IG Metall Küste

Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern wollen kürzer arbeiten

Mecklenburgische Seenplatte | 12.07.2017

Arbeitszeiterfassung, Foto: Thinkstock/Fuse
Arbeitszeiterfassung, Foto: Thinkstock/Fuse

Mehr als 80 Prozent der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern wünscht sich kürzere Arbeitszeiten. Das ist das Ergebnis einer Befragung der IG Metall, an der sich etwa 1.900 Arbeitnehmer im Land beteiligten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten hätte gern eine 35-Stunden-Woche, sie ist aber nur für weniger als zwei Prozent der Befragten Realität. „Wunsch und Wirklichkeit liegen bei den Arbeitszeiten in Mecklenburg-Vorpommern weit auseinander“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf einer Konferenz der IG Metall Geschäftsstellen Stralsund-Neubrandenburg, Rostock und Schwerin in Linstow.

„Daran lässt sich nur etwas ändern, wenn sich die Beschäftigten in der Gewerkschaft organisieren und wir gemeinsam in weiteren Betrieben Tarifverträge durchsetzen. Dadurch sorgen wir nicht nur für höhere Löhne, sondern auch für bessere Arbeitszeiten“, so der Gewerkschafter. Das sei auch die Voraussetzung, um bei der von 90 Prozent der Befragten eingeforderten Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West voranzukommen. „Die Beschäftigten empfinden es als ungerecht, dass sie zum Beispiel in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie 38 statt 35 Stunden in der Woche arbeiten müssen“, sagte Geiken. 

In Betrieben, in denen Tarifverträge gelten und sich Betriebsräte für gute Regelungen einsetzen, ist die Zufriedenheit mit der Arbeitszeit insgesamt größer. „Für die IG Metall ist die Tarifbindung die zentrale Gerechtigkeitsfrage“, sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall auf der Veranstaltung. „In bundesweit 145 Betrieben mit 36.000 Beschäftigten haben wir im vergangenen Jahr erstmals eine Tarifbindung erreicht. Das heißt 36.000 Mal höhere Entgelte, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Urlaub". 

Ausgeprägt ist laut der Beschäftigtenbefragung insbesondere der Wunsch, die Arbeitszeiten zeitweise absenken zu können, etwa für die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildung. „Die Beschäftigten verlangen Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Sie wollen Flexibilität, auch wenn es um ihre Belange geht“, erklärte IG Metall-Vorstandsmitglied Lemb. Um solche Forderungen durchzusetzen, bereite sich die IG Metall schon jetzt intensiv auf die Ende des Jahres beginnende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie vor.

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