Wiederholungsaufspülung zur Verstärkung der Schutzdüne Westdarß

StALU MM sichert Küstenschutzsystem vor Ahrenshoop

Rostock | 08.01.2019

Sandaufspülung Ahrenshoop mittels Rohrleitung vom Hopperbagger
Sandaufspülung Ahrenshoop mittels Rohrleitung vom Hopperbagger

Im November 2018 erfolgte durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) als Bauherr die Wiederholungsaufspülung der Schutzdüne Westdarß im Küstenbereich vor Ahrenshoop.

Notwendig wurde die Aufspülung, da das Küstenschutzsystem in diesem Küstenabschnitt vor der Maßnahme nicht mehr in der Lage war, eine sehr schwere Sturmflut zu kehren. Ein Durchbruch der Ostsee in die Bodden hätte weitere Orte an der Boddenküste gefährdet. Mit der erfolgten Aufspülung ist nun der Sturmflutschutz in diesem Bereich wiederhergestellt worden. 

Der sandige Küstenabschnitt am Westdarß ist einer der am stärksten hydrodynamisch belasteten Küstenabschnitte im Land. Jährlich verliert die Küste dort 10 bis 15 Kubikmeter Sand pro Meter. Nach einer Sturmflut, wie der vom Januar 2017, sind deutlich höhere Rückgangswerte zu verzeichnen. Bei Eintritt einer erneuten schweren Sturmflut bestand vor der Maßnahme die Gefahr des Dünendurchbruches. Der landwärtige Deich hätte die Belastungen durch auflaufende Wellen und Wasserstand nur bedingt abfedern können. Die Sedimentdefizite im Bereich von Vorstrand, Strand und Düne müssen regelmäßig ausgeglichen werden, zuletzt erfolgt 2016 (360.000 Kubikmeter Sand), 2009 (260.000 Kubikmeter) und 2006 (412.000 Kubikmeter). 

Mit der Wiederholungsaufspülung 2018 wurde ca. 100.000 Kubikmeter Sand aus der Lagerstätte „Darßer Ort“ in zwei Teilabschnitte (land- und seeseitig) eingebaut. Die Kosten für die Aufspülung betrugen rund 1 Million Euro. 

Auf Basis neuer Erkenntnisse zur Kampfmittelbelastung der Ostsee wurden inzwischen fast alle Sandlagerstätten des Landes als kampfmittelbelastet eingestuft. Daraus ergaben sich grundsätzlich höhere Anforderungen an die Vorerkundung der Lagerstätten und die Separation von Kampfmitteln bei der Sandentnahme. Der aufgespülte Sand wurde direkt auf dem Schiff aufwendig gesiebt, so dass die Verbringung von Kampfmitteln an Land ausgeschlossen war. 

Mit der anschließenden Strandhaferbepflanzung wird die Düne vor Auswehungen geschützt und zudem erreicht, dass sich vom Strand herangewehter Sand in den Dünen sammelt und nicht ins Hinterland transportiert wird.

Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg

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