Bauernverband

Landwirte und Jäger im Umgang mit Afrikanischer Schweinepest geschult

Mecklenburgische Seenplatte | 15.01.2018

Wildschwein, Schwarzwild, ASP, Afrikanische Schweinepest, Seuche, Wildtier, Wald
Schwarzwild; Foto: iStock-Kyslynskyy

Rund 280 Landwirte, Jäger und Vertreter von diversen Institutionen kamen am 15. Januar in Linstow zusammen, um sich bei der Veranstaltung "Afrikanische Schweinepest - Prävention und Maßnahmen im Seuchenfall" auf die Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubereiten. Da die Wege der Einschleppung vielfältig sind, betrifft die ASP die Landwirte und Jäger schon heute. Die Verantwortung zur Prävention können wir nur gemeinsam übernehmen. 

Um diesen Fahrplan abzustimmen, sind wir heute hier", sagte Landesbauernpräsident Detlef Kurreck bei der Eröffnung der Veranstaltung. "Allein in unserem Bundesland wären mehr als 200 Betriebe mit rund 830.000 Schweinen von der Viruserkrankung Afrikanische Schweinepest betroffen. Wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe wären die Folge." Um eine bestmögliche Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest zu gewähren und die Landwirte und die Jägerschaft über Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs in Schwarzwild- und Hausschweinbeständen zu informieren, kamen Vertreter des Landesministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI), der obersten Jagdbehörde und der Tierseuchenkasse zu dieser Informations- und Weiterbildungsveranstaltung.

Nahezu 100 Prozent der infizierten Tiere sterben

Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald beleuchtete die Seuche aus Sicht des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Martin Rackwitz von der obersten Jagdbehörde des Landes präsentierte aktuelle und zukünftige jagdliche Maßnahmen. Prof. Franz J. Conraths, Vizepräsident des FLI und Leiter des Instituts für Epidemiologie gab in zwei Vorträgen einen Überblick über das Seuchengeschehen und erläuterte, wie im Falle eines Ausbruchs reagiert werden müsse. Dabei wies er die Schweinehalter unter anderem auf die Symptome der ASP bei Hausschweinen hin: "Infizierte Tiere leiden unter anderem an Fieber, Husten, Bewegungsstörung sowie Blaufärbungen der Haut. Nach 6 bis 10 Tagen versterben die Tiere." Die Sterberate, so erklärte er, liegt bei nahezu 100 Prozent. Dr. Dirk Freitag aus dem Landwirtschaftsministerium stellte die Seuchenprävention im landwirtschaftlichen Betrieb vor und Dr. Monika Walter von der Tierseuchenkasse referierte über die Leistungen der Tierseuchenkasse. Von der Afrikanischen Schweinepest sind sowohl Jäger als auch Landwirte betroffen. Die Viruserkrankung ist für Wild- und für Hausschweine tödlich. Daher appellierte der Bauernpräsidenten erneut an seine Berufskollegen und die anwesenden Jäger: "Gehen Sie aktiv auf einander zu und sprechen Sie offen Verbesserungsmöglichkeiten für den Seuchenschutz an. Der enge Austausch ist entscheidend."

Die Übertragung der ASP kann vielfältig verlaufen.

So ist die Übertragung unter anderem über den direkten Kontakt, über Blut als auch über kontaminierte Speisereste möglich. Wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe Für die heimische Schweinehaltung hätte ein Ausbruch der ASP fatale wirtschaftliche Folgen. Besonders zu befürchten wäre ein mögliches Exportverbot von Schweinefleisch, sollte die ASP in deutschen Wildtierbeständen auftreten. Experten der Schweinefleischverarbeitung schätzen den wirtschaftlichen Schaden eines ASP-Ausbruchs in Deutschland auf 3 bis 5 Milliarden Euro. "Mit dieser Veranstaltung unterstützt der Bauernverband den Kampf gegen die ASP im Schulterschluss mit Jägern, Landwirten und der Wissenschaft", resümiert Hauptgeschäftsführer Martin Piehl zum Abschluss der Informations- und Weiterbildungsveranstaltung.

Bauernverband MV

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Landesweite Übung zur Afrikanischen Schweinepest beendet Wildschwein, Schwarzwild, ASP, Afrikanische Schweinepest, Seuche, Wildtier, Wald

Die zweitägige landesweite Tierseuchen-Übung mit dem Schwerpunkt ASP ist beendet. Zu Wochenbeginn hatte das Landwirtschaftsministerium zusammen mit den ... [ zum Artikel » ]

Nach turbulentem Jahr gab Backhaus Ausblick auf das Jahr 2017 Dr. Till Backhaus - Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Foto: Bobo11

Auf der heutigen turnusmäßigen Jahresendpressekonferenz zog Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Bilanz über das Jahr 2016 und gab einen ... [ zum Artikel » ]

Landwirte können Aufwuchs von Brachflächen nutzen Landwirtschaft in Europa, Foto: Gudrun Stark

Auf Grund der lang anhaltenden Frühjahrstrockenheit in 2015 in bestimmten Regionen Deutschlands, haben sich der Bund und die Länder darauf verständigt, die ... [ zum Artikel » ]

Hohes Risiko für eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest Bundeskanzlerin weiht Hochsicherheitslabor am Friedrich-Loeffler-Institut ein. Foto: Gudrun Stark

Ende Juni meldete die Tschechische Republik erste Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Osten des Landes. Hierdurch ändert sich die ... [ zum Artikel » ]

Keine Kühe auf der MeLa - 68 Betriebe haben Milchproduktion eingestellt Eröffnung MeLA; Bildautor: Ove Arscholl

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat heute die 26. Mecklenburgische Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd ... [ zum Artikel » ]

VR-Landwirtschaftstag 2015 Reale Landwirtschaft erleben

„Die Landwirtschaft hat in den vergangenen 25 Jahren eine Erfolgsgeschichte hingelegt: Spitzenerträge, so gut wie keine Insolvenzen. Die Land-, Forst- und ... [ zum Artikel » ]

101 Köpfe

Holger Behrndt, geschäftsführender Gesellschafter Behrndt und Herud GmbH

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen! 

Holger Behrndt steckt voller Ideen, kann übers Wasser laufen und schätzt ein, wie lang der Weg zum papierlosen Büro sein wird. Er weiß, dass es wichtig ist, in generationsübergreifenden Belegschaften alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Über sein Unternehmen, die Prozesse der Digitalisierung  und vieles andere unterhielten wir uns mit ihm kürzlich.

Bücher aus der Region

Wer kämmt das Haar in der Suppe? © EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

(lifePR)  Da muss man erst mal drauf kommen, um solche lebensklugen, witzigen, wortspielerischen und auch zungenbrecherischen Texte zu verfassen. Gabriele Berthel hat es gekonnt getan und sie 2004 unter dem originellen Titel „Wer kämmt das Haar in der Suppe?“ veröffentlicht – zusammen mit den ebenso poetischen wie zugleich kraftvollen Illustrationen von Helga Kaffke. Lange war der Vergnügen stiftende Band vergriffen. 

Anzeige
Anzeige

FAKTOR WIRTSCHAFT TV

  • Außenwirtschaftstag findet am 06. und 07. November in Neubrandenburg
  • Deutsch-Polnischer ...

Bildergalerien

Faktor Wirtschaft

Faktor Wirtschaft 11_2018

IHK Zeitung Faktor Wirtschaft - November 2018

Titelthema:

Die Wahl zur neuen Vollversammlung wird aktuell vorbereitet. Die ersten Regionalkonferenzen haben stattgefunden. Werden Sie jetzt Kandidat für das Gremium der Wirtschaft in unserer Region für ein starkes östliches Mecklenburg-Vorpommern.