Trend des Jahres 2016: weitere Verbesserung

Arbeitsmarkt im Dezember: Positiver Abschluss

Vorpommern-Greifswald | 05.01.2016

Agentur für Arbeit
Arbeitsmarkt, Foto: Bundesagentur für Arbeit

Heiko Miraß, Chef der Agentur für Arbeit, blickt auf ein insgesamt positives Jahr 2015 zurück. Im Jahresdurchschnitt waren 15.151 Frauen und Männer im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Das sind 1.171 weniger als im letzten Jahr, ein Rückgang von 7,2 Prozent. „Besonders erfreulich ist, dass Firmen aus den saisonal geprägten Branchen verstärkt versuchen, ihr Personal langfristig zu halten“, bilanziert er. Im Jahresverlauf meldeten sich 12.256 Personen nach Beschäftigungsende arbeitslos. Das sind 919, also 7 Prozent weniger als noch im Jahr 2014.

Im Berichtsmonat Dezember sind die Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß gestiegen. „Mit insgesamt 15.140 arbeitslos gemeldeten Menschen konnte aber auch hier ein neuer Spitzenwert gegenüber den Vorjahren erzielt werden“, berichtet Miraß. Im Dezember 2014 waren noch 1.345 mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt mit 12,8 Prozent einen Prozentpunkt unter der des Vorjahres (13,8 Prozent). 

Männer sind in unserer Region, die insbesondere vom Dienstleistungssektor geprägt ist, mit 55,8 Prozent immer noch deutlich häufiger arbeitslos als Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl arbeitslosen Ausländer verhältnismäßig stark angestiegen, liegt mit einem Anteil von aktuell 5,0 Prozent an allen Arbeitslosen aber immer noch auf einem geringen Niveau. Aktuell haben sich 755 Ausländer bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet. Noch bis in den Dezember hinein starteten Sprachkurse, die aufgrund einer Gesetzesänderung durch die Arbeitsagentur finanziert werden konnten. „Gegenwärtig besuchen wir jeden Kurs und vereinbaren individuelle Gesprächstermine. Aber auch viele Arbeitgeber suchen den Kontakt mit der Arbeitsagentur und erkundigen sich nach den Regelungen und Hilfen bei der Beschäftigung von ausländischen Personen“, so der Agenturchef. „Der Komplexität des Themas und der Dynamik bei den Gesetzesänderungen versuchen wir mit gezielten Informationsveranstaltungen zu begegnen und setzen auf individuelle Beratung“, berichtet er. 

Die Agentur für Arbeit Greifswald hat seit Januar 2015 verstärkt die Vermittlung älterer Bewerber in den Fokus genommen und im Rahmen eines Sonderprojektes zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt. „Es ist erfreulich, dass die Bemühungen Früchte getragen haben“, bilanziert Miraß. Die Arbeitslosenquote der über 55-jährigen verringerte sich überproportional von 16,2 Prozent im Dezember 2014 auf aktuell 14,1 Prozent. „Zu den herausragenden Eigenschaften älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gehören hohe soziale Kompetenz, Souveränität, Loyalität, Disziplin, Zuverlässigkeit und Diskretion. Alles Eigenschaften, die Arbeitgeber schätzen“, weiß der Agenturchef. 

Im Dezember 2015 befanden sich 870 Personen in einer beruflichen Weiterbildung. Das sind 35 weniger als im Vorjahr. Einen deutlichen Rückgang von 24,4 Prozent gab es dagegen bei den Arbeitsgelegenheiten. Im Dezember waren 902 Frauen und Männer auf dem sogenannten 2. Arbeitsmarkt beschäftigt. „Auch im Jahr 2016 wird sich der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente auf die direkte Unterstützung der Beschäftigungsaufnahme und eine Verbesserung der fachlichen Voraussetzungen der Arbeitsuchenden richten“, berichtet der Agenturchef. 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 15,9 Prozent,
Greifswald 10,2 Prozent,
Pasewalk 15,9 Prozent,
Ueckermünde 14,4 Prozent,
Wolgast 13,0 Prozent

In fast allen Geschäftsstellen konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang des Bestandes an arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern verzeichnet werden. Lediglich in Pasewalk stagnierte die Entwicklung (Dezember 2014: 15,9 Prozent)

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Beide Rechtskreise konnten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen. Im SGB II-Bereich profitierten grundsätzlich alle Personengruppen von der guten Marktentwicklung. Erwartungsgemäß ist allerdings die Zahl der arbeitslosen Ausländer gestiegen. Da sich nach der Bewilligung ihres Asylantrags Flüchtlinge bei den Jobcentern arbeitslos melden, fiel der Anstieg hier kräftiger aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im SGB II-Bereich allein 208 mehr arbeitslose Ausländer registriert. Im SGB III-Bereich waren es lediglich 48. 

Stellenmarkt

Im Dezember wurden 422 neue Arbeitsangebote durch den Arbeitgeberservice akquiriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das zwar 60 Offerten weniger, allerdings konnten im Jahresverlauf 6.221 Stellen und damit 4,4 Prozent mehr als 2014 eingeworben werden. Insgesamt betreuen die Vermittlerinnen und Vermittler des Arbeitgeberservice aktuell 1.495 offene Arbeitsstellen.  

Die größte Nachfrage stammt von Dienstleistungsunternehmen (555). Aber auch das Gastgewerbe (222), das Gesundheits- und Sozialwesen (168) und der Handel (123) signalisieren große Bedarfe.

Ausblick 

Auch für Januar und Februar rechnet der Agenturchef noch einmal mit einem saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor sehr aufnahmefähig. Trotz des zu erwartenden Anstiegs der Zahl arbeitsloser Ausländer rechne ich deshalb mit einer weiteren Verbesserung der Marktlage“, prognostiziert Miraß den Trend des Jahres 2016.

Agentur für Arbeit Greifswald

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