Agentur für Arbeit Greifswald

Gegen den allgemeinen Trend: Arbeitslosenquote älterer Bewerber steigt

Vorpommern-Greifswald | 29.08.2013

Statistik
Statistik (c) Fotolia

Auch im August erhöhte sich noch einmal die Zahl der Ausbildungsstellen und der Bewerber. Der Anstieg der Stellen fiel sogar stärker aus als im Juli. Seit Herbst letzten Jahres signalisierten nunmehr 1.119 Mädchen und Jungen ihr Interesse an einer dualen Berufsausbildung. Aus den Firmen zwischen Greifswald und Penkun wurden im gleichen Zeitraum 1.668 Ausbildungsstellen gemeldet. Im August waren noch 539 Stellen unbesetzt, denen auf der Bewerberseite noch 345 Jugendliche gegenüber standen.

Bewerberentwicklung

"Viele Jugendliche und ihre Eltern haben offenbar erkannt, dass auch bei einem vermeintlichen Überangebot an Ausbildungsstellen eine fundierte und neutrale Berufsberatung unverzichtbar ist“, freut sich der Chef der Greifswalder Arbeitsagentur, Heiko Miraß, über diese Entwicklung. „Hinter diesem Ergebnis steht viel Engagement und Überzeugungsarbeit der Berufsberater. Sie konnten Jungen, Mädchen und Eltern verdeutlichen, dass die fundierte Klärung von Eignung und Neigung das A und O für eine gute Berufswahl ist“, so Miraß weiter.

„Besonders wichtig ist es in diesem Jahr, dass Jugendliche und Unternehmen uns möglichst zeitnah über den jeweils aktuellen Stand ihrer Bemühungen unterrichten. Nur, wenn wir zeitnah wissen, welche Stellen besetzt und welche Bewerber versorgt sind sparen wir uns unnötige Arbeit und Ärger“, appelliert Agenturchef Miraß an Bewerber und Firmen.

Stellenentwicklung

Noch 70 Angebote für eine Ausbildung zum Koch, 65 Angebote für Hotelfachleute und 55 freie Stellen für Restaurantfachleute belegten hier die drei ersten Plätze. Damit wird auch deutlich, dass die beginnenden Fachkräfteengpässe sich stark auf den Bereich Gastronomie und Hotellerie konzentrieren.

„Der demographische Trend ist vorgezeichnet. Die Zahl der Schulabsolventen wird auch in den nächsten Jahren nicht steigen. Wichtig ist, dass nun auch vermeintlich schwache Bewerber eine Chance bekommen, wenn es nötig ist, auch mit ausbildungsbegleitenden Hilfen durch die Arbeitsagentur. Hat es mit der Besetzung der Ausbildungsstelle noch nicht geklappt, steht der Arbeitgeberservice mit Informationen und Beratung zu Alternativen bereit“, so Miraß abschließend.

Sonne und Wärme halten Arbeitsmarkt in Schwung

Im August waren 15.814 Menschen im Landkreis arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat konnte damit erneut ein Rückgang verzeichnet werden. Mit einem Minus von 277 Jobsuchenden fiel dieser für einen August sogar recht deutlich aus. Die Arbeitslosenquote sank von 13,2 Prozent im Juli auf 13,0 Prozent.

Besonders kräftig fiel mit fast 10 Prozent der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren aus. „Zwar spielt hier auch die demographische Entwicklung eine Rolle, der Rückgang der Arbeitslosigkeit geht im Vorjahresvergleich aber darüber hinaus“, beschreibt Miraß einen erfreulichen Markttrend. Dies wird auch durch eine Betrachtung der Arbeitslosenquote der Jugendlichen deutlich. Diese misst den Anteil der Arbeitslosen an der erwerbsfähigen Bevölkerung in dieser Altersgruppe und sank im Vorjahresvergleich von 12,5 auf 12,1 Prozent.

Am anderen Ende der Skala bewegen sich seit längerer Zeit die Arbeitslosenzahlen der Bewerber über 50 Jahre. Genau 6.014 Männer und Frauen zählten im August zu dieser Altersgruppe, ein Anteil an allen Arbeitslosen von genau 38 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 531 Arbeitslose weniger. Natürlich spielt auch bei dieser Entwicklung der veränderte Altersaufbau der Bevölkerung eine Rolle. Jedoch stieg, anders als bei den Jugendlichen, auch die Arbeitslosenquote der älteren Bewerber von 13,4 Prozent im August 2012 auf nunmehr 14,3 Prozent an.

Regionale Situation

Deutliche Unterschiede der Marktchancen zeigen sich nach wie vor bei einer regional differenzierten Betrachtung. Wie bereits im Juli konnte die Uecker-Randow Region im Vergleich zu 2012 aufholen. Die besten Jobchancen hatten im August die Wolgaster und Usedomer. Die dortige Geschäftsstelle meldete in diesem Jahr erstmals eine Quote von unter 10 Prozent.

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam - 16,2 Prozent,
Greifswald - 11,9 Prozent,
Pasewalk - 16,2 Prozent,
Ueckermünde - 15,3 Prozent,
Wolgast - 9,7 Prozent

Stellenmarkt

Insgesamt 470 Stellenangebote konnte der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern im abgelaufenen Monat neu einwerben. Das Vorjahresergebnis wurde damit um 22 Stellen übertroffen. Aktuell arbeitet der Arbeitgeberservice an der Besetzung von 1.270 offenen Arbeitsstellen im Landkreis, ein Wert, der etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt.

Während die Zahl der Neuzugänge aus dem Bau, der Gastronomie und dem Dienstleistungsbereich etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag, meldete das Verarbeitende Gewerbe mit 58 neuen Angeboten deutlich mehr Stellenangebote als im August des Vorjahres. Auch der Handel legte noch einmal kräftig zu.

Spitzenreiter bei den aktuell noch offenen Stellen ist der Dienstleistungsbereich mit 349 Angeboten. Große Nachfrage besteht nach wie vor  auch im Gastgewerbe (178), dem Gesundheits- und Sozialwesen (158), dem verarbeitenden Gewerbe (130), dem Baugewerbe (114) und dem Handel mit 108 offenen Stellen.

„Für den September und Oktober rechne ich mit der saisonüblichen Herbstbelebung am Arbeitsmarkt, noch einmal steigender Fachkräftenachfrage und weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen“, prognostiziert Agenturchef Miraß die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den nächsten Wochen.

Agentur für Arbeit Greifswald

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