IHK Neubrandenburg

Gute Wirtschaftslage in der Kammerregion Neubrandenburg

Mecklenburgische Seenplatte | 09.02.2016

Konjunkturerwartungen im Frühjahr 2016, Quelle IHKs in MV
Konjunkturerwartungen im Frühjahr 2016, Quelle IHKs in MV

Die Unternehmer der Kammerregion der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern starten zum Jahresbeginn 2016 stabil und mit weiteren Verbesserungen sowohl bei der Geschäftslage als auch den Erwartungen in das neue Jahr. Alle Branchen können trotz turbulentem Umfeld auf gute Ergebnisse verweisen.

Die Industrieunternehmen zeigen sich als Motor der Konjunktur, die Dienstleistungsunternehmen sind etwas verhaltener in ihrer Lageeinschätzung. Beim Ausblick auf die kommenden Monate überwiegen per Saldo die Unternehmen mit optimistischen Zukunftserwartungen. Die Beschäftigungspläne sind vor dem Hintergrund der angespannten Fachkräftesituation durch eine hohe Stabilität gekennzeichnet. Fast neun von 10 Unternehmen möchten ihre Mitarbeiter halten. Die Investitionspläne schwankten im Vorjahresverlauf. Aktuell möchten etwa vierfünftel der Unternehmen gleichbleibend oder mehr investieren.

Mit 46 Prozent der Nennungen liegt der Fachkräftemangel mit deutlichem Abstand vor den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, den Arbeitskosten und der Inlandsnachfrage. In vielen Branchen wird es zunehmend schwieriger, geeignetes Personal zu gewinnen. Im Gesundheits- und Sozialwesen wird beispielsweise qualifiziertes Personal stark nachgefragt. Der Beschäftigungsaufbau wird sich hier auch 2016 weiter fortsetzen.

Allerdings können die Potenziale, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen, nicht vollständig genutzt werden. So werden examinierte Fachkräfte gesucht, die den Qualitätsanforderungen im Bereich der Pflege gerecht werden. Auch im Hotel und Gaststättengewerbe wird es zunehmend schwieriger, Auszubildende für die spezifischen Berufsbilder zu finden. Die demografische Entwicklung lässt das Erwerbspersonenpotenzial in Mecklenburg-Vorpommern weiter sinken. Um dem entgegen zu wirken, sind verschiedene Maßnahmen anzugehen. Darunter fällt zum Beispiel, die Erwerbspartizipation von Menschen über 55 Jahre weiter zu erhöhen, die Transparenz des Arbeitsmarktes auszubauen, relevante Steuern und Abgaben kritisch zu prüfen sowie die Aus- und Weiterbildung qualitätsorientiert voranzutreiben.

Ein weiteres Element ist die Zuwanderung. Fachkräfte und ihre Familien müssen für das Land gewonnen werden. So sollten die Stärken Mecklenburg-Vorpommerns als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort aktiv beworben werden. In der Zuwanderung von Menschen aus Krisengebieten liegt eine weitere Chance, insbesondere für die Gewinnung neuer Auszubildender in den kommenden Jahren. Damit dies erfolgreich gelingen kann, ist eine zielgerichtete Integration und besonders das Erlernen der deutschen Sprache notwendig.Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wurden von 38 Prozent der Unternehmen an zweiter Stelle der Risiken benannt.

Die bürokratischen Kosten und Hemmnisse sind weiterhin hoch. So stellen beispielsweise die Dokumentationspflichten, die mit der Einführung des Mindestlohnes einhergingen, trotz erster Vereinfachungen zur Jahresmitte 2015, für viele kleinere Betriebe eine hohe Belastung dar. Die Unternehmen sorgen sich zudem über weiter steigende Arbeitskosten. Zwar ist der Anteil gegenüber der Vorjahresumfrage von 2015 zurückgegangen, liegt aber mit mehr als einem Drittel auf einem weiterhin hohen Niveau. Die Inlandsnachfrage ist derzeit für die gewerbliche Wirtschaft ein wichtiger Impulsgeber.

IHK Neubrandenburg

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