IHK- Konjunkturumfrage im Herbst 2016

Florierende Geschäfte und anziehende Investitionen

Rostock | 20.10.2016

Hafeneinfahrt Rostock, Foto: Thinkstock/iStock/lesart777
Hafeneinfahrt Rostock, Foto: Thinkstock/iStock/lesart777

Die Situation der Unternehmen im IHK-Bezirk Rostock ist im Herbst 2016 von einer aktuell sehr guten Geschäftslage geprägt. Die positiven Werte der Vorumfrage aus dem Frühsommer können im September noch gesteigert werden. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt leicht auf sehr gute 126 Punkte. Der sehr gute Status Quo der befragten Betriebe führt dazu, dass die Investitionspläne deutlich anziehen. 

Die zu Jahresbeginn noch zurückhaltenden Investitionsabsichten haben sich aufgehellt. Schwierig stellt sich das aktuelle Geschäftsklima in der Industrie dar. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Zukunftserwartungen fallen deutlich hinter die Werte der anderen Wirtschaftszweige zurück. Zu diesem Ergebnis führte die Auswertung der Antworten von 160 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock im September 2016. 

Florierende Geschäfte fast überall

Die gegenwärtige Lage der Unternehmen im IHK-Bezirk hat sich im Vergleich zur Vorumfrage noch einmal verbessert: die aktuelle wirtschaftliche Situation schätzen mit 58 Prozent der Umfrageteilnehmer deutlich mehr Betriebe als „gut“ ein als noch im Frühsommer dieses Jahres (51 Prozent). Der Anteil der negativen Lageeinschätzungen dagegen bleibt mit knapp acht Prozent stabil. Diese Einschätzung des geschäftlichen Status quo wird über alle Branchen mit Ausnahme des Verarbeitenden Gewerbes geteilt. Bei den Industriebetrieben überwiegen zwar auch die positiven Lagebeurteilungen, allerdings in deutlich geringerem Maße und mit stark rückläufiger Tendenz (gute Lage: 43 Prozent, schlechte Lage: 29 Prozent). Ein knappes Drittel der industriellen Hersteller verweist auf einen zu niedrigen Auftragsbestand. Lediglich jeder Zehnte berichtet das Gegenteil.  

Optimismus dominiert noch, der Fachkräftemangel bereitet Sorgen

Befragt nach den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigt sich branchenübergreifend vorwiegend Optimismus. Erwarteten im Frühsommer dieses Jahres noch 23 Prozent der Unternehmen eine bessere Geschäftslage und 14 Prozent eine Verschlechterung, so dominieren im Herbst zwar noch die Optimisten, aber bei weitem nicht mehr so deutlich: 16 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung aus, knapp 11 Prozent geben eine pessimistische Einschätzung ab. Während auch bei den Industriebetrieben im Frühsommer noch Zuversicht dominierte, hat sich dieses Verhältnis im September umgekehrt. Fast jeder fünfte Befragte im Verarbeitenden Gewerbe rechnet mit einer Verschlechterung in den nächsten Monaten. Nur elf Prozent erwarten eine Verbesserung.

In der sechsten Umfrage in Folge wird die Liste der Hemmnisse und Probleme bei den Unternehmen auch im Herbst vom Fachkräftemangel angeführt. Die Hälfte der befragten Unternehmen sieht dies als Hemmnis für die eigene Geschäftstätigkeit an. Damit wird ein Spitzenwert erreicht, der auch deutlich über den gesamtdeutschen Durchschnittswerten liegt (DIHK-Konjunkturbericht im Frühsommer 2016: 43 Prozent). 

Investitionspläne legen kräftig zu

Die anhaltend gute Lage der Unternehmen führt dazu, dass die Investitionsabsichten deutlich anziehen. Der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren wollen, steigt um zehn Punkte auf 14 Prozent. Neben dem dominierenden Ersatz- und Modernisierungsmotiv wollen die Betriebe in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in die Rationalisierung der Herstellungsprozesse investieren. 

Stabile Beschäftigungspläne

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen stellen sich über alle Branchen als ausgeglichen dar. Jeweils 16 Prozent der befragten Betriebe wollen ihre Beschäftigtenzahl erhöhen bzw. reduzieren. Im Vergleich zur Frühsommerumfrage stellt dies eine leichte Verschlechterung dar (damals 17 Prozent Personalaufbau-, 12 Prozent Personalabbaupläne). Mit zwei Dritteln der Rückmeldungen plant die große Mehrheit der Unternehmen jedoch, ihre Mitarbeiterzahl unverändert zu lassen. Trüber sieht es im Verarbeitenden Gewerbe aus. Ein Viertel der befragten Industriebetriebe will Personal abbauen. Lediglich sieben Prozent planen mit einer Beschäftigungsausweitung.

„Die branchenübergreifend guten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Bereich der Industriebetriebe aktuell dringender Handlungsbedarf besteht. Mecklenburg-Vorpommern bleibt in Bezug auf die Industriedichte und die Exportstärke noch deutlich hinter den anderen Bundesländern zurück. Warnsignale wie in dieser Konjunkturumfrage aufgezeigt, verdeutlichen die Notwendigkeit, auch auf Landesebene stärker auf die Industriepolitik zu fokussieren“, kommentiert Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, die Resultate der IHK-Konjunkturumfrage.

IHK zu Rostock

 

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