Wachtumsschub für Frühjahr erwartet

Auftragsrückgang in der Industrieproduktion

Rostock | 08.03.2013

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Symbolbild. © Alexander Raths - Fotolia.com

Heute haben das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Bundesbank aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Industrieproduktion in Deutschland veröffentlicht.

Demnach stagnierte die Produktion auf dem Niveau des Vormonats, das allerdings leicht aufwärts revidiert wurde. Die Jahresrate rutschte auf -1,3% Y/Y ab. Insgesamt ergibt sich somit ein recht unspektakulärer Start ins Jahr 2013, der von den von Bloomberg befragten Analysten in etwa so auch erwartet worden war. Angesichts des gestern veröffentlichten, überraschend starken Auftragsrückgangs im gleichen Zeitraum hätte auch ein Rückgang bei der Industrieproduktion zum Jahresauftakt kaum überrascht.

 

  • Beim Blick auf die Details ergibt sich ein heterogenes Bild. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wurde im Januar leicht zurückgefahren (-0,2% M/M) und die Energieerzeugung recht deutlich um -2,3% M/M gedrosselt. Dem steht ein kräftiger Anstieg im Bauhauptgewerbe um 3,0% M/M gegenüber. Dies überrascht ein wenig, da die Witterungsbedingungen im Januar wenig erbaulich waren. So gab es in diesem Jahr deutlich mehr Eistage – Tage, an denen die Maximaltemperatur unter 0° Celsius lag – als für den Monat Januar sonst üblich. Gleichwohl bleiben die Voraussetzungen für die Entwicklung der Bauproduktion positiv. Vor allem das niedrige Zinsniveau wird eine wichtige Stütze für weitere Zuwächse bleiben.
  • Im verarbeitenden Gewerbe wurde die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,6% M/M und die Herstellung von Konsumgütern um 1,6% M/M ausgeweitet. Bei den Produzenten von Investitionsgütern war hingegen ein Outputrückgang in Höhe von -1,5% M/M zu verzeichnen. Auch die Auftragsentwicklung war im Januar im Bereich der Investitionsgüter enttäuschend (-2,9% M/M), was jedoch auch auf einen deutlich unterproportionalen Anteil von Großaufträgen zurückzuführen ist.
  • Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass sich das produzierende Gewerbe im Januar zwar noch nicht wieder im Aufschwung befindet. Gleichwohl konnte sich die Produktion um den Jahreswechsel 2012/13 herum stabilisieren. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich steht ein leichtes Plus zu Buche. Zudem spricht die Entwicklung der wichtigsten Frühindikatoren in den vergangenen Monaten für eine baldige Wende zum Besseren. Vor allem die Geschäftserwartungen der Unternehmen hatten sich merklich aufgehellt. Wir bleiben dabei, dass die Wachstumsbäume im I.Quartal noch nicht in den Himmel wachsen dürften, die Dynamik im Frühjahr dann aber merklich anziehen wird.
  • Fazit: Die Industrieproduktion entwickelte sich zum Jahresauftakt unspektakulär. So verharrte die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe auf dem Vormonatsniveau. Allerdings wurden die Dezemberwerte leicht aufwärts revidiert. In der Summe liegen die heute veröffentlichten Zahlen somit weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Während sich das verarbeitende Gewerbe und der Energiesektor schwächer als im Vormonat präsentierten, überraschte die Bauproduktion vor dem Hintergrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit einem kräftigen Zuwachs von 3,0% M/M. Die Industrieproduktion scheint sich allmählich zu stabilisieren, größere Wachstumsschübe erwarten wir erst für das Frühjahr.

Nord LB

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