Agentur für Arbeit Neubrandenburg

Arbeitsmarkt: Vorboten lassen Gutes für den Frühling erwarten

Mecklenburgische Seenplatte | 28.02.2018

Wartezone in der Agentur für Arbeit; Foto: Agentur für Arbeit
Wartezone in der Agentur für Arbeit; Foto: Agentur für Arbeit

„Auch wenn die winterlichen Bedingungen im Seenplattenlandkreis ihre Spuren hinterlassen haben, zeigt sich der Arbeitsmarkt robust. Denn die Arbeitslosigkeit ist allein aufgrund des Winterwetters gestiegen. Die sonst zu Jahresbeginn übliche Entlassung von Mitarbeitern ist gestoppt, die Nachfrage nach Arbeitskräften gewinnt deutlich an Fahrt und die Zahl der offenen Stellen ist auf einem Winter-Allzeithoch. Ich rechne damit, dass der Beschäftigungsaufbau sich in diesem Jahr fortsetzt. Allerdings wird sich damit die Suche nach Fachkräften weiter verschärfen - vor allem in bestimmten Bereichen wie etwa in der Gesundheits- und Pflegebranche und im verarbeiteten Gewerbe, sagte der Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Frank Skowronek, heute in Neubrandenburg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz. 

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick

  • Insgesamt 15.060 Arbeitslose: ein Plus zum Vormonat (+87), ein Minus zum Februar 2017 (-1.928) 
  • Arbeitslosenquote in der Seenplatte 11,2 Prozent 
  • 2.559 freie Stellen warten auf Bewerberinnen und Bewerber – schlechtere Chancen für Ungelernte
  • Arbeitslosigkeit Älterer (50 Jahre und älter) nimmt weiter ab (-11 Prozent gegenüber dem Vorjahr). 
  • Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen in der Seenplatte. Stärkster Rückgang in der Region Altentreptow (-17 Prozent) Neubrandenburg 


Im Februar waren in der Seenplatte 15.060 Menschen ohne Job. 87 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,2 Prozent. Im Februar 2017 lag die Quote bei 12,6 Prozent. Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Frank Skowronek: „Der Winter hat den Arbeitsmarkt in der Seenplatte im Griff. Wirtschaftlichen Aktivitäten lassen nach und in der Folge werden Arbeitskräfte entlassen, Neueinstellungen aufgeschoben. Bis Mitte Februar hat sich noch keine durchgreifende Frühjahrsbelebung bemerkbar gemacht. Die Zahl der Jobsucher ist nahezu auf dem Niveau des Vormonats geblieben.

Allerdings lassen die neuen Arbeitsmarktzahlen Gutes für den Frühling erwarten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist auf Wachstumskurs. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und die Arbeitskräftenachfrage hat im Februar deutlich angezogen und ist unvermindert hoch. Das bringt uns einen Februar mit so wenigen Arbeitslosen wie zuletzt vor 28 Jahren.“ Viele Unternehmen brauchen dringend gut ausgebildete Arbeitskräfte und merken dennoch: „Die Neubesetzung offener Stellen dauert immer länger.

Nicht nur wegen der fortschreitenden Digitalisierung müssen wir uns intensiv um das Thema Weiterbildung kümmern. Es wird immer entscheidender, alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so durch ihr Erwerbsleben zu begleiten, dass sie stets auf Augenhöhe mit dem technischen Fortschritt sind. Qualifizierung ist der Schlüssel, um den Arbeitsmarkt der Zukunft erfolgreich zu gestalten.“

Junge Menschen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen

Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahre) stieg gegenüber Januar um 30 auf 1.095. Das sind 22 weniger als vor einem Jahr. „Knapp 1.100 Männer und Frauen unter 25-Jahren sind aktuell arbeitslos gemeldet. 75 Prozent von ihnen haben keinen Berufsabschluss. Auf dieses Potential zu verzichten, können wir uns nicht länger leisten. Hier werden wir gegensteuern. Wir werden diese jungen Männer und Frauen gezielt ansprechen und systematisch ihre Talente erschließen, um den Personalbedarf unserer Betriebe zu decken“, sagt Skowronek.

Zu- und Abgänge

Insgesamt haben sich im Februar 1.156 Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos gemeldet. Das waren 894 weniger als im Vormonat und 62 weniger als im Februar 2017. 804 haben einen Arbeitsplatz gefunden. Das waren 220 mehr als im Januar und 115 weniger als im Februar 2017.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Die Arbeitslosenquote der Jüngeren ist um 0,2 Prozentpunkte zum Vorjahr gesunken. Damit liegt sie 1,7 Prozent über dem Wert der allgemeinen Quote. Die Zahl der Älteren (50 Jahre und älter) sank im Vergleich zum Vorjahr um 778 auf 6.172. Die anteilige Arbeitslosenquote ist um 1,6 Prozentpunkte zum Vorjahr gesunken. Damit liegt sie auf dem Niveau der allgemeinen Quote.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im Februar 5.278 Menschen arbeitslos. Eine Person mehr als im Vormonat und 682 mehr als im Februar 2017. Das entspricht einem Rückgang von 11,4 Prozent.* Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II - umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt - lag im Februar bei 9.782 Arbeitslosen. 86 mehr als im Januar und 1.246 weniger als im Februar 2017. Das entspricht einem Rückgang von 11,3 Prozent.*

*Seit dem 1. Januar 2017 werden die sogenannten „Aufstocker“ (Parallelbezieher von ALG und ALG II) vermittlerisch durch die Arbeitsagenturen betreut und deshalb künftig im Rechtskreis SGB III als arbeitslos gezählt (zuvor: im SGB II). Das muss bei der Interpretation von Vergleichen mit davor liegenden Zeiträumen berücksichtigt werden.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im Februar konnten 4.101 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 791 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 893 wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Februar bei 19.223. Damit sank die Unterbeschäftigungsquote – zum Vorjahresmonat - um 12 Prozentpunkte (-2.569). Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 4.163 höher und die Arbeitslosenquote bei 13,9 Prozent.

2.560 offene Stellen

Aktuell gibt es 2.559 offene Stellen. Besonders gesucht werden Arbeitskräfte in Callcentern und der Zeitarbeit, im Gesundheit- und Sozialwesen sowie im verarbeiteten Gewerbe. Es folgen Berufe im Gastgewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und im Baugewerbe. Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Februar relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 17 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Neubrandenburg mit einer Abnahme von 9 Prozent.

Agentur für Arbeit Neubrandenburg

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