Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

5. Traditionstreffen der Hochseefischerei in Rostock

Rostock | 12.05.2017

Heringsfischerei, Foto: Thinkstock/iStock/aguirre_mar
Heringsfischerei, Foto: Thinkstock/iStock/aguirre_mar

Am Fischereistandort Rostock Marienehe findet am morgigen Samstag, den 13. Mai 2017, das fünfte Traditionstreffen der Hochseefischerei mit Angehörigen des ehemaligen Fischkombinates Rostock statt. Zu Gast sein wird auch der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der das Forum lobte, „weil es die Diskussion untereinander fördert und die Stimmung in der Fischwirtschaft positiv beeinflusst“.

Vor der Wende waren alleine in der Großen Hochseefischerei des Fischkombinates Rostock über 4.000 Seeleute tätig. In Spitzenzeiten wurden mit über 100 Fangeinheiten Jahresanlandungen von über 220.000 t Fisch erzielt. 1989 verfügte das Fischkombinat Rostock noch über mehr als 30 Fangeinheiten. Heute kommen auf den fünf im Heimathafen registrierten Hochseefischereifahrzeugen ganzjährig etwa 180 Seeleute zum Einsatz.

Der Jahresfang liegt mit ca. 100.000 t deutlich über 50 % der Jahresgesamtfangmenge der deutschen Hochseeflotte. „Damit ist Mecklenburg-Vorpommern nicht nur ein Land mit einer ausgeprägten Kutter- und Küstenfischerei, hier ist auch ein bedeutender Teil der deutschen Hochseefischerei beheimatet. Damit konnte die Tradition der Hochseefischerei am Standort Rostock fortgesetzt werden“, freut sich Backhaus.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seit 1994 mit Fördergeldern in Höhe von rund 16 Mio. € zur Modernisierung und Erneuerung der Hochseefischereiflotte beigetragen.

Kritisch beäugt wird der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „Die britischen Gewässer sind für die europäische Hochseefischerei von großer Bedeutung. Im Jahr 2015 erzielten nichtbritische Mitgliedsländer der europäischen Union etwa 34 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 25 % der jährlichen Erlöse allein durch die Fischerei in britischen Gewässern.

Die deutsche Hochseefischerei erwirtschaftet in den Seegewässern Großbritanniens traditionell etwa 67 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 65 % der Jahresgesamterlöse“, unterstrich Backhaus.

Mit 53.000 t Nordseehering kommen jährlich sogar ca. 82 % der Heringsgesamtfänge der deutschen Hochseefischerei aus britischen Gewässern. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind ca. 150 Betriebe von der Heringsfischerei abhängig. So auch das 2005 in Betrieb genommene und mit ca. 50 Mio. € aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern geförderten Fischbearbeitungszentrums in Sassnitz/Mukran.

In dem Fischbearbeitungszentrum mit etwa 230 Beschäftigten werden jährlich neben ca. 40.000 t Nordseehering, der weit überwiegend aus britischen Gewässern kommt, nahezu die gesamten Ostseeheringsfänge der deutschen Kutter- und Küstenfischerei verarbeitet. „Dadurch ist es gelungen, Absatz und Preis innerhalb weniger Jahre zu verdoppeln“, sagte Backhaus. So stiegen der Heringsabsatz von 8.000 t im Jahr 2001 auf 16.000 t im Jahr 2008 und der Preis im gleichen Zeitraum von 22 Ct/kg auf über 40 Ct/kg.

„Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die bestehenden Zugangsrechte zu Britischen Gewässern erhalten bleiben“, versprach er.

Obwohl die Zahl der Haupterwerbsfischer in der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei aufgrund marktbedingter Absatzschwierigkeiten und strenger Quotierungen kontinuierlich zurückgegangen ist, stellt sie noch immer die größte Gruppe der Berufsfischer im Land. Waren 1989 in MV noch 1.390 Berufsfischer mit Anlandungen von 45.500 t tätig (37.000 t Hering, 1.200 t Dorsch, 3.000 t Flunder, 3.500 t Süßwasserfische), erwirtschaften heute 234 Haupterwerbs- und 128 Nebenerwerbsfischer bei Gesamtanlandungen von ca. 16.000 t einen Jahresumsatz von ca. 11 Mio. €.

Zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen, Erneuerung und Modernisierung von Fischereifahrzeugen sowie zur Verbesserung der Infrastruktur in den Fischereihäfen haben EU, Bund und Land in der Vergangenheit 162 Mio. € an Fördermittel bereitgestellt. Mit Fördersätzen von bis zu 60 Prozent hat das Land MV mit 850.000 € darüber hinaus 33 Fahrzeuge bei der Umstellung auf die Heringsfischerei unterstützt.

Die Quotierung der wichtigsten Brotfische Hering und Dorsch bleiben zentrales Thema der Branche. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt arbeitet gemeinsam mit der Berufsfischerei an einem Konzept zur Weiterentwicklung der Kutter- und Küstenfischerei. Bis 2023 stehen 16 Mio. € für weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

20. Unternehmerehrung – Jubiläum in Rostock Hansestadt Rostock

Unternehmerehrung mit Jubiläum: Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer der Hansestadt Rostock sind für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet ... [ zum Artikel » ]

Rostocker Hafenumschlag wächst erneut Neue intermodale Direktverbindung zwischen Rostock und Duisburg, Foto: Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock

In Rostock gingen im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 14,9 Millionen Tonnen (brutto) Güter über die Kaikanten. Davon wurden 13,9 Millionen Tonnen im Überseehafen ... [ zum Artikel » ]

Die Hanse- und Universitätsstadt neu entdecken 77x Rostock – Was man nicht verpassen darf

„Mit ‚77x Rostock – Was man nicht verpassen darf’ haben wir das ganz Besondere von Rostock gefunden“, sagt Nora Wilmsmann, Pressesprecherin des ... [ zum Artikel » ]

Der Südstadtcampus wächst weiter So soll der Erweiterungsbau aussehen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Grafik: Finanzministerium

Mathias Brodkorb, der als Finanzminister auch für den Landesbau zuständig ist, hat in Rostock den Grundstein für den Erweiterungsbau der Chemie gelegt. [ zum Artikel » ]

Haftungsrisiken kennen und minimieren Christiane Thürmer; Foto: TÜV Nord Akademie Rostock

Geschäftsführer haften persönlich für Pflichtverletzungen in ihrem Unternehmen. Marc Christian Wedekind, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht ... [ zum Artikel » ]

Wohnungspreise legen in Neubrandenburg wachsen am stärksten in MV Immobilienpreis Symbolbild; Foto: Thinkstock/iStock/denphumi

In 15 von 22 ostdeutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen seit 2010 stärker gestiegen als die Inflation (+6,9 ... [ zum Artikel » ]

101 Köpfe

Martin Nätscher © Claas Abraham

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen!

Die BIO am SUND GmbH markiert für den geschäftsführenden Gesellschafter Martin Nätscher einen neuen Meilenstein in seiner Biografie. Trockenfrüchte sind für Nätscher, der bereits die Biosanica am Standort Grimmen aufgebaut hat, eine Leidenschaft. Nun startet er als alleiniger Gesellschafter erneut ab 20. März mit einer Produktion durch. Wir trafen ihn vorab zu einem Gespräch: 

Bücher aus der Region

Cover zu "Mörderisches Schwerin"

Im Kriminalroman „Mörderisches Schwerin. Vier Fälle für Kommissar Berger“ hat Hauptkommissar Thomas Berger eine Reihe fesselnder Verbrechen zu lösen. Zuerst finden Angler eine unbekannte männliche Leiche an der Steingrotte im Burggarten, später ist es Bergers eigene Frau, die ins Fadenkreuz gerät. 

Anzeige
Anzeige

FAKTOR WIRTSCHAFT TV

  • Informationen zum Straßenbauprogramm
  • Wirtschaftsempfang "Mehr Zukunft wagen"
  • MV Werften ...

Wirtschaftskalender

Sie möchten einen Termin hinzufügen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail!

Mai
  • 13.05.2017, 11-00 - 14.00 Uhr
    Tag der offenen Jugendherberge in Prora auf Rügen
  • 16.05.2017, 14.00- 17.00 Uhr
    Informationsveranstaltung zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Greifswald, Am Gorzberg Haus 7
  • 19.05.2017
    Symposium „Zukunft Architektur & Umwelt – Future of Green Architecture“, HS Wismar
  • 20.05. bis 05.06.2017
    10 Jahre Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2017
  • 23. - 24.05.2017 
    13. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft

* Anmeldung erbeten

Bildergalerien

Faktor Wirtschaft

FAKTOR WIRTSCHAFT 05/2017

IHK Zeitung Faktor Wirtschaft - Mai 2017

Titelthema:
Mehr ZUKUNFT wagen - Wirtschaftsempfang
Wie soll MV im Jahr 2040 aussehen