Agentur für Arbeit

Herbstbelebung stabilisiert Arbeitsmarkt

Vorpommern-Greifswald | 02.11.2016

Heiko Miraß, Geschäftsführer Agentur für Arbeit
Heiko Miraß, Geschäftsführer Agentur für Arbeit

Die Herbstbelebung hat im September und Oktober für einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit gesorgt. Aktuell sind 11.842 Frauen und Männer in Vorpommern-Greifswald arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein leichter Rückgang um 69 Personen. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 10,1 Prozent stabil auf dem Niveau des Monats September. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, als 13.572 Arbeitslose einer Quote von 11,4 Prozent entsprachen, ist allerdings ein Rückgang um 1.730 Arbeitslose zu verzeichnen.

Allgemeine Situation 

Generell zeigt sich der vorpommersche Arbeitsmarkt weiterhin in guter Verfassung. Der aktuelle Aufschwung kommt bei fast allen Personengruppen an. 

Anhaltend positiv ist die Entwicklung der Arbeitslosigkeit älterer Menschen. Die Arbeitslosenquote bei der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahre liegt mit 10,1 Prozent auf dem gleichen Niveau wie die aller Erwerbspersonen. Momentan sind 4.660 aller Arbeitslosen über 50 Jahre alt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von 826 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 12,1 Prozent und war damit 0,7 Prozentpunkte höher als die „allgemeine“ Arbeitslosenquote. 

Trotz der guten Marktlage entspricht die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit nicht diesem Trend. Zwar sind nur 7,8 Prozent aller arbeitslosen Menschen unter 25 Jahre alt. Dennoch sind sie mit 11,3 Prozent häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als alle Erwerbspersonen. Eine besondere Rolle spielt hierbei die zunehmende Anzahl arbeitsloser Ausländer, von denen überdurchschnittlich viele in die Personengruppe unter 25 Jahre fallen.

Arbeitsagentur und Jobcenter versuchen, dieser Entwicklung mit einer Vielzahl von Maßnahmen zu begegnen. Dazu zählen unter anderem spezielle 1-Euro-Jobs und andere Maßnahmen, die auf die Aufnahme einer beruflichen Weiterbildung und späteren Erwerbstätigkeit vorbereiten. Dazu fließen zusätzliche Mittel in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Im aktuellen Berichtsmonat befanden sich 836 Personen in einer beruflichen Weiterbildung, 939 Beschäftigungsverhältnisse wurden mit einem Eingliederungszuschuss beziehungsweise Gründungszuschuss gefördert und 749 Menschen, vor allem Jugendliche, wurden bei der Berufswahl/ Berufsausbildung unterstützt. 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen 

Anklam 13,9 Prozent, Greifswald 8,8 Prozent, Pasewalk 12,6 Prozent, Ueckermünde 11,8 Prozent, Wolgast 7,7 Prozent 

In diesem Monat konnten die im Vorjahresvergleich stärksten Rückgänge der Arbeitslosigkeit in Ueckermünde registriert werden. Dort sank der Bestand an arbeitslos gemeldeten Personen gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,6 Prozent. 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Von der positiven Marktentwicklung profitieren Bewerber von Arbeitsagentur und Jobcenter gleichermaßen. Diese Entwicklung spiegelt die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in unserer Region wider. 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Oktober 3.080 Arbeitslose. Das sind 391 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 8.762 arbeitslose Personen verantwortlich, 1.339 weniger als im Oktober 2015. 

SGB III - 11,3 Prozent
SGB II - 13,3 Prozent 

Stellenmarkt 

Die Stellenmeldungen liegen mit 483 neuen Offerten unter dem Vorjahreswert von 619, aber immer noch auf einem hohen Niveau. Der gemeinsame Arbeitgeberservice wurde seit Jahresbeginn knapp 5.200 Mal eingeschaltet. Aktuell laufen Stellenbesetzungsprozesse für 1.534 Arbeitsplätze.

Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (521). Große Bedarfe signalisierten jedoch auch das Gastgewerbe (208), das Gesundheits- und Sozialwesen (206) und der Handel (148).

Ausblick

Ab November wird die Arbeitslosigkeit jahreszeitlich bedingt wieder ansteigen. „Wir nehmen wahr, dass immer mehr Arbeitgeber aus saisonal geprägten Branchen ihre Fachkräfte so lange wie möglich halten wollen. Dennoch melden sich ab November insbesondere Menschen, die im Gastgewerbe und dem Handel in der Tourismusregion Usedom, arbeitslos“, prognostiziert der Agenturchef Miraß die Entwicklung für die kommenden Monate.

Agentur für Arbeit Greifswald

 

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