Agentur für Arbeit Neubrandenburg

Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken

Mecklenburgische Seenplatte | 01.03.2016

Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

„Der Februar bringt die Trendwende am Arbeitsmarkt. Dabei haben die milden Temperaturen nicht nur die witterungsbedingten Entlassungen gestoppt, sondern auch für neue Jobs gesorgt. Arbeitgeber in witterungsabhängigen Bereichen haben begonnen, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen, sagte der Pressesprecher der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Ronny Steeger, heute in Neubrandenburg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 14 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen sowohl zum Vormonat als auch zum Februar 2015 gesunken. „Gegenüber dem Vormonat haben wir 20 Prozent mehr Menschen in Arbeit bringen können“, erläutert Steeger. „Und wenn wir die Zahlen mit denen des letzten Jahres vergleichen, können wir bei der Arbeitsaufnahme sogar einen stärkeren Anstieg als im letzten Jahr verzeichnen.

Im Vergleich zum Vorjahr haben vor allem Frauen und die Jüngeren unter 25 von der guten Entwicklung profitiert. Allerdings lässt sich das in der Statistik nicht auf den ersten Blick ablesen“, sagt Steeger. Der Grund hierfür liegt in den Arbeitslosmeldungen junger arbeitsloser Flüchtlinge. Ohne diesen Effekt würde die Zahl der jüngeren Arbeitslosen – im Vergleich zum Vorjahresmonat - sinken. Handlungsbedarf bleibt vor allem bei den Älteren, Langzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten. Wenig erfreut zeigt sich Steeger über die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen – ihre Zahl ist im Vorjahresvergleich um 559 gestiegen. „Damit sind jetzt 40 Prozent aller Arbeitslosen in der Seenplatte ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt deutlich an - Viele Unternehmen, vor allem in Dienstleistungsbranchen, haben großen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern. Derzeit ist jede sechste Stelle im Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch im Handel zu besetzen.

„Das ist eine günstige Ausgangslage für eine spürbare Frühjahrsbelebung von der alle Personengruppen profitieren werden. Aber es gibt immer noch eine große Diskrepanz zwischen dem Ausbildungsstand und den von den Arbeitgebern gewünschten Fähigkeiten.“

Zu viele Arbeitslose haben keinen Berufsabschluss. „In der Seenplatte jeder Vierte. Für diese Personengruppe gibt es viel zu wenige offene Stellen, beispielsweise im Helferbereich, “ appelliert Steeger in Richtung der Jüngeren ohne Berufsabschluss. Und weiter sagt er: „Qualifizierungen und Weiterbildungen werden immer wichtiger auf dem Arbeitsmarkt, auch um langfristig eine Perspektive zu haben. Wir stehen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen dabei hilfreich zur Seite“, so Steeger.

Als untrügliches Zeichen für die einsetzende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt wertet der Pressesprecher, dass die so genannte „Rückholaktion“ bereits begonnen hat und damit die Wirtschaftstätigkeit in Branchen wie dem Bau oder der Gastronomie wieder an Fahrt gewinnt. „Wir beobachten, dass insbesondere Arbeitgeber in witterungsabhängigen Bereichen begonnen haben, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen. Zwar liegt die Zahl der Entlassungen noch über den Arbeitsabmeldungen, das wird sich aber schon in den beiden kommenden Monaten ändern.“

Zu- und Abgänge

Insgesamt haben sich im Februar 1.011 Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos gemeldet. Das waren 1.367 weniger als im Vormonat und 147 weniger als im Februar 2015. 874 haben einen Arbeitsplatz gefunden. Das waren 219 mehr als im Januar und 110 mehr als im Februar 2015.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Die Arbeitslosenquote der Jüngeren ist um 1,8 Prozentpunkte zum Vorjahr gestiegen. Damit liegt sie 0,2 Prozent unter dem Wert der allgemeinen Quote. Die Zahl der Älteren (50 Jahre und älter) ist weiterhin rückläufig. Ihre Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 280 auf 7.794. Die anteilige Arbeitslosenquote Älterer blieb von Januar 2016 auf Februar 2016 mit 14,4 Prozent gleich. Damit liegt sie 0,4 Prozentpunkte über der allgemeinen Quote. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im Februar 5.477 Menschen arbeitslos. 136 weniger als im Vormonat und 914 weniger als im Februar 2015. Das entspricht einem Rückgang von 14,3 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II - umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt - lag im Februar bei 13.710 Arbeitslosen. 112 mehr als im Januar und 2 mehr als im Februar 2015.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im Februar konnten 4.092 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 689 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 904 wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht.

„Insgesamt 584 Förderungen weniger als vor einem Jahr - alleine 473 Männer und Frauen weniger in so genannten Ein-Euro-Job-Maßnahmen. Und trotzdem sank die Arbeitslosigkeit - im Vorjahresvergleich – um über 900. Das zeigt, wie stabil und robust sich unser Arbeitsmarkt binnen Jahresfrist entwickelt hat“, verdeutlicht Steeger.

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Dezember bei 23.229. Damit sank die Unterbeschäftigungsquote – zum Vorjahresmonat - um 7 Prozentpunkte oder 1.741. Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 4.042 höher und die Arbeitslosenquote bei 16,6 Prozent.

Gemeldete Arbeitsstellen

In der Seenplatte sind dem Arbeitgeberservice 2.240 Stellen zur Besetzung gemeldet. Eine mehr als im Januar und 35 oder 1,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die anziehende Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich am Anstieg des Zugangs an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Zum Januar ein Anstieg um 109 oder 15,5 Prozent. Die größte Nachfrage gab es im Dezember aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (800 freie Stellen im Bestand), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (302), Gastgewerbe (211), im verarbeitenden Gewerbe (210), im Baugewerbe (205), sowie Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (181).

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg stellt sich der Arbeitsmarkt im Februar recht unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in der Geschäftsstelle Röbel; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 9 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in der Geschäftsstelle Neubrandenburg mit einer Zunahme von 0,4 Prozent.

Agentur für Arbeit Neubrandenburg

 

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