OSV

Sparkassen brauchen u. wollen mehr Kreditgeschäft

Mecklenburgische Seenplatte | 17.02.2015

Dr. Michael Ermrich - Geschäftsführender OSV-Präsident; Foto: OSV
Dr. Michael Ermrich - Geschäftsführender OSV-Präsident; Foto: OSV

Heute haben der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich und der Verandsgeschäftsführer Wolfgang Zender die Ergebnisse der 45 OSV-Mitgliedssparkassen für 2014 vorgestellt, darunter auch der neun Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern:

 

Die Ostdeutschen vermehren ihr Geldvermögen und setzen auf kurzfristig verfügbare Anlagen. Dies belegen die aktuellen Bilanzzahlen der neun Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich, und Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender am Dienstag in Berlin vorstellten. Die Sparneigung ist dabei deutlich ausgeprägter als die Bereitschaft der Kunden, Kredite aufzunehmen.

„Die Sparkassen brauchen und wollen mehr Kreditgeschäft“, betonte Ermrich. „Gleichzeitig gibt es jede Menge unerledigter Aufgaben, die finanziert werden müssen. Mit unseren Erfahrungen in Ostdeutschland raten wir, nicht langfristig von der Substanz zu leben. Sparen an der Substanz ist letztlich nur ein Aufschieben von Aufgaben zulasten der Zukunft.“ 

Ermrich verdeutlichte, dass „Investitionen, private und auch öffentliche, zur Zukunftsvorsorge unserer Gesellschaft gehören. Sparen ist gut und wichtig. Es bedarf aber stets einer zukunftsfähigen Gegenposition in Form von Investitionen.“ 

Insbesondere sei die Situation für öffentliche Investitionen noch nie so günstig wie jetzt gewesen: „Die Steuereinnahmen sprudeln auf Rekordniveau und der Staat profitiert von der Niedrigzinsphase. Der OSV unterstützt die Entscheidung der Bundesregierung, ein Investitionspaket zusammenzustellen, und ebenso die Forderungen der Wirtschaft nach mehr öffentlichen Investitionen, vorwiegend in die Infrastruktur“, so Ermrich weiter. 

Die aktuelle Geldpolitik der EZB kurbele weder die Kreditnachfrage an, noch wirke sie preisniveausteigernd. Die zurückhaltende Kreditvergabe in Südeuropa sei eine Reaktion auf die dortige Wirtschaftslage und Einkommenssituation. Die aktuelle Geldschwemme fördere dagegen Spekulationen an den Finanzmärkten und nicht die regionale Wirtschaft in Krisenländern. 

Mecklenburg-Vorpommerns Sparkassen sind gut aufgestellt 

Ermrich und Zender betonten, die niedrigen Leitzinsen stellen die Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend vor Herausforderungen. „Zum Glück sind unsere Sparkassen betriebswirtschaftlich gut aufgestellt. Sie sind wettbewerbsstark, erfolgreich und sie haben vorgesorgt“, stellte Zender klar. 

Geschäftsentwicklung der Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern

Einlagenwachstum – Plus bei kurzfristig verfügbaren Anlagen

Die Einlagen der Sparkassenkunden stiegen um 4,5 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro, das gesamte Geldvermögen auf über 13,5 Mrd. Euro. Damit verzeichneten sie zum achten Mal in Folge ein Einlagenwachstum. Besonders gefragt bei den Sparern des Landes waren 2014 „täglich fällige Gelder“ mit 5,4 Mrd. Euro (+12,2 Prozent). Stark rückläufig war in Mecklenburg-Vorpommern die Nachfrage nach Eigenemissionen (-12,2 Prozent auf 533 Mio. Euro) sowie nach Termingeldern (-16,8 Prozent auf 123 Mio. Euro). Ähnlich wie in den Vorjahren setzten die Kunden in Mecklenburg-Vorpommern auf den Handel mit Wertpapieren. Der Umsatz im Kundenwertpapiergeschäft betrug 746,9 Mio. Euro (-8,3 Prozent). Hinzu kommen die Wertpapierbestände der Sparkassenkunden bei der DekaBank in Höhe von nochmals rund 1 Mrd. Euro. 

Kreditvergabe im Norden bleibt auf hohem Niveau 

Das Kreditvolumen stieg 2014 auf 6,6 Mrd. Euro, davon entfielen 2,6 Mrd. Euro auf Unternehmen und Selbständige und 3,3 Mrd. Euro auf Privatpersonen sowie 636 Mio. Euro auf die öffentlichen Haushalte.  

Im Plus bewegt sich das Kreditneugeschäft. Die Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern bewilligten neue Kredite in Höhe von 1,3 Mrd. Euro, davon 510 Mio. Euro für Unternehmen und Selbständige und 590 Mio. Euro für Privatpersonen. Wie in den Vorjahren floss mit 476,0 Mio. Euro der Löwenanteil der Kredite für Privatpersonen in den Wohnungsbau. 

Engagement für Gemeinwohl

Im vergangenen Jahr stellten die Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern 7,3 Mio. Euro für Sponsoringvorhaben und Stiftungsprojekte aus den Bereichen Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Umweltschutz und Forschung zur Verfügung. 

Mecklenburg-Vorpommern Sparkassen erneut auf Spitzenplatz

Zum wiederholten Male erreichten die Sparkassen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 1,13 Prozent der DBS (145 Mio. Euro) ein hervorragendes Betriebsergebnis vor Bewertung und nahmen damit erneut einen Spitzenplatz in der Sparkassenorganisation ein. Die Cost Income Ratio lag 2014 bei 64,5 Prozent und damit nahezu auf Vorjahresniveau.

Ostdeutscher Sparkassenverband

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