Zulieferfirmen im Netzwerk MAZA erfolgreich im internationalen Schiffbau

REAN GmbH kooperiert mit finnischem Weltkonzern Wärtsilä

Vorpommern-Rügen | 19.12.2017

Schiffsradar-Antennen werden auf dem neuen Vermessungsturm der REAN GmbH überprüft. Foto MAZA
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Schiffsradar-Antennen werden auf dem neuen Vermessungsturm der REAN GmbH überprüft. Foto MAZA

Die maritimen Zulieferbetriebe in Mecklenburg-Vorpommerns stärkstem Branchennetzwerk MAZA M-V e.V. nutzen seit Jahren nicht nur die Marktchancen in der Werftindustrie im eigenen Land, sondern auch im internationalen Schiffbau. Beispielsweise produziert die in Sassnitz auf Rügen ansässige REAN GmbH seit 2010 hochfrequente Mikrowellen-Scanner für einen renommierten Hersteller von Schiffsradar-Antennen. 

Nachdem der Auftraggeber SAM Electronics in Hamburg vor zwei Jahren vom maritimen Weltkonzern Wärtsilä aus Finnland aufgekauft wurde, ist die Zusammenarbeit von Wärtsilä SAM Electronics mit Partnerunternehmen aus dem Kooperationsverbund MAZA M-V, darunter die REAN GmbH, vertieft worden. Seit kurzem fertigt und liefert die Sassnitzer Firma nicht mehr nur Baukomponenten, sondern hat die komplette Fertigung der Schiffsradar-Antennen in einer eigens errichteten Produktionsstätte übernommen. 

Für die REAN GmbH, die mit 30 Beschäftigten seit 25 Jahren im maritimen Service- und Reparaturbereich sowie im Stahl- und Spezialbau tätig ist, bedeutet der erweiterte Antennenbau unternehmerisch einen Technologie- und Qualitätssprung. „Wir haben erstmals die Verantwortung für die Herstellung eines kompletten versandfertigen Produkts“, sagt Rainer Käning, Geschäftsführender Gesellschafter der REAN GmbH. Das heißt, dass neben der Fertigung und Montage der bis zu 4,20 Meter langen Schiffsradar-Antennen diese auch funktechnisch vermessen werden. REAN investierte rund 180.000 Euro in den Um- und Ausbau der firmeneigenen Produktionsstätte im Gewerbegebiet von Mukran. So wurde eine zusätzliche 350 Quadratmeter umfassende Montagefläche geschaffen, die alle für die Qualitätsproduktion der Antennen erforderlichen integrativ vernetzten technischen Voraussetzungen erfüllt. Zudem entstand ein 13 Meter hoher Vermessungsturm, auf dem jede einzelne Schiffsradar-Antenne einem computergestützten intensiven Funktionstest unterzogen wird. Die im Auftrag von Wärtsilä SAM Electronics hergestellten Antennen werden weltweit auf neu gebauten Kreuzfahrtschiffen und Offshore-Spezialschiffen montiert. Nach Angaben von REAN besitzt Wärtsilä SAM Electronics bei 14-Fuß-Antennen (4,20 Meter) einen Weltmarktanteil von 60 Prozent. In Sassnitz werden künftig jährlich 350 bis 400 Antennen in der Größe von 14 Fuß und auch im 8- bzw. 5-Fuß-Format produziert. 

Der vom Land Mecklenburg-Vorpommern geförderte Ausbau der Antennen-Fertigung bei REAN unterstreicht die strategische Ausrichtung des Kooperationsverbundes MAZA M-V, „die Produktion in den maritimen Zulieferbetrieben mit innovativen und effizienten Erzeugnissen und Leistungen international noch wettbewerbsfähiger zu machen“, betont Netzwerkmanagerin Antje Abert. Am Beispiel des prosperierenden Mitgliedsunternehmens REAN GmbH zeige sich, wie im Rahmen des Kooperationsverbundes MAZA M-V auch kleinere Unternehmen der Branche sich den hohen Produktivitäts- und Qualitätsansprüchen im Schiffbau stellen und sich erfolgreich im internationalen Wettbewerb behaupten können. Der Blick über die Landesgrenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus eröffnet den maritimen Zulieferfirmen neue Ge-schäftsfelder und Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Der Kooperationsverbund MAZA M-V, dem aktuell 33 Unternehmen angehören, möchte diesen Prozess vorantreiben und hat in diesem Jahr die Weichen dafür gestellt, um sich mit Jahresbeginn 2018 als Regionales Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau weiterzuentwickeln. „Wir wollen uns mit diesem Schritt für die Zukunft wappnen und die Arbeit in der Zulieferindustrie wissenschaftsbasierter, innovativer und leistungsfähiger gestalten“, skizziert Dr. Thomas Kühmstedt, Vorsitzender des MAZA-Vorstandes, das neu justierte Kernanliegen des Netzwerkes. „Die Rahmenbedingungen und die Anforderungen im Schiffbau ändern sich radikal, was die Zulieferer vor die Aufgabe stellt, neue Wege und Formen der Kooperation in der Branche zu finden und eigene Innovations- und Leistungspotenziale auszubauen.“

REAN-Chef Rainer Käning sieht in dem Schritt hin zu einem Hersteller kompletter Produkte eine enorme Herausforderung für sein Unternehmen. Doch im harten internationalen Wettbewerb müsse man für den Erfolg bereit sein, „ein gesundes Risiko zu tragen“ und auch die Kooperation mit einem Global Player wie Wärtsilä nicht zu scheuen. Er kündigte an, es gebe erste logistische Überlegungen, um unter Nutzung der neuen Möglichkeiten aus dem Regionalen Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau eine Lösung zu schaffen, die auch den Versand der Schiffsradar-Antennen in alle Welt von Sassnitz aus gewährleistet. 

Die Mitgliedsunternehmen von MAZA erwirtschaften im auslaufenden Jahr 2017 mit ihren voraussichtlichen anteiligen schiffbaurelevanten Zulieferleistungen im Umfang von 210 Millionen Euro rund zwei Drittel des gesamten Umsatzes im Kernbereich der Schiffbauzulieferindustrie im Land. Mit Hinweis auf das Erfolgsbeispiel REAN GmbH und im Ausblick auf das neue Jahr resümierte Netzwerksmanagerin Antje Abert, es komme auf dem Weg zum regionalen Innovationscluster in der ersten Etappe des Projekts jetzt darauf an, die „Innovationsfähigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen forciert zu stärken“.

Thomas Schwandt, im Auftrag von MAZA M-V

 

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