Arbeitsmarkt Juni 2016

Positiver Trend auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort

Mecklenburgische Seenplatte | 30.06.2016

Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit

„Der Arbeitsmarkt in der Seenplatte bleibt in Schwung. Im Zuge der auslaufenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen weiter gesunken. Arbeitsuchende haben allerbeste Jobchancen“, sagte der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick 

  • Insgesamt 15.517 Arbeitslose: ein Minus von 873 im Vergleich zum Juni 2015, Rückgang gegenüber dem Vormonat Mai um 684,
  • Arbeitslosenquote aktuell bei 11,5 Prozent,
  • 721 Entlassungen und 1.176 Abmeldungen in Arbeit,
  • Arbeitslosigkeit Jüngerer (15 bis unter 25 Jahre) gegenüber dem Vormonat um 125 auf 1.261 gesunken,
  • Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr außer in Neubrandenburg-Umland in der Seenplatte; Stärkster Rückgang in der Region Malchin (-7,4 Prozent). 

Hinweis zur Ausländerarbeitslosigkeit

Im Juni sind in der Mecklenburgischen-Seenplatte 946 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind 519 (+ 121,5 Prozent) mehr als im Juni des Vorjahres. Unter diesem Eindruck sind die aktuellsten Arbeitsmarktdaten – insbesondere bei der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit (U20) - zu bewerten. Alleine hier lassen sich mehr als 80 Prozent des Anstiegs zum Juni 2015 auf die gestiegenen Flüchtlingszahlen zurückführen. 

Im Zuge der auslaufenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von Mai auf Juni um 873 auf 15.517 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt mit einem Wert von 11,5 Prozent um 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 11,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai sind 684 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Der Arbeitsmarkt hat sich im Juni günstig entwickelt. Zum Ende der Frühjahrsbelebung geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück sagte der Arbeitsagenturchef. „Wiederum konnten deutlich mehr Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme eine Arbeit beenden, als sich nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes neu oder erneut arbeitslos melden mussten.“

Für die Neubrandenburger Arbeitsagentur markieren die Arbeitslosenzahlen im Juni wie schon im Mai den bislang niedrigsten Wert arbeitsloser Männern und Frauen seit der Wiedervereinigung.

Interessant ist ein Blick auf die Struktur der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. „Fest steht: Gewinner haben einen Berufsabschluss. Männer und Frauen ohne Schul- und Berufsabschluss tragen weiterhin das höchste Risiko arbeitslos zu werden bzw. langfristig zu bleiben“ appelliert der Agenturchef.

Auf die günstige Entwicklung der Arbeitslosenzahlen will sich Besse nicht ausruhen. „Auch wenn sich die Arbeitslosigkeit bisher günstig entwickelt hat, bleibt noch genügend zu tun“, sagt er und ergänzt: „Was den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit heute erschwert, sind die vielen Arbeitslosen, die schon länger als ein Jahr nach einer neuen bezahlten Beschäftigung suchen.“ Zudem ist der Anteil an Unqualifizierten unter ihnen besonders hoch. Viele Unternehmen haben keine Verwendung für unzureichend qualifiziertes Personal.“

7.276 Menschen sind im Landkreis ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet und zählen somit zu den Langzeitarbeitslosen. „Das ist fast jeder zweite Arbeitslose.“

Besonders erfreut zeigt sich Thomas Besse, dass auch im Juni die 50-Jahre und älteren Arbeitslosen von der positiven Entwicklung profitiert haben. „Ältere Mitarbeiter sind für die Unternehmen der Region unerlässlich. Die Firmen bauen auf die Erfahrungen dieser Mitarbeiter und schätzen ihre Leistungsfähigkeit. (Ü50: gegenüber Vormonat Mai: - 261 / - 4,1 Prozent; gegenüber Vorjahresmonat Juni: - 330 / - 5,1 Prozent). Das ändert aber nichts daran, „jeder dritte der Arbeitslosen ist hierzulande 50 Jahre oder älter“, sagt Besse. 

Weniger Menschen in geförderten Maßnahmen im Vorjahresvergleich

Im Juni konnten 4.610 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 1.107 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wird. 711 Männer und Frauen werden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 243 Förderungen weniger als vor einem Jahr.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 4.470 höher und die Arbeitslosenquote bei 14,5 Prozent. 

Zu- und Abgänge

721 Männer und Frauen mussten sich im Juni nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte arbeitslos melden. Das sind 111 weniger als im Juni 2015. 1.176 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 168 weniger als im Vorjahresmonat. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im Juni von -7,8 Prozent bei Deutschen bis +121,5 Prozent bei Ausländern gegenüber dem Vorjahr. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im Juni 3.130 Menschen arbeitslos. 280 weniger als im Vormonat und 476 weniger als im Juni 2015. Das entspricht einem Rückgang von 13,2 Prozent.

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II - umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt - lag im Juni bei 12.387 Arbeitslosen. 593 weniger als im Mai und 208 weniger als im Juni 2015. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 Prozent. 

Gemeldete Arbeitsstellen

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zurzeit gibt es 2.317 freie Arbeitsstellen. 43 mehr als im Vormonat und 178 mehr als im Juni des Vorjahrs.

Die größte Nachfrage gab es im Juni aus den Bereichen: 

  • Mechatronik-, Energie- u. Elektroberufe (204 freie Stellen im Bestand),
  • Medizinische Gesundheitsberufe (150),
  • im Metallerzeugung,-bearbeitung, Metallbau (148),
  • in der Lebensmittelherstellung u. -verarbeitung (137) und
  • Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe (125). 

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 555520.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg stellt sich der Arbeitsmarkt im Juni recht unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Malchin; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung im Neubrandenburger Umland mit einer Zunahme von 0,8 Prozent. 

Der Ausbildungsstellenmarkt im Juni – derzeit mehr unbesetzte Lehrstellen als Bewerber die noch suchen

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich in der Seenplatte 1.463 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 1.466 im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 1.609 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 9,4 Prozent. 688 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt.

„650 Jugendliche haben noch keinen Vertrag in der Tasche. Wenn die bisherigen Bewerbungen nicht geklappt haben, können unsere Berufsberatungsspezialisten im JugendserviceMSE immer Alternativmöglichkeiten aufzeigen. Aber auch die Betriebe sollten sich so manchen Bewerber mit nicht so guten Noten mal genauer anschauen. Viele sind in der Praxis stärker als im theoretischen Unterricht der Schule. Durch Motivation und Zutrauen erfahren manche Auszubildenden erst was wirklich in Ihnen steckt“, appelliert Besse.

„Wir unterstützen Arbeitgeber und Auszubildende dabei mit dem bewährten Programm der „Assistierten Ausbildung“. Dabei erhalten die Jugendlichen und Betriebe ganz individuelle Unterstützung von uns. Kein Betrieb braucht Bauchschmerzen zu haben einen vermeintlich schwächeren Jugendlichen auszubilden. Sie müssen sich einfach nur bei uns melden. Die Kosten für die individuelle Unterstützung werden von uns in diesem Programm übernommen.“

Arbeitgeber, die noch freie Ausbildungsstellen anbieten möchten, oder Fragen zur „Assistierten Ausbildung“ haben, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenlosen Rufnummer 0800 4 5555 20 Derzeit ist es noch zu früh, eine sichere Einschätzung zur weiteren Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. Erfahrungsgemäß wird der überwiegende Teil der Bewerber erst im Frühsommer einen Vertrag unterschreiben. Auch die Daten der Kammern zu den bisher abgeschlossenen Ausbildungsverträgen liegen erst in den nächsten Monaten vor. 

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  • Koch/Köchin
  • Verkäufer/in
  • Restaurantfachmann/frau
  • Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk – Bäckerei
  • Berufskraftfahrer/in
  • Hotelfachmann/-frau
  • Kaufmann/-frau – Büromanagement
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik
  • Fachkraft – Lagerlogistik 

Thomas Besse appelliert aus Gründen der Fairness an die Jugendlichen: „Bitte sagt den Betrieben möglichst frühzeitig verbindlich zu oder ab, sobald Eure Entscheidung gefallen ist. Natürlich ist es das gute Recht jedes Einzelnen, möglichst lange viele Eisen im Feuer zu haben, aber leider geht dieses „Festklammern“ an mehrere Ausbildungsstellen zu Lasten vieler Unternehmen aber auch anderer Jungen und Mädchen, die noch keinen Ausbildungsbetrieb gefunden haben. Und bitte denkt unbedingt auch daran, Euren Berufs- oder Studienberater in der Berufsberatung zu informieren.“

Die Berufsberater können persönlich oder telefonisch (0800 4 5555 00) informiert werden:

Allen Spätentscheidern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich über ihren beruflichen Weg noch nicht sicher sind, bietet die Berufs- und Studienberatung weiterhin Beratungstermine an.

Agentur für Arbeit Neubrandenburg

 

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