Verhaltene Entwicklung im August

Deutsche Industrieproduktion: Verhaltene Entwicklung im August

Nordwestmecklenburg | 11.10.2012

Statistik
Statistik (c) Fotolia

Das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Bundesbank haben Zahlen zur Entwicklung der Industrieproduktion in Deutschland veröffentlicht. Demnach gab die Produktion Mitte des III.Quartals leicht nach.

Gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein saisonbereinigter Rückgang um -0,5%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Produktion damit bei -1,4%. Diese Zahlen waren vor dem Hintergrund der schwachen Entwicklung bei den Auftragseingängen so erwartet worden und stellen insofern auch keine größere Überraschung dar.

Auch im August zeigt sich einmal mehr, dass diese Zeitreihe regelmäßig von statistischen Gegenbewegungen gekennzeichnet ist. Verkürzt gesagt präsentierten sich die Bereiche stark, die einen schwachen Vormonat hinter sich haben und umgekehrt. Das führt dazu, dass etwa die Entwicklung im Bauhauptgewerbe im August rückläufig war (-2,8% M/M), nachdem sie im Juli noch spürbar zulegen konnte (+1,4% M/M). Damit ist dieser Bereich aber auch vorrangig für die verhaltene Bewegung im August verantwortlich. Genau andersherum verhält es sich bei der Energieerzeugung. Hier sehen wir nach einem schwächeren Juli-Wert (-1,2% M/M) nun eine freundlichere Tendenz (+1,5% M/M). Im aussagekräftigeren 2-Monats-Vergleich stehen der Energiebereich sowie die Investitionsgüternachfrage auf der Gewinnerseite, während im Bauhauptgewerbe aber auch bei den Konsumgütern die Nachfrage etwas abgenommen hat.

Überraschend freundlich präsentiert sich hingegen nach wie vor die deutsche Exportwirtschaft, wie das Statistische Bundesamt vermeldet hat. So legten die Ausfuhren im August saisonbereinigt um knapp 2,5% M/M zu. Insgesamt wurden im Berichtsmonat Waren im Wert von über 90 Milliarden Euro ausgeführt – mehr als die Hälfte im Übrigen in die Eurozone. Diese Widerstandsfähigkeit ist schon ein wenig überraschend, musste man doch annehmen, dass die realwirtschaftlichen Probleme der Handelspartner – auch und vor allem in Südeuropa – über den Exportkanal in Deutschland evident werden. Dass sich Deutschland diesen Effekten aber noch immer verhältnismäßig gut entziehen kann, spricht für die hohe Wettbewerbsfähigkeit. Die anhaltend freundliche Entwicklung der Außenwirtschaft stützt damit auch unsere Einschätzung, wonach Deutschland – anders als die Eurozone – um eine Rezession herumkommen dürfte.

Fazit: Die Industrieproduktion gab im August wenig überraschend etwas nach. Die positive Entwicklung im Vormonat sowie die schwachen Vorgaben von den Auftragseingängen hatten diesen Rücksetzer erwarten lassen. Die Produktion präsentiert sich somit Mitte des III. Quartals verhalten. Dies ist angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen jedoch kein Beinbruch.

Gerade die positive Entwicklung der Exporte unterstreicht einmal mehr die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Damit dürfte Deutschland an einer Rezession vorbeikommen, auch wenn Negativmeldungen in den verbleibenden Monaten des laufenden Jahres nicht ausbleiben werden.

Nord LB

 

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