. Dezember) und Warnemünde (31. Dezember) Vorreiter. Dort fällt dann auch am 28. April die letzte Eisbade-Klappe für die Saison 2018. 

TMV

 

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