Rostock Port

Rekordergebnisse beim Güterumschlag und Passagierverkehr in Rostock

Rostock | 12.01.2018

Rostock Port GmbH
Rostock Port GmbH

In der Hafenstadt Rostock wurden im vergangenen Jahr 28,8 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das waren 200.000 Tonnen bzw. knapp ein Prozent mehr als im Jahr 2016. Damit wurde das höchste Umschlagergebnis in der Geschichte des Rostocker Hafens erzielt.

Allein im Überseehafen Rostock gingen 26,9 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. Weitere 1,9 Millionen Tonnen wurden laut Hafen- und Seemannsamt Rostock im Fracht- und Fischereihafen, Chemiehafen und anderen Hafenanlagen der Hansestadt bewegt. Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 200.000 und damit ebenfalls auf einen neuen Bestwert von 2,5 Millionen Reisenden.

 „Rostocks Hafen brummt, und das ist gut für Stadt und Land. Mit diesem hervorragenden Ergebnis haben die Häfen und Unternehmen links und rechts der Warnow ihre hohe Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Jahr 2017 eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, betonte Jens A. Scharner, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH.

Überseehafen Rostock

Mit 26,9 Millionen Brutto-Tonnen umgeschlagener Güter im Jahr 2017 erzielten die Unternehmen des Rostocker Überseehafens nach 2016 mit 26,8 Millionen Tonnen erneut ein sehr hohes Umschlagergebnis. Es ist das zweitbeste Umschlagergebnis in der fast 60jährigen Geschichte des Universalhafens. Nur im Jahr 2008 gingen mit 27,2 Millionen Tonnen noch mehr Güter über die Kaikanten. 

„Trotz einer Vielzahl von Herausforderungen und einem starken Wettbewerbsumfeld konnten die überaus guten Umschlagergebnisse der Vorjahre wiederholt und sogar ein kleines Plus erzielt werden. Dies ist umso bemerkenswerter, da Verluste in sehr tonnenintensiven Umschlagsegmenten durch das Wachstum im Fähr- und RoRo-Verkehr mehr als aufgefangen werden konnten.

Die derzeit laufenden Investitionen schaffen die Voraussetzungen für einen weiteren Wachstumsschub im Rostocker Überseehafen. So werden 2018 durch uns Anleger für zunehmend größere und längere Schiffe sowie durch unsere Partner eine zusätzliche Halle für wertschöpfungsintensive Stückgüter entstehen. Gleichzeitig wachsen neue Getreidelager- und –umschlageinrichtungen sowie ein gigantischer Schwerlastkran bei Liebherr in die Höhe“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH. 

Insgesamt verzeichnete der Überseehafen Rostock 7.752 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen im vergangenen Jahr, davon allein 5.874 Anläufe von Fähr- und RoRo-Schiffen. 

Der Schüttgutumschlag lag im vergangenen Jahr mit insgesamt sieben Millionen Tonnen sechs Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Export von Weizen war auf Grund schlechterer Ernteergebnisse rückläufig. Im Vergleich zum Jahr 2016 wurden rund 600.000 Tonnen Weizen weniger verschifft. Einbußen gab es auch beim Umschlag von Zement und KAS (Kalkammonsalpeter). Sehr positiv entwickelte sich der Umschlag von Raps auf 627.000 Tonnen (+ 60 %).

Der Getreideumschlag bleibt trotz der Rückgänge beim Weizenexport mit etwa 2,8 Millionen Tonnen die Hauptschüttgutart im Überseehafen. „Auf Pier IV entsteht bis zum Jahresende 2018 eine neue Getreidesilo- und Verladeanlage mit 160.000 Tonnen Silokapazität. Neben der weiteren Aufwertung Rostocks als Getreideexporthafen ist insbesondere die zusätzliche Verladekapazität von 1200 Tonnen Getreide pro Stunde bedeutsam“, erläutert Jens A. Scharner. 

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 2,7 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau. Im vergangenen Jahr wurde mehr Biodiesel, Naphtha und Gasöl über die Rostocker Kaikanten gepumpt, aber weniger Heizöl und Benzin. 

Einen Rückgang auf 630.000 Tonnen gab es beim Umschlag von Stückgütern. Es wurden weniger Brammen und Windkraftanlagen über die Kaikanten gehievt. Zuwächse gab es beim Umschlag von Blechen und Krananlagen.

Rollender Güterverkehr legt erneut zu 

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, zog der Umschlag erneut an. Insgesamt stieg die Menge um 630.000 Tonnen auf 16,6 Millionen Tonnen (+ 4 Prozent zum Vorjahr). Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 62 Prozent. 

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW-Einheiten stieg an: von 354.170 im Jahr 2016 auf 383.373 im vergangenen Jahr. Ebenso, wenn auch geringfügig, die Anzahl umgeschlagener Trailer: von 122.352 auf 122.680 im letzten Jahr. Die beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahmen hingegen ab: von 20.358 auf 14.564. Die Zahl der beförderten Pkw stieg im Vergleich zu 2016 um zwölf Prozent auf 482.000 an. „Hohe Wachstumsraten im begleiteten Lkw- sowie im Pkw-Verkehr stellten 2017 die Höhepunkte der Umschlagentwicklung im Überseehafen dar“, sagt Dr. Gernot Tesch. 

Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) konnten 2017 erneut mehr als zwei Millionen Tonnen Güter bewegt werden. Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten stieg von 69.824 im Jahr 2015 und 76.012 im Jahr 2016 auf 80.288 Einheiten– und damit um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das KV-Netz wurde kontinuierlich verdichtet und ausgebaut. Derzeit verkehren wöchentlich 35 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (14), Hamburg (5), Karlsruhe (5), Halle/Schkopau (2), Brünn (6), und Wuppertal (3 Mal ab 23. Januar 2018 anstelle der bis dahin verkehrenden Duisburg-Verbindung). Die Entwicklung im Kombinierten Verkehr verlief im vergangenen Jahr dagegen durchwachsen, insbesondere wegen der Reduzierung der Abfahrten nach Finnland wie auch Qualitätsproblemen im Netz im Hinterland des Hafens Rostock. Die Verlagerung des Novara-Zuges im zweiten Quartal 2017 wie auch die Einstellung des einmal wöchentlich verkehrenden Wels-Zuges zum Jahreswechsel wirkten sich daher dämpfend auf die KV-Mengen aus, während die Verbindungen nach Brünn und Verona Frequenzerhöhungen erfuhren. „Mit Partnern arbeiten wir weiterhin daran, einzelne Relationen zu verdichten und neue KV-Verbindungen aufzubauen. Umso erfreulicher ist es, dass mit einem starken Engagement zum Beispiel von Stena Line, Deucon und der Preßnitz-talbahn eine neue Ganzzugverbindung für Containertransporte zwischen Rostock und Halle/Schkopau aufgebaut werden konnte, die Rostock mit dem mitteldeutschen Chemiedreieck verbindet. Diesen kooperativen Ansatz zur Entwicklung neuer Logistikkonzepte gilt es auszubauen“, so Dr. Gernot Tesch. 

Im Jahr 2017 wurden 706.000 Tonnen Papier im Überseehafen verladen. Der Löwenanteil am Papierumschlag wird durch UPM erbracht. Der finnische Papierkonzern hatte Anfang 2015 sein Papiergeschäft in der südlichen Ostsee auf Rostock konzentriert. 

„Wenn es uns gelingt, ausreichend Flächen am seeschifftiefen Wasser bereitzustellen, werden wir auch weitere Ansiedlungen im Logistik- und Industriebereich erleben. Neben der weiter laufenden internen Flächenoptimierung ist es allerhöchste Zeit, die Flächenvorsorge für die kommenden Jahrzehnte über eine externe Hafenerweiterung in Angriff zu nehmen“, erklärt Dr. Gernot Tesch. 

205 Anläufe von 43 Schiffen an 122 Tagen erwartet 

Die Kreuzfahrtsaison 2018 beginnt im Warnemünder Kreuzfahrthafen am 8. April mit dem Anlauf des Passagierschiffes „Boudicca“ der englischen Reederei Fred Olsen Cruise Lines. „Insgesamt werden in diesem Jahr 205 Anläufe von 43 Kreuzfahrtschiffen erwartet. Das Interesse an Ostseekreuzfahrten ist sowohl im internationalen als auch im nationalen Markt weiter steigend“, sagt Jens A. Scharner. 180 Mal werden die Schiffe in Warnemünde und 25 Mal im Überseehafen anlegen. Neun Schiffe nehmen erstmals Kurs auf die Warnowmündung: „Brilliance of the Seas“, „Britannia“, „Marella Discovery“, „MSC Orchestra“, „Norwegian Breakaway“, „Sapphire Princess“, „Seven Seas Navigator“, „Viking Sun“ und „Zenith“. An 122 Tagen des Jahres 2018 werden Kreuzfahrtschiffe den Hafen an der Warnow anlaufen. 

Die Rostocker Reederei AIDA Cruises wird mit „AIDAdiva“ und „AIDAmar“ erneut mit zwei Schiffen von ihrem Ostseebasishafen Warnemünde operieren. 43 von insgesamt 53 Passagierwechselanläufen wurden von AIDA für 2018 angemeldet. Neun Passagierwechselanläufe des Schiffes „Zenith“ werden von der spanischen Kreuzfahrtreederei Pullmantur im Überseehafen durchgeführt, und einmal wechselt das Schiff „Berlin“ von FTI seine Passagiere in Warnemünde. Zudem sind 57 so genannte Teilreisewechsel von den italienischen Reedereien Costa und MSC Cruises sowie den amerikanischen Reedereien Norwegian Cruise Line und Princess Cruises geplant, bei denen insbesondere italienische und deutsche Passagiere an bzw. von Bord gehen. 

Im Fahrplan 2018 stehen 39 Anläufe von sehr großen Passagierschiffen mit einer Schiffslänge von über 300 Metern: „Britannia“ und „Regal Princess“ mit jeweils 330 Metern Länge, „Norwegian Breakaway“ mit 324 Metern sowie „Celebrity Silhouette“ und „Celebrity Eclipse“ mit 319 und 317 Metern Länge. Mit einer Bruttoraumzahl von 145.655 ist „Norwegian Breakaway“ das größte Schiff der Saison. 

Die Reederei Viking Ocean Cruises mit Sitz in der Schweiz hat Warnemünde insgesamt 24 Mal in die Fahrpläne ihrer vier baugleichen Schiffe „Viking Sea“, „Viking Sky“, „Viking Star“ und „Viking Sun“ aufgenommen. 

In diesem Jahr sind drei Anläufe des Passagierschiffes „Albatros“ von Phoenix Reisen im Dezember avisiert, so dass die Kreuzfahrtsaison 2018 in Warnemünde erst kurz vor Weihnachten zu Ende gehen wird. 

Projekte und Investitionen 

„Im Jahr 2017 investierte die ROSTOCK PORT GmbH rund 17 Millionen Euro in die Infrastruktur und die Verbesserung der Abläufe im Hafen“, so Jens A. Scharner. Im Rahmen der Verkehrsertüchtigung wurden drei Teilvorhaben in Angriff genommen beziehungsweise abgeschlossen: Im November 2017 wurde mit dem ersten Bauabschnitt der neuen Teilanschlussstelle von der Bundesautobahn in den östlichen Seehafen begonnen. Der Rückbau des alten Stellwerkes an der Bundesautobahn sowie der Neubau einer zweispurigen Verkehrsbrücke in das Hafengebiet östlich des Ölhafens wurden im Verlauf des letzten Jahres fertiggestellt. 

Um die gewachsenen Verkehre und Umschlagaktivitäten im RoRo-Bereich zu unterstützen, wurde das Bürogebäude im südlichen Hafengebiet zurückgebaut. Nach dem Abriss wurde die entstehende Fläche für Trailer-Stellplätze befestigt. Südlich der Kaihalle 7 wurden brachliegende Flächen geebnet und für die Flächenbefestigung vorbereitet. Rund eine Million Euro wurden in den Bau eines neuen Wassersammlers in diesem Bereich investiert.

Im Ölhafen wurden von ROSTOCK PORT im vergangenen Jahr rund vier Millionen Euro investiert, um den östlichen Querkai und die Steganlage an den Liegeplätzen 3 und 4 zu erneuern. 

Zwei Nachhaltigkeitsprojekte des Hafenbetreibers wurden umgesetzt: Als gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme für Hafeninfrastruktur-projekte investierte ROSTOCK PORT in die Schaffung eines parkähnlichen Areals auf rund 20 Hektar östlich der Werftallee in Groß Klein. Mit ersten Maßnahmen wurde bereits 2016 begonnen. Dieses Grundstück befindet sich im Eigentum von ROSTOCK PORT und wurde als naturnaher Erlebnisraum aufgewertet.

Des Weiteren hat ROSTOCK PORT die Aufwertung des „Diedrichshäger Moores“ südlich von Warnemünde im Jahr 2017 abgeschlossen. Lediglich Baustraßen und Zuwegungen sind noch zurückzubauen. Diese Maßnahme wurde 2009 genehmigt und planfestgestellt. Sie wird für zukünftige Ausbaumaßnahmen im existierenden Sondergebiet Hafen als naturschutz-fachliches Kompensationspotential über ein Ökokonto dem Hafen zur Verfügung stehen. Das Projekt geht 2018 in die dreijährige Überwachungs- und Pflegephase. 

Nach Sanierung der Liegeplätze 21 und 22 im letzten Jahr wurde für den Neubau des Liegeplatzes 23 nach erfolgreichem Abschluss des Notifizierungsverfahrens bei der EU-Kommission im Jahr 2016 mit den Vorbereitungen zur EU-weiten Ausschreibung begonnen. Noch im Dezember 2017 wurde der Hansestadt Rostock ein Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 13,5 Millionen Euro durch die Landesregierung übergeben. Der Neubau der 270 Meter langen und über 50 Jahre alten Kaianlage am Liegeplatz 23 befindet sich an der Ostseite des Hafenbeckens B und ist Teil des Schüttgutterminals von Pier III. Das Schüttgutterminal an den Liegeplätzen 23 und 24 dient hauptsächlich dem Import von Steinkohle für das nahegelegene Kraftwerk. „Um größere Massengutfrachter bedienen und damit die Effektivität des Umschlags erhöhen zu können, muss die Wassertiefe am Liegeplatz 23 von derzeit 11,50 auf 14,50 Meter steigen. Da die bestehende Kaikonstruktion sanierungsbedürftig und eine Erhöhung der Wassertiefe hier technisch nicht möglich ist, wird der Neubau von Liegeplatz 23 in Angriff genommen. Zudem wird die Flächenbelastbarkeit der Kaianlage von zwei auf fünf Tonnen pro Quadratmeter erhöht. Die Bauarbeiten sollen im Juni 2018 starten und bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein“, sagt Dr. Gernot Tesch. Im nördlichen Anschlussbereich zum Liegeplatz 24 wird die Kaikonstruktion bereits für den zukünftigen Ausbau auf 16,50 Meter Wassertiefe vorbereitet. „Das gesamte Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro ist der Startschuss für den auf die geplante Seekanalvertiefung ausgerichteten Wasserbau im Überseehafen Rostock. Ziel ist es, nach der vom Bund geplanten Seekanalvertiefung sofort für große Massengutfrachter angebotsfähig zu sein“, sagt Jens A. Scharner. 

Für Investitionen in Flächen und Gebäude plant ROSTOCK PORT in diesem Jahr etwa 4,5 Millionen Euro, für die Erneuerung von Kaianlagen etwa 30 Millionen Euro.

Ein Baubeginn ist in diesem Jahr für fünf Großvorhaben vorgesehen: der Neubau von Liegeplatz 23, die Schwerlastertüchtigung von Liegeplatz 15 auf Pier III, der Neubau bzw. die Optimierung der Liegeplätze 50 und 62/63 sowie der Bau eines neuen Cruise Center am Liegeplatz P8 in Warnemünde. 

Weitere Informationen: www.rostock-port.de

 

 

 

 

 

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