Agentur für Arbeit Neubrandenburg

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im März 2014

Mecklenburgische Seenplatte | 01.04.2014

Agentur für Arbeit
Arbeitsmarkt, Foto: Bundesagentur für Arbeit

Die milden Temperaturen im März haben den Arbeitsmarkt in der Seenplatte weiter Fahrt aufnehmen lassen. Im Zuge der Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von Februar auf März um 971 gesunken. Im März suchten 20.877 Männer und Frauen einen Job. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 932 ab. Maßgeblich für den Rückgang sind die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften, die auch die Chancen für arbeitslose Menschen erhöht hat, und der Rückgang bei den Arbeitslosmeldungen.

• Arbeitslosenzahl im März: -971 auf 20.877
• Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -932
• Arbeitslosenquote im März: -0,7 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent

Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat von 15,5 auf 14,8 Prozent. Gegenüber März 2013 ist sie um 0,6 Prozent gesunken.

Für den Arbeitsagentur-Chef Hans-Martin Rump haben die gesunkenen Arbeitslosenzahlen im März rein saisonale Gründe. „Bereits den zweiten Monat in Folge können wir ein Sinken der Arbeitslosigkeit im Vormonats- und Vorjahresvergleich berichten. Nach wie vor zeigt sich der Arbeitsmarkt stabil. Die positiven Signale sind deutlich. Unternehmen des Bau- und Baunebengewerbes sowie der witterungsabhängigen Außenbranchen haben begonnen, ihr vorübergehend entlassenes Stammpersonal zurückzuholen. Dieser Trend wird sich im April – nach den Erfahrungen der Vorjahre - weiter verstärken, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in Vorbereitung der Osterfeiertage auch das Hotel- und Gaststättengewerbe erreicht.

Doch für den Agenturchef gibt es nichts zu beschönigen: „Auch wenn der Arbeitsmarkt in der Seenplatte stabil ist - derzeit profitieren vor allem Fachkräfte. Und das unabhängig vom Alter oder Geschlecht. Generell gilt: Männer und Frauen mit einem Berufsabschluss haben deutlich bessere Arbeitsmarktchancen.“

Jugendarbeitslosigkeit – kein Grund zur Entwarnung

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich gesunken. Grund zur Entwarnung gibt es speziell bei jungen Arbeitsuchenden für Rump aber nicht. „Die großen Bildungslücken der jungen Erwachsenen in unserem Landkreis stellen ein enormes Risiko dar, arbeitslos zu werden und zu bleiben. 57 von 100 (69 im SGB II) der im März gemeldeten Jungerwachsenen (unter 25-Jahren) haben keinen Berufsabschluss, 21 von 100 (26 im SGB II) fehlt ein Schulabschluss. Mit Blick auf die kommenden Jahre, in denen viele Fachkräfte altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden und viele gut ausgebildete Fachkräfte benötigt werden, macht mir diese Entwicklung Sorgen, “ betont Hans-Martin Rump.

Deutlich weniger Menschen in geförderten Maßnahmen

Im März belief sich die Unterbeschäftigung - die auch Personen erfasst, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen - auf 26.066. 1.363 weniger als vor einem Jahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl der Menschen, die durch Arbeitsmarktpolitik gefördert werden, gesunken ist.

Zu- und Abgänge

860 Männer und Frauen mussten sich im März nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte arbeitslos melden. Das sind 199 weniger als im März 2013.
1.568 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 30 mehr als im Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im März von -15% bei 15- bis unter 25-Jährigen bis +18% bei Ausländern.
Besonders erfreulich ist für Rump die Entwicklung bei den „Jüngeren“. „Sie zählen mit Blick auf den Vormonat und auf das Vorjahr eindeutig zu den Gewinnern.
Ebenfalls günstig hat sich Arbeitslosigkeit bei den „Älteren“ (über 50 Jahre) – Trotz Demografie - entwickelt. Sowohl ihre absolute Zahl, als auch ihre Betroffenheit (zeigt sich in der anteiligen Arbeitslosenquote) sind gesunken. Ihre Arbeitslosenquote lag im März bei 16,0 Prozent, im März 2013 noch bei 17,2 Prozent. Damit liegt sie aber immer noch 1,2 Prozent über der allgemeinen Quote. Im Kundenzentrum der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung) sank die Zahl der Älteren - im Vorjahresvergleich – um 127 auf 3.208, auch im Jobcenter (Grundsicherung) sank sie um 144 auf 4.936.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten waren im März 6.199 Menschen arbeitslos. 809 weniger als im Vormonat und 842 weniger als im März 2013. Das entspricht einem Rückgang von 12 Prozent.

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II - umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt - lag im März bei 14.678 Arbeitslosen. 162 weniger als im Februar und 90 weniger als im März 2013. Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im März konnten 4.436 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 645 Menschen denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 921 Männer und Frauen wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 537 Förderungen weniger als vor einem Jahr.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 5.189 höher und die Arbeitslosenquote bei 18,1 Prozent.

Gemeldete Arbeitsstellen

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zurzeit gibt es mehr als 1.700 freie Arbeitsstellen. 162 mehr als im Vormonat und 343 mehr als im März des Vorjahrs.

Die größte Nachfrage gab es im März aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (643 freie Stellen im Bestand), Instandhaltung, Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie Verkehr und Lagerei (235), im Gastgewerbe (224), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (170).

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg stellt sich der Arbeitsmarkt im März recht unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Neubrandenburg mit einer Zunahme von 2 Prozent. 

Halbjahresbilanz auf dem Neubrandenburger Ausbildungsstellenmarkt 2013/2014: 

  • 1.334 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen – 107 mehr als im Vorjahreszeitraum
  • 1.196 Bewerber – Leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33
  • Im März: noch 975 unbesetzte Stellen und 825 unversorgte Bewerber 

Zur Mitte des Berichtsjahres der Berufsberatung (1. Oktober 2013 bis 31. März 2014) bilanziert die Agentur für Arbeit Neubrandenburg mit 1.334 gemeldeten Ausbildungsplatzangeboten ein Plus von 107 Stellen gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur um 33. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 82 weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (-9 Prozent), die Zahl der unbesetzten Stellen erhöhte sich um 112 (+13 Prozent). 

„Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen – Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Insbesondere im Altkreis Demmin agieren Betriebe bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen zurückhaltend. „Die Folge sind Abwanderungen der Schulabgänger. Und zumeist sind das Bewerber mit guten bis sehr guten Schulabgangsnoten. Gleichzeitig gibt es aber noch eine große Zahl von Bewerbern und Bewerberinnen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt. Auch diese jungen Menschen werden gebraucht, um künftig den Fachkräftenachwuchs sicher zu stellen, “ bilanziert Hans-Martin Rump, Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, zur Mitte des Berichtsjahres der Berufsberatung. „Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen“

Unbesetzte Berufsausbildungsstellen und unversorgte Bewerber 

Derzeit sind noch 825 Jugendliche auf der Suche nach „ihrem Ausbildungsplatz“. Genau 975 unbesetzte Ausbildungsstellen warten noch auf „ihren Azubi“. Rein rechnerisch haben Ausbildungsbewerber gegenwärtig also noch vielfältige Chancen. Die Berufswünsche sollten sich aber nicht nur nach den Interessen, sondern auch nach dem Angebot am Markt richten und die schulischen Leistungen, die Fähigkeiten und Motivation der Jugendlichen berücksichtigen. Insgesamt kann man in unserem Landkreis mehr als 150 verschiedene Berufe erlernen. 

Praktika gute Möglichkeit, Arbeitgeber von sich zu überzeugen

„Auch diejenigen, bei denen das Zeugnis nicht so rosig ausgefallen ist, müssen ihren Kopf nicht in den Sand stecken, weiß Rump. „Natürlich heißt es: noch einmal Vollgas geben und vielleicht doch noch die ein oder andere Note rumreißen. Wenn nicht jetzt wann dann! Aber auch Praktika sind eine gute Möglichkeit, den Arbeitgeber von sich zu überzeugen.“ Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Neubrandenburg unterstützt auch hierbei.“Besorgen Sie sich einen Beratungstermin. Das geht am Schnellsten mit einem kostenfreien Anruf im Service Center der Arbeitsagentur unter 0800 4 5555 0.“ Das Service Center der Arbeitsagentur ist montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, also auch außerhalb der Öffnungszeiten der Agentur für Arbeit erreichbar.

Agentur für Arbeit Neubrandenburg

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Der Arbeitsmarkt Westmecklenburg im Mai 2014 Agentur für Arbeit

Im Mai ist der Arbeitsmarkt in Westmecklenburg weiter aufgeblüht. Im Zuge der üblichen Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem April um 1. [ zum Artikel » ]

Saisonbelebung am Arbeitsmarkt hält an Agentur für Arbeit

„Wenn die Entwicklung in den nächsten Monaten so weiter geht, könnten wir in diesem Jahr vielleicht sogar erstmals seit der Wiedervereinigung die 10-Prozent-Marke ... [ zum Artikel » ]

Frühsommerhoch am Arbeitsmarkt Agentur für Arbeit

Die sehr gute Arbeitsmarktentwicklung im Landkreis Vorpommern-Greifswald setzte sich auch im Mai fort. „Nach den witterungsbedingten Vorzieheffekten im Frühjahr hatten ... [ zum Artikel » ]

Arbeitslosigkeit in der Seenplatte saisonbedingt weiter gesunken Agentur für Arbeit

„Mehr Arbeit in den Hotels und Gaststätten, im Baugewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft haben dafür gesorgt, dass die Arbeitslosenzahl in der Seenplatte ... [ zum Artikel » ]

Erstmals einstellige Arbeitslosenquote im Mai in der Rostocker Region Agentur für Arbeit

„Der Rostocker Arbeitsmarkt entwickelte sich passend zur Jahreszeit überwiegend positiv“, so Christoph Möller, Leiter der Rostocker Arbeitsagentur. [ zum Artikel » ]

Gute Nachrichten vom vorpommerschen Arbeitsmarkt Agentur für Arbeit

„Es gibt sehr gute Nachrichten vom vorpommerschen Arbeitsmarkt“, bilanziert Arbeitsagenturchef Heiko Miraß die aktuellen Arbeitsmarktdaten. [ zum Artikel » ]

101 Köpfe

Holger Behrndt, geschäftsführender Gesellschafter Behrndt und Herud GmbH

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen! 

Holger Behrndt steckt voller Ideen, kann übers Wasser laufen und schätzt ein, wie lang der Weg zum papierlosen Büro sein wird. Er weiß, dass es wichtig ist, in generationsübergreifenden Belegschaften alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Über sein Unternehmen, die Prozesse der Digitalisierung  und vieles andere unterhielten wir uns mit ihm kürzlich.

Bücher aus der Region

Neuerscheinungen;  Copyright EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

rotz der aktuellen Einschränkungen infolge Corona-Krise geht das Lesen natürlich weiter, erklärt Verlegerin Gisela Pekrul, die Chefin der in Godern nahe der Landeshauptstadt Schwerin ansässigen EDITION digital. Allerdings seien dazu kreative Reaktionen nötig und andere Wege zu beschreiten als zu ganz normalen Zeiten. 

Anzeige
Anzeige

Bildergalerien

Faktor Wirtschaft

Titel FAKTOR WIRTSCHAFT 03/2020

IHK Zeitung Faktor Wirtschaft - März 2020

Titelthema:

Plädoyer für eine eigene wirksame Interessenvertretung
Warum Julius Kessow erster IHK-Präsident wurde und Rainer Stoppel VV-Mitglied