Stimmung im Herbst gesunken

IHK Nord-Konjunkturumfrage für die maritime Wirtschaft:

Rostock | 29.11.2012

IHK Nord-Konjunkturumfrage für die maritime Wirtschaft
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IHK Nord-Konjunkturumfrage für die maritime Wirtschaft

Die Stimmung in der maritimen Wirtschaft hat sich im Herbst 2012 verschlechtert. Sowohl bei der Hafenwirtschaft als auch im Schiffbau verzeichnete das Konjunkturbarometer der 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern ein deutliches Minus. Auch die deutschen Reeder blicken weiterhin mit großer Sorge in die Zukunft.

Mit einem Geschäftsklimaindex von 93,8 Punkten verharrt die Schifffahrt weiterhin im Stimmungstief. Historisch niedrige Fracht- und Charterraten sowie große Unsicherheiten mit Blick auf die Schiffsfinanzierung setzen der Branche weiterhin zu. Otto Lamotte, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, sagte: „Die Lage auf den Schifffahrtsmärkten bleibt sehr angespannt. Mit einer Erholung rechnen wir frühestens im zweiten Halbjahr 2014.“ Er forderte ein kurzfristiges Spitzengespräch zwischen Bund, Küstenländern und Wirtschaft in Berlin, um die Situation für die mittelständischen Reeder zu erleichtern. „Die Zeit drängt. Wir warnen vor einem Verlust des Reedereistandortes Deutschland mit schwerwiegenden Folgen für die maritime Wirtschaft, wenn die Politik jetzt nicht schnell Unterstützung leistet“, betonte Lamotte.

Im Schiffbau ist die Stimmung im Vergleich zum Frühjahr eingebrochen. Der Geschäftsklimaindex sank um rund 33 Punkte auf einen Wert von 92,5 Punkten. Vor allem die Insolvenz der P+S Werften in Wolgast und Stralsund drückt derzeit sehr auf die Stimmung. Zudem klagt der Schiffbau über hohe Arbeitskosten und den sich verstärkenden Fachkräftemangel. Auch die Finanzierung von Schiffbauaufträgen ist für die deutschen Werften inzwischen eine große Herausforderung: „Die geplante Umsetzung der sogenannten Basel-III-Vorschriften macht den Banken strengere Vorgaben, wie viel Eigenkapital und Liquidität sie vorhalten müssen“, sagte der IHK Nord-Vorsitzende. Dadurch würde die Finanzierung von großen Schiffbauprojekten zusätzlich erschwert.

Die aktuelle Herbststimmung 2012 der Unternehmen in der Hafenwirtschaft ist ebenfalls stark rückläufig und liegt mit 93,1 Punkten deutlich unter den Werten vom Frühjahr mit 103,4 Punkten. Rund 81 Prozent der befrag-ten Unternehmen sehen die Entwicklung der Auslandsnachfrage als das größte wirtschaftliche Risiko an. Jedes dritte Unternehmen glaubt, dass die Entwicklung der Energiepreise der Konjunktur einen weiteren Dämpfer geben könnte. Lamotte kritisierte vor diesem Hintergrund die zögerliche Umsetzung der bereits planfestgestell-ten Ausbaumaßnahmen an der Elbe, der Weser und dem Nord-Ostsee-Kanal.

IHK Nord

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