Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

Anbindung neuer Offshore-Windparks

Vorpommern-Greifswald | 11.03.2015

Offshore-Windpark; Foto: Thinkstock/iStock/Silkwayrain
Offshore-Windpark; Foto: Thinkstock/iStock/Silkwayrain

Das Energieministerium hat den Planfeststellungsbeschluss für den landseitigen Teil der geplanten Stromtrasse zur Anbindung der Windpark-Cluster „Westlich Adlergrund“ und „Arkona-See“ an den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission übergeben.

Für die Netzanbindung der Windparks hatte 50Hertz Transmission zwei Planfeststellungsverfahren, jeweils eins für den seeseitigen und eines für den landseitigen Teil der Trasse nach dem Energiewirtschaftsgesetz beim Energieministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern beantragt. Die Landtrasse geht vom Umspannwerk in Lubmin bis 600 Meter in den Greifswalder Bodden hinein. Dort sollen die landseitigen Kabel mit den seeseitigen verknüpft werden. 

Der Beschlussfassung ging ein komplexes Verwaltungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung voraus. Das bedeutet, es wurden die Planunterlagen ausgelegt und Anhörungen zu öffentlichen Belangen wie Umwelt, Schifffahrt, Fischerei, Militär und Forst durchgeführt. Hierbei wurden unter anderem die betroffenen Eigentümer und Umwelt- und Naturschutzverbände angehört. 

Der landseitige Genehmigungsabschnitt, ein drei Kilometer langes Erdkabel, verläuft vom Anlandepunkt der Seekabel in Lubmin am Greifswalder Bodden bis zum Netzverknüpfungspunkt im Umspannwerk Lubmin. Das Besondere ist das im Planfeststellungsbeschluss festgelegte Bauverfahren: Die Kabelrohre werden mit Hilfe von Horizontalbohrungen verlegt, so dass kein offener Graben entsteht. 

Die Bauarbeiten für den Landabschnitt müssen in Kürze beginnen, damit Eingriffe in die Natur gering gehalten werden. Das Vorhaben berührt Räume, wie den Greifswalder Bodden, der ein sensibles Ökosystem darstellt und dessen Beeinträchtigung durch den Bau auszugleichen ist. Um das sicherzustellen, sind der 50Hertz Transmission sehr umfangreiche Auflagen erteilt worden. So sind u.a. bauzeitliche Beschränkungen vorgesehen, die das Laichgeschehen des Herings schützen oder es wurden besondere Lärmschutzmaßnahmen angeordnet. Ebenso waren u.a. auch die Interessen von betroffenen Unternehmen am Industriestandort Lubmin zu berücksichtigen, wie z.B. der Nord Stream AG, der Gascade Gastransport GmbH sowie der EWN GmbH. 

Die beiden anzuschließenden Offshore-Windparks (OWP) haben ihre Genehmigungen im Jahr 2006 bzw. 2007 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erhalten. Die Windparks mit ca. 150 Anlagen sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren errichtet werden. Die jährliche Stromerzeugung reicht bilanziell für die Versorgung von mehr als einer halben Million Haushalte aus. 

Mit der Anbindung an den Netzknoten in Lubmin wird der Strom auf die großen ostdeutschen Stromautobahnen, die ursprünglich für das Lubminer KKW errichtet wurden, eingespeist und damit die ostdeutschen, aber auch die westdeutschen Verbrauchszentren versorgen. 

Iberdrola und E.ON planen mit dem Bau der beiden Offshore-Windparks mehr als 2,5 Milliarden Euro zu investieren. 

Bei den neuen Windparks handelt es sich nicht um die im LEP-ENTWURF ausgewiesenen möglichen neuen Eignungsgebiete im Küstenmeer, sondern um OWP in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik Deutschland (aWZ). Für mögliche Anlagen im Küstenmeer gibt es weder planerische Ausweisungen, noch Planungen und auch keine Genehmigungen oder konkreten Pläne für die Kabelanschlüsse.

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

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