MeLa 2016

Wege aus der Milchkrise – bestimmendes Thema auf der MeLa

Rostock | 16.09.2016

Wege aus der Milchkrise – bestimmendes Thema auf der MeLa Foto: Ove Arscholl
Wege aus der Milchkrise – bestimmendes Thema auf der MeLa Foto: Ove Arscholl

Das allgegenwärtige Thema, wie den Milchbauern in Deutschland schnell und zugleich nachhaltig geholfen werden kann, wurde im Rahmen der 26. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in Mühlengeez am Donnerstag, 15.September 2016 in einem Podiumsgespräch sach- und lösungsorientiert behandelt. 

 

 

Brauchen wir neue vertragliche Beziehungen in der Milchwirtschaft zur Bewältigung der Krise? – Dieser Frage widmeten sich unter der Gesprächsleitung von Norbert Bosse, Moderator und Journalist, die Podiumsteilnehmer: Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister in M-V, Gerd Göldnitz, Vizepräsident des Bauernverbandes M-V, Dr. Andreas Eisen, Bereichsleiter Betreuung und Beratung des Genossenschaftsverbandes e.V. und Christian Karp, Landesvorsitzender M-V des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM).

„Der Übergang von der Quotenregelung in das marktliberale System hat nicht nur einen Strukturwandel eingeleitet, sondern auch zukunfts- und wettbewerbsfähige Betriebe in die Insolvenz gehen lassen, weil sie erhebliche Investitionen in moderne Technik, Stallumbauten und mehr Tierwohl getätigt haben.“, stellte Agrarminister Dr. Till Backhaus gleich zu Beginn des Podiumsgespräches fest. Allein in Mecklenburg-Vorpommern mussten 68 Milchbetriebe schließen und ein Ende sei nicht in Sicht, wenn nicht schnellstens gehandelt werde. Der ländliche Raum stehe mit seiner Wirtschaftlichkeit auf dem Spiel, so der Minister weiter.

Damit unterstrich er nochmals die eindeutige Aussage der Herbst- Agrarministerkonferenz, dass die bäuerliche Milchviehhaltung in Deutschland für eine flächendeckende Landwirtschaft und den Erhalt vitaler ländlicher Räume von besonderer Bedeutung ist.

Doch welche Instrumente können die dramatische Lage in der Milchviehhaltung langfristig wirklich verbessern? Milchmengenreduzierung, die Anpassung des § 148 zu den Vertragsbeziehungen im Sektor Milch und Änderungen an den genossenschaftlichen Lieferbeziehungen können wirksame Stellschrauben sein.

Dr. Andreas Eisen vom Genossenschaftsverband e.V. mahnte, hier die Besonderheiten und Vorteile von Genossenschaften zu berücksichtigen. Gerade in der derzeitigen Milchkrise wird verlangt, dass sich die Milcherzeuger zu größeren Einheiten zusammenschließen, um gegenüber dem dominanten Einzelhandel die Kräfte zu bündeln. Dies sei der Grundgedanke jeder Genossenschaft, um Ziele gemeinsam besser zu erreichen.

Gerd Göldnitz, Vizepräsident des Bauernverbandes M-V e.V., kritisierte jedoch die langfristigen und festen Vertragsbindungen beim Genossenschaftswesen, die keinerlei Flexibilität für die Milchproduzenten zulassen. Auch müsse die Stimmenverteilung innerhalb der Genossenschaften geändert werden. Es könne nicht angehen, dass ein Betrieb mit 20 Milchkühen das gleiche Stimmrecht habe, wie ein Betrieb mit 200 Tieren. Diese Position vertrat auch Christian Karp, Landesvorsitzender M-V des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM).

Bauernverband MV

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