Prolupin GmbH

Prolupin eröffnet Chancen für Landwirte und Verbraucher

Vorpommern-Rügen | 23.08.2013

Prolupin-Werk in Grimmen eröffnet, Fotos: Claus E.Schwarz
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zur Bildergalerie zur BildergalerieWirtschaftsminister Harry Glawe und Landwirtschaftsminister Till Backhaus im Gespräch mit Katrin Petersen, Foto: Claus E.Schwarz

Wir essen zu viel, wir essen zu fett, wir ernähren uns ungesund. Millionen Menschen leiden unter Adipositas (Fettleibigkeit), haben zu hohe Cholesterinwerte oder reagieren allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, wie beispielsweise Lactose. Ein Ausweg aus diesem Dilemma stellt die Herstellung rein pflanzlicher Lebensmittel ohne jegliche tierische Bestandteile dar.

Um die Nachfrage der Lebensmittelindustrie nach diesen rein pflanzlichen Lebensmittelzutaten bedienen zu können, wurde vor sechs Monaten am Standort Grimmen mit dem Bau einer eigenen Produktionsstätte begonnen, die nun fertiggestellt ist und am 23.08.2013 in Betrieb genommen wurde.Geschäftsgegenstand der ProLupin GmbH ist die Gewinnung und Modifizierung von Proteinen der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat und deren gezielte Anwendung im Lebensmittelbereich. Lupinen sind ähnlich wie Soja Hülsenfrüchte. Zur Eröffnunsveranstaltung wurden die ersten Produkte präsentiert und zur Verkostung angeboten. Darunter Lebensmittel, wie z. B. Wurst, Brot, Eiersalat oder Muffins, die unter Verwendung von Lebensmittelzutaten aus der Blauen Süßlupine hergestellt wurden.

Kunden des Unternehmens sind Ingredienthändler, Ingredientverarbeiter und Lebensmittelproduzenten. Zielgruppen sind unter anderem Allergiker und Verbraucher mit hohem Ernährungsbewusstsein. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützte das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) mit rund 1,03 Millionen Euro.

Export ist langfristige Zukunftssicherung

"Erfreulich ist, dass die Ernährungswirtschaft im Land sich weiter positiv entwickelt und deutlich zugelegt hat", sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Freitag vor Ort. . Nach Angaben des Statistischen Amtes ist der Export im Zeitraum von Januar bis April dieses Jahres um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Insgesamt wurden Waren im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro exportiert. Bei Gütern der Ernährungswirtschaft (agrarische und weiterverarbeitete Produkte) wurde ein Ausfuhrvolumen von rund 0,9 Mrd. Euro (+44,2 Prozent) erreicht. "Export ist langfristige Zukunftssicherung für heimische Unternehmen. Exportierende Unternehmen sichern und schaffen Arbeitsplätze bei uns in Mecklenburg-Vorpommern", so Glawe abschließend.

Idee vor 10 Jahren in Groß Lüsewitz geboren

"Dies ist ein guter Tag für die Akteure von ProLupin, die nun die Früchte ihrer langen, harten und geduldigen Arbeit ernten können, für die Region und das Land, für die Landwirtschaft, die Biodiversität und letztendlich für die Verbraucherinnen und Verbraucher", betonte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am Freitag zur Eröffnung der ProLupin GmbH in Grimmen. "Als ich im Januar – zehn Jahre nach den ersten Lupinenproben in Groß Lüsewitz – das erste Mal Lupinen-Eis und Lupinen-Wurst in unserer M-V-Halle auf der Grünen Woche probieren konnte, war ich begeistert, welch eine Entwicklung die Lupine in unserem Bundesland genommen hat."

Die Idee, das Eiweiß aus der Blauen Süßlupine für Lebensmittel zu veredeln, wurde vor fast 10 Jahren im AgroBio Technikum in Groß Lüsewitz geboren. Inzwischen haben 14 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft eine erfolgversprechende Produktionslinie geschaffen. In der neuen Produktionsanlage von ProLupin in Grimmen bestehen 15 Arbeitsplätze.

Blaue Lupine verbessert Bodenfruchtbarkeit

"Wenn die Nachfrage nach der blauen Lupine nun steigt, ist dies nur gut für die Landwirtschaft", so der Minister, "denn mit einer hochwertigen Veredelung in der Region kann den Landwirten für diesen Rohstoff auch ein höherer Preis als für Massenrohstoffe bezahlt werden."

Außerdem optimiert die Lupine die Bodenfruchtbarkeit, muss als Leguminose nicht mit Stickstoff gedüngt werden und führt zu einer Verbesserung der Durchwurzelbarkeit sowie des Phosphor-Aufschlusses im Boden. "Schon jetzt ist sicher, dass die Nachfrage der ProLupin GmbH den Anbau von ca. 2000 ha blauer Lupine nach sich ziehen wird", betont Dr. Backhaus. "Das entspricht fast 80 % der Lupinenanbaufläche im vergangenen Jahr."

Ein wichtiger Effekt sei auch der Beitrag der Lupine für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit der Auflockerung der Fruchtfolge wird die Lebensgrundlage für Vögel und Insekten, vor allem Bienen, erweitert.

Die Landesforschungsanstalt hat ein Demonstrationsnetzwerk "Anbau blaue Lupine" vorbereitet, für das gerade der Förderantrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gestellt wurde. "Durch einen breiteren Anbauumfang von blauen Lupinen erwarten wir, dass die züchterische Bearbeitung der blauen Lupine weiterhin wirtschaftlich tragfähig", betonte Agrarminister Till Backhaus.

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