Bundesregierung soll maritime Wirtschaft stärken

IHK Nord fordert Gesamtstrategie für Wachstum und Beschäftigung

Rostock | 03.04.2013

IHK Nord fordert Gesamtstrategie für Wachstum und Beschäftigung in der maritimen Wirtschaft
Position

Die IHK Nord, der Zusammenschluss von 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, hat die Bundesregierung aufgefordert, die maritime Wirtschaft im Zuge einer Gesamtstrategie für Wachstum und Beschäftigung zu stärken und die politischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Im Vorfeld der 8. Nationalen Maritimen Konferenz am 8. und 9. April in Kiel verlangen die IHKs in einem Positionspapier außerdem zusätzliche Investitionen in die Verkehrsanbindungen der deutschen Seehäfen an das Hinterland sowie eine schnelle Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals.

Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg, sagte: „Die maritime Wirtschaft ist von herausragender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Technologie-, Produktions- und Logistikstandort.“ Etwa 25 Prozent des Außenhandels wickelt Deutschland über seine Seehäfen ab. Wichtige Rohstoffe für die großen Schlüsselindustrien werden fast ausschließlich über Wasserwege beschafft. „Die maritime Wirtschaft ist eine Hochtechnologiebranche. Mit rund 400.000 Arbeitsplätzen und einem jährlichen Umsatz von mehr als 54 Milliarden Euro zählt sie zu den wichtigsten und innovativsten Wirtschaftszweigen in Deutschland“, so Melsheimer.

Mit Blick auf die norddeutschen Verkehrsprojekte fordert der IHK Nord-Vorsitzende, einen Schwerpunkt „Seehafenhinterlandanbindungen“ im nächsten Bundesverkehrswegeplan zu verankern. Ausbauvorhaben, für die bereits Baurecht vorliegt, sollten zügig umgesetzt werden. Dies gelte derzeit besonders für die Maßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal. Melsheimer betonte, dass die Seehäfen auch für die Energiewende von nationaler Bedeutung seien. Dies müsse sich auch bei der Fortschreibung des „Nationalen Hafenkonzeptes“ widerspiegeln.

Die IHK Nord verlangt in ihrem Positionspapier, das nationale Schiffbau-Zukunftskonzept „LeaderSHIP Deutschland“ weiterzuführen und umzusetzen. Zudem müssten die Schifffahrtsbeihilfen des Bundes in Höhe von rund 58 Millionen Euro verstetigt und die Tonnagesteuer beibehalten werden. Melsheimer forderte die Bundesregierung auf, den „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“ zur nachhaltigen Nutzung der Meere zu verwirklichen. Bei Umwelt- und Klimaschutzauflagen sei hingegen mehr Augenmaß nötig. Der IHK Nord-Vorsitzende hob hervor, dass gerade die Schifffahrt gemessen am spezifischen Energieeinsatz bereits heute der effektivste Verkehrsträger sei.

www.ihk-nord.de

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Norddeutsche Tourismuswirtschaft setzt positive Entwicklung fort Geschäftslage im Berichtzeitraum; Grafik IHK Nord

Die norddeutsche Tourismuswirtschaft wird weiterhin von einer positiven Grundstimmung getragen. Sowohl das Gastgewerbe als auch die Reisewirtschaft sind mit den Ergebnissen der ... [ zum Artikel » ]

IHK Nord-Konjunkturumfrage für die maritime Wirtschaft Maritimer Tourismus auf der Müritz

Die Stimmung in der maritimen Wirtschaft hat sich in diesem Frühjahr geringfügig verbessert. Das Konjunkturbarometer der 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern ... [ zum Artikel » ]

IHK Nord und WJ Hanseraum intensivieren Zusammenarbeit IHK Nord und WJ Hanseraum intensivieren Zusammenarbeit, Copyright: Ringfoto Schattke GmbH & Co KG Cuxhaven

Die IHK Nord und die Wirtschaftsjunioren des Hanseraums haben am 26. August 2013 in Cuxhaven eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die bisherige Zusammenarbeit zu ... [ zum Artikel » ]

Netzausbau bleibt die wichtigste Aufgabe der Politik Querschnitt eines Erdkabels: Thinkstock/iStock/eyjafjallajokull

„Die norddeutschen Unternehmen stehen der Energiewende so positiv gegenüber wie noch nie“, so Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord, zu den ... [ zum Artikel » ]

Positionspapier mit Forderungen an das Europäische Parlament IHK Nord

„Die Wahlen zum Europäischen Parlament bieten neue Perspektiven für die norddeutsche Wirtschaft. Damit verbunden sind aber auch Herausforderungen“, sagte ... [ zum Artikel » ]

Bund hilft bei Bauzeitfinanzierung der Werften Harry Glawe

Der Bund plant, das Land Mecklenburg-Vorpommern bei der Bauzeitfinanzierung der Werften weiterhin zu entlasten. "Wir sind sehr weit fortgeschritten und haben nun ein Ergebnis, was ... [ zum Artikel » ]

101 Köpfe

Holger Behrndt, geschäftsführender Gesellschafter Behrndt und Herud GmbH

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen! 

Holger Behrndt steckt voller Ideen, kann übers Wasser laufen und schätzt ein, wie lang der Weg zum papierlosen Büro sein wird. Er weiß, dass es wichtig ist, in generationsübergreifenden Belegschaften alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Über sein Unternehmen, die Prozesse der Digitalisierung  und vieles andere unterhielten wir uns mit ihm kürzlich.

Bücher aus der Region

Neuerscheinungen;  Copyright EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

rotz der aktuellen Einschränkungen infolge Corona-Krise geht das Lesen natürlich weiter, erklärt Verlegerin Gisela Pekrul, die Chefin der in Godern nahe der Landeshauptstadt Schwerin ansässigen EDITION digital. Allerdings seien dazu kreative Reaktionen nötig und andere Wege zu beschreiten als zu ganz normalen Zeiten. 

Anzeige
Anzeige

Bildergalerien

Faktor Wirtschaft

Titel FAKTOR WIRTSCHAFT 03/2020

IHK Zeitung Faktor Wirtschaft - März 2020

Titelthema:

Plädoyer für eine eigene wirksame Interessenvertretung
Warum Julius Kessow erster IHK-Präsident wurde und Rainer Stoppel VV-Mitglied