Nordmetall

Tarifverhandlung für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie

Nordwestmecklenburg | 14.04.2016

Thomas Lambusch, Präsident von NORDMETALL
Thomas Lambusch, Präsident von NORDMETALL

In der zweiten Tarifverhandlung für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie hat NORDMETALL heute in Hamburg das bundesweit abgestimmte Angebot von 1,2 Prozent Entgeltsteigerung vorgelegt. Es sieht für die 110.000 Beschäftigten eine dauerhafte Einkommenserhöhung um 0,9 Prozent ab dem 1. April 2016 für die kommenden zwölf Monate vor. Darüber hinaus wird eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent als Wettbewerbskomponente angeboten, die die Arbeitskosten der Unternehmen nicht dauerhaft erhöht. Das Durchschnittseinkommen norddeutscher Metaller liegt schon jetzt bei gut 50.000 Euro im Jahr. 

Thomas Lambusch, Präsident und Verhandlungsführer von NORDMETALL: „Die ersten Zahlen unserer Frühjahrs-Konjunktur-Umfrage belegen ganz deutlich: Die Auftragslage in der Metall-und Elektroindustrie verschlechtert sich erheblich: Über 40 Prozent unserer Unternehmen verzeichnen Auftragsrückgänge gegenüber dem Vorjahr, und mehr als ein Drittel befürchtet die Fortsetzung dieses Negativ-Trends im Verlauf des Jahres bei der Geschäftslage. Währenddessen sehen sich 47 Prozent gar nicht in der Lage, Kostensteigerungen aufzufangen, weitere 45 Prozent können das höchstens teilweise. Jedes vierte Unternehmen fürchtet deshalb, seine Mitarbeiterzahl verringern zu müssen.“ Lambusch weiter: „Auch vor diesem Hintergrund ist unser Angebot fair und vernünftig. Es umfasst die beiden von der Gewerkschaft ins Feld geführten Kriterien Inflation und Produktivitätsfortschritt und bedeutet angesichts einer Preissteigerungsrate von gerade einmal 0,3 Prozent ein ordentliches Reallohnplus für die Beschäftigten. Dass die Gewerkschaft trotzdem eine Diskussion hierüber verweigert, macht eine Einigung nicht leichter“, bedauerte Lambusch. „Beide Seiten sind in der Verantwortung, einen realitätsnahen Tarifabschluss zu finden, der Arbeitsplätze sichert und eine Abwanderung der Produktion ins günstigere Ausland verhindert. Jetzt ist die Zeit für gemeinsame Standortsicherung und nicht für unbegründete Höhenflüge.“ Die dritte Tarifverhandlung im Norden findet am Donnerstag, dem 28. April 2016, in Lübeck statt. 

Quelle: NORDMETALL – https://www.nordmetall.de

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