Agentur für Arbeit Rostock

Rostocker Arbeitsmarkt: Stabil und auf gutem Niveau

Rostock | 29.08.2013

Agentur für Arbeit
(c) Bundesagentur für Arbeit

„Im zu Ende gehenden Monat waren in unserer Region genau 20.852 Menschen arbeitslos gemeldet“, berichtet Christoph Möller, Leiter der Rostocker Arbeitsagentur. „Das ist der niedrigste Augustwert seit der Wiedervereinigung. Zum Vergleich: Im August 2007 wiesen wir eine Arbeitslosenzahl von 32.660 aus. Der damalige Wert liegt rund 57 Prozent über dem heutigen Niveau.“

Demografische Effekte, eine gute wirtschaftliche Entwicklung in der Region, aber auch das zielgerichtete Einsetzen von Förderinstrumenten durch die Arbeitsagentur sind ursächlich dafür, dass die Arbeitslosenquote von damals 14,8 auf gegenwärtig 9,7 Prozent sank.

Im Vergleich zum August 2012 fiel die Arbeitslosenquote aktuell um 0,6 Punkte. Vor einem Jahr waren 22.066 Personen arbeitslos, 1.214 mehr als heute. „Mit Blick auf den vorangegangenen Monat, den Juli 2013, stellen wir jedoch einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 145 Personen fest. Die Arbeitslosenquote nahm leicht um 0,7 Punkte zu“, charakterisiert Möller die aktuelle Entwicklung.

„Das bedeutet aber nicht, dass der Arbeitsmarkt ohne Bewegung ist“, führt der Agenturchef weiter aus. „Mehr als 1.800 Personen beendeten im August 2013 ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung. Das sind 15,4 Prozent mehr als im Juli 2013. Auf der anderen Seite verloren aber auch etwa 1.700 Menschen ihre Arbeit und meldeten sich arbeitslos.“

Viele Unternehmen der Rostocker Region suchen nach wie vor Arbeitskräfte. Allein im August 2013 meldeten sie der Arbeitsagentur 974 offene Stellen, 107 mehr als im Vorjahresmonat. „Mit diesen aktuell angezeigten Stellen befinden sich insgesamt 2.045 freie Stellen in unserem Bestand, 181 weniger als vor einem Jahr“, erläutert Christoph Möller.

Zeitarbeitsfirmen haben gegenwärtig mit 438 offenen Stellen den größten Arbeitskräftebedarf, gefolgt von Hotels und Restaurants (232 Stellen), Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesen (207), dem Handel (165) und dem Verarbeitenden Gewerbe (161). Während – übers Jahr gesehen – die Kräftenachfrage im Gastgewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialbereich stieg und im Handel fast konstant blieb, meldeten Zeitarbeitsfirmen rund 20 Prozent weniger offene Stellen.

Die Rostocker Arbeitsagentur ergreift gemeinsam mit den regionalen Jobcentern vielfältige Initiativen, um Menschen und Arbeitsstellen zueinander zu bringen. Unter dem Motto „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ richtet sich im Jahr 2013 der Fokus der beruflichen Weiterbildung auf junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Fast 800 Personen der Altersgruppe der bis 35-Jährigen nahmen seit Jahresbeginn an Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung teil.

Christoph Möller: „Eine gute Qualifikation ist die Eintrittskarte auf den Arbeitsmarkt. Und in nahezu allen Branchen werden qualifizierte Fachkräfte gesucht. Mit der Förderung beruflicher Kompetenzen unterstützen wir deshalb nicht nur arbeitslose Menschen. Letztlich kommt diese Initiative auch den zukünftigen Arbeitgebern und damit unserer Region zu Gute.“ Insgesamt fast 12 Millionen Euro planen die Rostocker Arbeitsagentur und die hiesigen Jobcenter im laufenden Jahr für die Förderung beruflicher Weiterbildung ein.

Auf dem Ausbildungsmarkt suchen noch 514 Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildung. Ihnen stehen 639 offene Lehrstellen gegenüber. Vor einem Jahr waren noch 479 jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle, die Zahl der freien Lehrstellen lag bei 613.

Auszubildende im Kochberuf, im Hotelfach und im Restaurantfach werden noch besonders oft gesucht. Insgesamt kommen über 30 Prozent aller offenen Lehrstellen aus diesen drei Berufen. Dem gegenüber stehen Berufe im Verkauf ganz oben auf der Wunschliste der Bewerber: Mehr als 16 Prozent möchten in diesem Bereich eine Ausbildung beginnen.

„Wir unternehmen große Anstrengungen, um Ausbildungsuchenden und Lehrbetrieben zu helfen, zueinander zu kommen“, sagt der Rostocker Agenturchef. „Bislang haben 1.420 Bewerberinnen und Bewerber mit unserer Unterstützung einen Ausbildungsplatz oder eine andere berufliche Alternative gefunden.“

Christoph Möller macht darauf aufmerksam, dass zwei Drittel derjenigen, die noch eine Lehrstelle suchen, den Schulabschluss im Jahr 2012 oder davor erwarben. „Vor diesem Hintergrund appelliere ich an alle Schüler, sich schon zu Beginn ihres letzten Schuljahres an die Berufsberatung der Arbeitsagentur zu wenden. Wer sich nicht rechtzeitig um eine Ausbildungsform nach der Schule kümmert, riskiert, längere Zeit ohne Qualifikation zu sein und gute Arbeitsmarktmöglichkeiten zu verschenken.“

Termine bei der Berufsberatung können kostenlos unter der Telefonnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

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