Der Arbeitsmarkt Westmecklenburg im April 2017

Frühlingsaufschwung hält an

Mecklenburgische Seenplatte | 03.05.2017

Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Stellensuche_Foto: Bundesagentur für Arbeit

„Der Frühjahrsaufschwung des Westmecklenburger Arbeitsmarktes hält an“, resümiert Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwerin ist gegenüber dem März um 1.157 gesunken. Mit insgesamt 17.199 als arbeitslos registrierten Menschen hat Westmecklenburg den niedrigsten ‚April-Stand‘ seit der Wiedervereinigung erreicht. 

„Klassisch sinkt im Frühling die Erwerbslosigkeit, denn viele Arbeitgeber stellen nun ihre Saisonkräfte wieder ein“, erläutert Sydow. Die Arbeitslosenquote im Westen Mecklenburgs beträgt aktuell 7,0 Prozent. (MV: 8,7 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Westmecklenburg - es liegen die September-Daten 2016 vor - ist im Vergleich zum September 2015 um 2.103 oder um rund 1,3 Prozent gestiegen: Von 160.764 auf 162.867. 

Entwicklung in der Grundsicherung

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag in den drei Westmecklenburger Jobcentern im April 2017 bei 29.760. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 1.418 Personen (- 4,5 Prozent). In der Grundsicherung für Arbeitsuchende waren im Westen Mecklenburgs 11.176 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.697 oder 19,4 Prozent weniger als im April 2016. 

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit

Im April 2017 sind insgesamt 1.522 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 201 (-11,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die aktuelle Arbeitslosenquote für diesen Personenkreis liegt bei 8,9 Prozent. 

Ausbildungsmarkt

„Die vorliegenden April-Zahlen machen deutlich: Die Schere zwischen angebotenen Stellen und verfügbaren Bewerbern am Ausbildungsmarkt ist eine zentrale Herausforderung. Es ist und bleibt sehr anspruchsvoll, freie Ausbildungsplätze zu besetzen“, weiß Sydow. Derzeit sind in Westmecklenburg 1.892 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Ihnen stehen 1.474 noch unversorgte Jugendliche gegenüber. Auf jeden Bewerber kommen somit rein rechnerisch rund 1,3 Ausbildungsstellen.

Diese Relation zeigt deutlich, dass auf keinen Jugendlichen verzichtet werden kann. Deshalb möchte der Agenturchef den Jugendlichen sagen: „Nutzt die kommenden Wochen! Eure Chancen am Ausbildungsmarkt sind besonders gut. Ich möchte allerdings auch Abiturientinnen und Abiturienten auf die Vorteile und Karrierechancen hinweisen, die eine betriebliche Ausbildung eröffnet. Etwa in den Bereichen Energie- und Elektrotechnik, der Informatik oder der Medizin-, Orthopädie- und Reha-Technik gibt es attraktive Ausbildungsberufe. Ich kann daher nur empfehlen, so schnell wie möglich bei der Berufsberatung einen Termin für ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Die Berufsberatung gibt nicht nur einen Überblick zur Angebotsvielfalt, sondern auch viele Tipps zum Bewerbungsverfahren und zu möglichen Alternativen.“ Termine bei der Berufsberatung können von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

Gleichzeitig ermuntert Sydow alle Personalverantwortlichen auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben, die dem gewünschten Anforderungsprofil nicht auf den ersten Blick entsprechen. „Erkundigen Sie sich bei Ihrem regionalen Arbeitgeber-Service über unsere vielfältigen Unterstützungsangebote: Von der assistierten Ausbildung über die Einstiegsqualifizierung bis hin zu den ausbildungsbegleitenden Hilfen!“ (Arbeitgeber-Service-Nummer: 0800 4 5555 20) „Mit diesen drei Angeboten wollen wir gerade kleinere Betriebe motivieren, benachteiligten Jugendlichen eine betriebliche Ausbildungschance zu geben, um sich so eine künftige Fachkraft zu sichern“, so der Agenturchef.

Gemeldete Stellen

Die Auswahl an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen in Westmecklenburg war noch nie zuvor so groß. „5.154 offene Stellen haben wir aktuell im Bestand. „Der größte Teil der zu besetzenden Stellen stammt aus dem Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen - inklusive Arbeitnehmerüberlassung. Allerdings werden auch händeringend Fachkräfte im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe und im Handel gesucht“, erklärt der Agenturchef. Für ihn ist klar: „Längst nicht alle Männer und Frauen ohne Job profitieren von der Vielzahl offener Arbeitsstellen in Westmecklenburg. Gerade für Ungelernte und Jugendliche ohne Schulabschluss wird es immer schwerer die Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Unternehmen suchen vorwiegend Fachkräfte.“

Arbeitsmarktpolitik

Um den Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stellen zu können, werden weiterhin Bildungs- und Qualifizierungsangebote gefördert. „Frauen und Männern, denen notwendige Qualifikationen fehlen, bieten wir Fortbildungen an“, so Sydow. Aktuell werden 1.270 Teilnehmer/innen in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht.

Agentur für Arbeit Schwerin

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