Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern

Bilanz gezogen: Vorpommerns Wirtschaft wächst

Vorpommern-Greifswald | 26.02.2018

Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern zog eine positive Bilanz zur Wirtschaftsentwicklung V
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Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern zog eine positive Bilanz zur Wirtschaftsentwicklung V

Gut zu tun hatte das Team der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern im vergangenen Jahr. Mit zahlreichen Daten untermauerte Geschäftsführer Rolf Kammann im heutigen Bilanzpressegespräch die Ergebnisse der Arbeit. Mehr als 300 Unternehmensvorgänge wurden durch das Team bearbeitet. Im Ergebnis entstanden 148 neue Arbeitsplätze und weitere 1.398 Arbeitsplätze wurden gesichert. Insbesondere Wirtschaftsunternehmen in der Region gehen gestärkt ins Jahr 2018 und konnten eigene Wirtschaftskraft erhöhen oder stabilisieren. 

Eine dringliche Aufgabe aller sei nach wie vor das Standort- und Investorenmarketing für die Region Vorpommern. Das unterstrich auch Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald Dr. Stefan Fassbinder: Es sei wichtig, an dem über viele Jahre hinweg aufgebauten Image der Region zu arbeiten und die positive Entwicklung des Landesteils stärker nach außen zu tragen.

Investorenmarketing

Die Zahl der Anfragen für Gewerbeansiedlungen bewegte sich 2017 auf Vorjahresniveau. Erfreulich zeigte sich daneben die Bestandsentwicklung: 56 geplante Erweiterungs- und Investitionsvorhaben regionaler Betriebe wurden begleitet und die Zahl neuer Projekte im vergangenen Jahr hat sich fast verdreifacht. Insbesondere im produzierenden Gewerbe und im Handwerk und vor allem in der Ernährungswirtschaft wird kräftig investiert: 44 der 99 Neuzugänge stammen aus diesen Branchen.

Bewegung herrscht auch im Bereich der Existenzgründungsvorhaben, denn auch hier stieg die Zahl betreuter Gründerinnen und Gründer. Die sehr erfreuliche Gesamtentwicklung belegt die gute wirtschaftliche Situation der Bestandsunternehmen aller Branchen und lässt für die Zukunft auf neue Arbeitsplätze und Wertschöpfungszuwächse hoffen.

Fachkräftesicherung und Nachfolge

Die Suche nach Fachkräften verfestigt sich als große Herausforderung für Unternehmen. Zahlreiche Betriebe und Institutionen beteiligen sich an der Fachkräftekampagne „Leben und Arbeiten in Vorpommern“. Mit Unterstützung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern durch ESF-Mittel und durch das Landesmarketing konnten so u.a. regionale und überregionale Jobmessen besucht und das Fachkräftemagazin „anbord“ erneut herausgegeben werden. Als immer stärker spürbare Herausforderung rückt nun auch die Nachfolgefrage in das Blickfeld der Wirtschaftsförderung. Die WFG bot den Unternehmen hierzu, teilweise in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie den Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, zahlreiche Unterstützungs- und Informationsleistungen an, die auch immer stärker in Anspruch genommen werden.

Standortmarketing und Standortvermarktung

Das regionale Standortmarketing - seit jeher Kernaufgabe der WFG Vorpommern - wurde u.a. mit 21 Besuchen von Messen und Branchenevents, Werbespots am Hamburger Hauptbahnhof, Trailerwerbung auf Lkw´s, redaktionellen Beiträgen und Anzeigen und neuen Printprodukten verstärkt betrieben, um den Standort Vorpommern zu bewerben und bekannter zu machen. Stetig zunehmende Bedeutung haben dabei Internet und Social Media Aktivitäten.

Projektentwicklung und -management

Um die Standortvermarktung weiter zu intensivieren, regionale Entwicklungsimpulse zu geben und Kooperationsvorhaben umzusetzen, bedient sich die WFG internationaler und nationaler Förderprogramme. Die bereits in Vorjahren bewilligten Projektvorhaben sind angelaufen und zeigen bereits erste Ergebnisse und Wirkung. Von den insgesamt bewilligten fast neun Millionen EUR Förderung, die auf sieben Projekte und über ca. vier Jahre verteilt sind, gelangen fast eine Million EUR direkt über die WFG Vorpommern in Vorhaben zur Vermarktung des ländlichen Raums (Land(auf)Schwung), des maritimen Tourismus (South Coast Baltic und JOHANN), der Küstenfischerei (Fish Markets) oder der maritimen Industrie (ELMAR). Grundlagenanalysen und Konzepte, Messeauftritte und zahlreiche weitere Marketingaktivitäten, Markterschließungen, Unternehmenskooperationen und Knowhow Transfer konnten so in 2017 realisiert werden. Über regionale Projektpartner wie den Tourismusverband Vorpommern oder die Hochschule Stralsund, erhöht sich der Finanzanteil, der für Vorpommern akquiriert wurde, noch erheblich.

Eigenen Stärken fokussieren

Eine klare Kante zog Rolf Kammann zur Thematik der Metropolregionen. Die Metropolregion Hamburg, deren Ausstrahlung auf den Landkreis Nordwestmecklenburg sehr positiv wahrzunehmen ist, lasse sich nicht so ohne weiteres auf die Metropolregion Berlin oder Stettin übertragen. Berlin sei eine hippe Stadt. Hier gibt es Zielgruppen zu einzelnen Themen, die man ansprechen könne, doch Unternehmensansiedlungen aus der Region erwarte er eher nicht. Stettin hingegen sei für Unternehmensansiedlungen prädestiniert, da die Region eine attraktivere Förderkulisse und auch steuerliche Vorzüge aufweisen könne. „Jede Region will vom Nimbus einer Metropolregion profitieren. Wir sollten unsere Stärken in Vorpommern unterstreichen. Wir haben mit Stettin einen harten Brocken neben uns, dessen muss man sich bewusst sein", mahnte Kammann. In diesem Sinne sprach er sich in Anwesenheit der Gesellschafter und Pressevertreter für Kooperationen aus aber auch für ein Besinnen auf die eigene Schlagkraft in Vorpommerns. Um die Wirtschaftsfördergesellschaft selbst zu stärken, kündigte Rolf Kammann einen Relaunch der Websites an. Dafür sei ein Projektantrag an den Vorpommern Fonds gestellt worden. 

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