Agentur für Arbeit Stralsund

Zahl der Beschäftigten in der Region Vorpommern-Rügen gestiegen

Vorpommern-Rügen | 09.01.2019

Agentur für Arbeit, Foto: Agentur für Arbeit Agentur für Arbeit, Foto: Agentur für Arbeit

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Landkreis Vorpommern-Rügen im Jahr 2018 angestiegen. Zum Stichtagswert im Juni 2018 gingen knapp über 74.500 Männer und Frauen in der Region einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das waren gut 1.000 mehr als noch im Jahr zuvor – ein Plus von 1,4 Prozent.

Für Dirk Hausweiler, den operativen Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Stralsund, ein gutes Zeichen. „Wir hatten bereits zum Jahresende einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit festgestellt. Mit einem Blick auf die Beschäftigtenzahlen zeigt sich: Es sind nicht nur demographische Effekte, die zu einem Abschmelzen der Arbeitslosenzahlen führten. Die Wirtschaft hat verstärkt Personalbedarfe und stellt Arbeitskräfte ein.“ 

Nach Branchen betrachtet gab es die stärksten Zuwächse im Baugewerbe. Hier stieg die Beschäftigtenzahl um fast 360 Personen (+6 Prozent). Am ungünstigsten verlief die Entwicklung dagegen im Bereich Handel und im Gastronomiegewerbe. In beiden Bereichen zusammengerechnet sank die Beschäftigtenzahl hier um über 350 Personen. 

„Es wird für die Tourismusbetriebe zunehmend schwieriger, Personal zu finden. Das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Wir entwickeln uns hin zu einem Bewerbermarkt. Und der Konkurrenzkampf um gute Fachkräfte spielt sich schon lange nicht mehr nur innerhalb einer Branche ab. Serviceorientiertes Personal – wie es üblicherweise vom Gastronomiegewerbe und im Handel gesucht wird – wird heute auch von anderen Bereichen umworben. So steigt natürlich für die Unternehmen der Druck, sich als Arbeitgeber attraktiv zu machen.“ 

Dabei geht es aus Sicht des stellvertretenden Agenturchefs nicht allein nur um höhere Entlohnung. Familienfreundliche Schichten, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten oder auch ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse sind einige Möglichkeiten, Arbeitskräfte zu finden oder auch im Unternehmen zu halten. Freie Stellen nicht zu besetzten kann aus Dirk Hausweilers Sicht dagegen keine Alternative sein: „Gerade in der Tourismuswirtschaft dreht sich alles um die Dienstleistung am Kunden. Dafür brauchen die Unternehmen qualifiziertes Personal. Wird am Service gespart, wird sich das perspektivisch auf die Urlaubsregion negativ auswirken.“ 

Das Thema Arbeitgeber-Attraktivität ist aus Sicht der Arbeitsagentur einer der Hauptschwerpunkte bei der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung. Denn bereits heute ist ein Viertel aller Beschäftigten älter als 55 Jahre.

„Viele Arbeitnehmer werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Junge Leute rücken nicht in ausreichendem Maße nach“, so Hausweiler. „Das ist keine Zukunftsmusik, sondern eine Entwicklung, die schon in den nächsten Jahren voll auf dem Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Viele Unternehmen haben sich darauf noch nicht in ausreichendem Maße vorbereitet.“ 

Dabei gibt es für den stellvertretenden Agenturchef durchaus Lösungsansätze: „Oftmals werden bei der Stellenbesetzung immer noch Personengruppen komplett ausgeklammert. Erziehende oder Schwerbehinderte gehören zum Beispiel dazu. Dabei sollten Unternehmen auf solche Arbeitskräftepotenziale eigentlich nicht verzichten.“ Auch die überregionale Vermittlung auf attraktive Stellenangebote sowie die Weiterbildung von Arbeitslosen oder den Beschäftigten in den Unternehmen kann dazu dienen, Fachkräfteengpässen vorzubeugen. Die Arbeitsagentur steht den Arbeitgebern der Region hierbei unterstützend und als beratender Partner zur Verfügung. Interessierte Unternehmen können ihren persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit kontaktieren oder sie wählen die kostenfreie Hotline des Arbeitgeberservice 0800 4 5555 20.

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