IHK zu Rostock

Auswirkungen der Krim-Krise auf international aktive Unternehmen

Rostock | 04.04.2014

Auswirkungen der Krim-Krise in der Region Rostock; Copyright: IHK zu Rostock
Auswirkungen der Krim-Krise in der Region Rostock; Copyright: IHK zu Rostock

Das Außenhandelsvolumen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Russland lag in den Jahren 2012 und 2013 jeweils an vierter Stelle in der Außenwirtschaftsstatistik des Landes. Damit ist die Russische Föderation einer der wichtigsten Handelspartner der Wirtschaft des Landes.

Die aktuelle Krim-Krise und die bereits realisierten sowie möglicherweise bevorstehenden weiteren Sanktionen seitens der USA und der EU gegen Russland haben auch Auswirkungen auf die Unternehmen im IHK-Bezirk Rostock. Angesichts der gegenwärtig vermehrt an die IHK herangetragenen Fragen von Mitgliedsunternehmen, den Medien und der Landespolitik hat die IHK zu Rostock mit einer kurzen Eilumfrage Erkenntnisse über die Unternehmenseinschätzungen zu ihrem Russlandgeschäft, die Betroffenheit von Sanktionsmaßnahmen und die Erwartungen über die weitere Entwicklung gesammelt. 

Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Online-Befragung unter ca. 500 außenwirtschaftlich aktiven Unternehmen im IHK-Bezirk wurden in der Sitzung am 1. April 2014 den anwesenden Mitgliedern des Außenwirtschaftsausschusses der IHK zu Rostock vorgestellt. 

Geschäftsbeziehungen mit Russland

Befragt nach dem Status Quo ihrer Geschäftsbeziehungen mit Russland geben 20 Prozent der Unternehmen an, dass sie direkte Geschäftsbeziehungen mit russischen Kunden oder Lieferanten unterhalten. Weitere 18 Prozent unterhalten indirekte wirtschaftliche Beziehungen, zum Beispiel als Zulieferer für Unternehmen mit russischen Auftraggebern oder als Kunde von Lieferanten und Händlern mit russischen Angeboten. 

62 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass gegenwärtig keine Geschäftsbeziehungen mit russischen Partnern bestehen. Auf die Frage nach den Absichten für ein zukünftiges Engagement dieser Unternehmen gaben 77 Prozent an, dass keine Geschäftsbeziehungen mit Russland geplant seien. 16 Prozent haben vor, auf dem russischen Markt einzusteigen und verfolgen diese Pläne auch in der aktuellen Situation weiter. Weitere sieben Prozent haben bestehende Pläne vorerst auf Eis gelegt. 

Auswirkungen der Krim-Krise

Auf die Frage, ob das eigene Unternehmen bereits von den bestehenden Sanktionen oder Einschränkungen im Zusammenhang mit der aktuellen Krise negativ betroffen ist, gaben 90 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass dies nicht der Fall ist. Sieben Unternehmen berichteten über negative Effekte wie Stornierungen, Ablehnung von Finanzierungen etc. 

Allerdings gab ein Viertel der gegenwärtig noch nicht betroffenen Firmen an, dass sie mit negativen Auswirkungen in den kommenden Wochen und Monaten rechnen. 

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