Arbeitslosenquote bereits im April unter der 10-Prozent-Marke

Deutliche Saisonbelebung am Arbeitsmarkt

Vorpommern-Rügen | 03.05.2017

Wartezone in der Agentur für Arbeit; Foto: Agentur für Arbeit
Wartezone in der Agentur für Arbeit; Foto: Agentur für Arbeit

11.090 Männer und Frauen waren im April im Agenturbezirk Stralsund ohne Job. Das sind fast 2.400 Personen (17,7 Prozent) weniger als im März. Im Vergleich der Agenturbezirke Mecklenburg-Vorpommerns ist dies der mit Abstand stärkste Rückgang im Land. Auch der Vorjahresvergleich ist bemerkenswert.

Im April 2016 mussten noch 13.248 Arbeitslose im Landkreis gezählt werden. Aktuell sind es 2.158 Personen (16,3 Prozent) weniger. Der Chef der Arbeitsagentur hatte zum Start in die Saison mit einer sinkenden Arbeitslosigkeit gerechnet. Dass dieser Rückgang so stark ausgefallen ist, hat aber auch den Arbeitsmarktexperten überrascht: „Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 9,8 Prozent“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Nur zum Vergleich: Vor einem Jahr hatten wir im gleichen Monat noch eine Beschäftigungslosigkeit von 11,8 Prozent zu verzeichnen. Unter die 10-Prozent-Marke sind wir im letzten Jahr sogar erst im Juli gefallen. Dass wir einen solchen Wert bereits im April erreichen, ist höchst ungewöhnlich.“

Die starken Rückgänge zeigten sich im Übrigen in allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes. Besonders auffällig waren aber die beiden Tourismusregionen des Landkreises. Auf der Insel Rügen sank die Beschäftigungslosigkeit binnen Monatsfrist um fast ein Drittel (-30,8 Prozent). Aktuell sind auf Deutschlands größter Insel 3.077 Männer und Frauen ohne Job. Die Arbeitslosenquote fiel von 13,2 Prozent im März auf jetzt 9,1 Prozent.

In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, zu der auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gehört, ging die Zahl der Arbeitslosen um 608 Personen (22,6 Prozent) zurück. Die Arbeitslosenquote sank von 10,5 auf 8,1 Prozent.  Das ist der niedrigste Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes. Einstellig ist die Arbeitslosenquote ebenfalls in der Geschäftsstelle Grimmen. Sie liegt rund um die Trebelstadt aktuell bei 9,3 Prozent. Auch die Hansestadt Stralsund verzeichnet Rückgänge in der Beschäftigungslosigkeit. 3.722 Männer und Frauen sind hier aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 233 Personen (5,9 Prozent) weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist mit einem Wert von 13,4 Prozent allerdings immer noch die höchste im Agenturbezirk.  

Betrachtet man den Arbeitsmarkt nach einzelnen Branchen wird deutlich: Vor allem der Hotel- und Gastronomiebereich und der Handel haben zusammen die stärksten Rückgange in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Auch die Baubranche sorgte mit ihren Personalbedarfen für einen dynamischen Saisonstart. Doch nicht nur die Wirtschaftsbereiche, die als typisch saisonabhängig gelten, beeinflussten den Arbeitsmarkt positiv. Auch im Bereich Verkehr, Logistik und im produzierenden Gewerbe sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat weiter zurückgegangen.  

Für den Chef der Arbeitsagentur ist im aktuellen Berichtsmonat auch ein Blick auf den Ausbildungsmarkt wichtig. 1.031 Jugendliche sind aktuell als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet. Das sind 53 (5,4 Prozent) mehr als im Vormonat.

Auf der anderen Seite wurden der Arbeitsagentur 1.241 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 194 (13,5 Prozent). 857 dieser Stellen sind aktuell noch unbesetzt. „Die Hotel- und Gastronomieberufe führen die TOP-10 der freien Ausbildungsplätze an“, so Dr. Radloff, „doch die Auswahl an Möglichkeiten geht weit über den Tourismusbereich hinaus. Handel, Handwerk oder technische Berufe – die Zahl der freien Stellen ist in allen Branchen noch hoch. Sogar Fertigungsmechaniker/in oder Kraftfahrzeugmechatroniker/in sind noch frei.“ Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Betrachtung des Ausbildungsmarktes natürlich nur eine vorläufige Momentaufnahme. Schließlich endet das Berufsberatungsjahr erst am 30. September.

Für Dr. Radloff ist aber schon ein Trend abzulesen. „Vermutlich werden wir auch in diesem Jahr wieder deutlich mehr freie Stellen als unversorgte Bewerber am Ausbildungsmarkt haben. Darauf müssen die Unternehmen reagieren. Denn jede nicht besetzte Ausbildungsstelle ist eine Personallücke in der Zukunft.“

Agentur für Arbeit Stralsund

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