Agentur für Arbeit Greifswald

Der Arbeitsmarkt im Oktober

Vorpommern-Greifswald | 30.10.2013

Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Im Oktober sind die Arbeitslosenzahlen saisonal bedingt leicht angestiegen. Gegenüber dem September fiel das Plus mit 73 allerdings recht gering aus. Die Arbeitslosenzahl bewegte sich mit 15.342 etwa auf dem Niveau der letzten drei Jahre. Schaut man etwas weiter zurück, wird deutlich, dass sich die Arbeitsmarktchancen in Vorpommern deutlich verbessert haben. So mussten beispielsweise im Oktober 2007 noch etwa 23.000 Arbeitslose registriert werden.

Die Monate September und Oktober sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald traditionell diejenigen mit der günstigsten Beschäftigungssituation. Das war auch im Spätsommer und Frühherbst des Jahres 2013 nicht anders. „Viele Außentätigkeiten können noch verrichtet werden und gleichzeitig liefert der Start des neuen Ausbildungsjahres zusätzliche Impulse“, begründet Arbeitsagenturchef Heiko Miraß diesen Trend.

Auffällig war im Oktober eine relativ geringe Zahl neuer Beschäftigungsaufnahmen. Konnten ein Jahr zuvor noch 1.312 neue Beschäftigungsverhältnisse begonnen werden, so waren es im Oktober 2013 mit nur 1.068 genau 18,6 Prozent weniger. „Dies hat meines Erachtens jedoch eher mit dem atypischen Saisonverlauf im Jahr 2013 als mit einer eventuellen Konjunktureintrübung zu tun“, interpretiert Heiko Miraß diese Besonderheit. In der Gesamtschau konnte diese Entwicklung teilweise durch eine erhöhte Eintrittszahl in verschiedene Formen der beruflichen Bildung kompensiert werden.

Gegenüber dem Vormonat sank besonders die Arbeitslosigkeit junger Menschen noch einmal spürbar um 8,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt in der Altersgruppe der 15- bis 25-jährigen mit 10,2 Prozent nunmehr auch deutlich niedriger als die durchschnittliche Quote. Heiko Miraß: „Diese Zahlen stützen unsere Appelle an junge Menschen aus Vorpommern. Bleibt hier! Ihr werdet gebraucht und habt gute Karrierechancen!“

Schwieriger stellt sich die Marktlage jedoch nach wie vor für ältere Arbeitsuchende dar. So stieg nicht nur die Anzahl der Arbeitslosen über 50 Jahre gegenüber dem Vorjahr um 486 auf inzwischen 6.046 an, sondern auch die relative Betroffenheit, ausgedrückt in der Arbeitslosenquote, erhöhte sich auf 14,4 Prozent. Im Oktober 2012 waren es noch 0,8 Prozentpunkte weniger.

Wie zu erwarten, haben die Vorboten des Saisonendes dazu geführt, dass die geschlechterspezifischen Unterschiede in der Arbeitslosigkeit nicht mehr so deutlich ausfielen. Den höchsten Männeranteil registrierte mit 58,0 Prozent wiederum der Geschäftsstellenbezirk Wolgast. Hier waren es allerdings in den Vormonaten noch über 60 Prozent. Insgesamt waren im Oktober 55,3 Prozent der Arbeitslosen Männer und 44,7 Prozent Frauen.

Regionale Situation

Im Agenturbezirk Greifswald stellt sich der Arbeitsmarkt im Oktober unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Greifswald; hier sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Wolgast mit einer Zunahme von 8,7 Prozent. Die Beendigung der Transfergesellschaft bei der ehemaligen P+S Werften GmbH wird sich, hauptsächlich in Wolgast, erst im November deutlich niederschlagen. 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 15,7 Prozent, Greifswald 11,0 Prozent, Pasewalk 15,9 Prozent, Ueckermünde 15,9 Prozent, Wolgast 9,7 Prozent 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

„Wir arbeiten in unserem Landkreis an der Reduzierung der sogenannten verfestigten Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen. Und dies in beiden Rechtskreisen. Konkret richten wir unsere Bemühungen besonders stark auf Bewerber, die schon lange nicht mehr im Beschäftigungsprozess standen. Nur wenn wir die Beschäftigungsfähigkeit dieser Menschen weiter verbessern, werden wir künftig die Fachkräftebedarfe der Unternehmen decken können“, erläutert Heiko Miraß die gemeinsame Strategie der Agentur für Arbeit und der Jobcenter im Kreis.

Die arbeitslosen Bewerber der Agentur für Arbeit hatten auch im September bessere Marktchancen als die Bezieher des Arbeitslosengeldes II.

Stellenmarkt

Insgesamt 453 Stellenangebote konnte der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern im abgelaufenen Monat neu einwerben. Seit Jahresbeginn sind die Vermittlerinnen und Vermittler an nunmehr 4.741 Stellenbesetzungsverfahren direkt beteiligt worden.

Aktuell arbeitet der Arbeitgeberservice an der Besetzung von 1.247 offenen Arbeitsstellen im Landkreis. Spitzenreiter ist das Gastgewerbe (183), gefolgt von der Arbeitnehmerüberlassung (176), dem Gesundheitswesen (147) und den verschiedenen Berufen des verarbeitenden Gewerbes mit 114.

In der Hauptagentur Greifswald sind derzeit 604 Jobs zu vergeben. Im Bereich Pasewalk und Ueckermünde sind dagegen nur jeweils um die 130 Stellen frei. Für Pasewalk bedeutet dies zudem einen Rückgang um 16,7 Prozent zum Vormonat.

Agentur für Arbeit Greifswald

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