Folge 14

Stefan Mandt

101 Köpfe | 28.11.2013

Stefan Mandt
Stefan Mandt, Mandt Büroorganisation

Im aktuellen Interview: Herr Stefan Mandt, Mitglied der Geschäftsführung der Mandt Büroorganisation GmbH in Neubrandenburg, darüber dass man Schuhe auch mal zum Schuster bringen muss und über "Gurken" im Büro.

 

Steckbrief Stefan Mandt:

  • Jahrgang: 1980
  • 3. Unternehmergeneration in der Familie
  • Familien-Unternehmen: Mandt Büroorganisation GmbH, Neubrandenburg
  • Gegründet: 1991
  • Anzahl der Mitarbeiter: 24
  • Kinder: 1 Tochter
  • Leidenschaft für: Gerechtigkeit in allen Bereichen

Seit 2009 unterstützen Sie Ihren Vater Jörg-Peter Mandt in der Geschäftsleitung. Haben Sie sich den Alltag im familiären Unternehmen so auch vorgestellt. Haben Sie Freude an den alltäglichen Dingen, die zu erledigen sind? 
Auf jeden Fall. Das kann ich wirklich unterstreichen. Im Januar 2014 wird die Firma übergeben. Wir – damit meine ich das gesamte Team - lassen meinen Vater stückweise ziehen. Ich bin der Meinung, die Jugend sollte nicht auf die Erfahrungen der Generation, die nach der Wende hier vieles aufgebaut hat, in den Wind schlagen. Die Zeit seit 2009 ist schnell vergangen und ich kann zum Glück auf das Wissen und die Erfahrung meines Vaters zurückgreifen. Im Großen und Ganzen fühle ich mich durch die Vorbereitung gut gewappnet für die anstehenden Aufgaben, bin aber ebenso froh darüber, dass ich mir einen gut gemeinten Rat bei ihm holen kann.

Anhand welcher Meilensteine machen Sie die Entwicklung des Unternehmens fest?
Meilensteine waren nach der Gründung der Mandt Büroorganisation im Reitbahnviertel der Bau des Geschäftsgebäudes in der Oststadt. 1997 wurden die neuen Geschäftsräume hier in der Kruseshofer Straße bezogen. Auch das Wachsen der Mitarbeiterzahl auf bis heute 24 zählt ohne weiteres zu den Meilensteinen. Die Partnerschaft zu KYOCERA besteht inzwischen seit mehr als 10 Jahren und konnte stets gefestigt werden. Wir haben auch kleinere Meilensteine zwischen den großen gehabt. Das sind Firmenjubiläen unserer Mitarbeiter, das sind tolle neue Kunden, die wir gewinnen konnten. Es ist auch ein gutes Gefühl, die Beziehungen zu den Lieferanten gestärkt zu haben. Insbesondere diese kleinen Meilensteine sind für mich im Jahresverlauf wichtig. Wir haben uns im Bereich der Bürotechnik weiter entwickeln können und setzen dabei auf die Produkte von KYOCERA. Erst kürzlich haben wir den Status MDS-Solution Partner erreicht. Dahinter verbirgt sich eine Software-Zertifizierung. Die alljährliche Verteidigung dieser Anerkennungen ist immer wieder eine Herausforderung, der wir uns gern stellen. Daher sind wir dann auch immer stolz, wenn wir uns erneut verbessern konnten.

Moderne Kommunikationstechnik führt ja sicher auch dazu, dass in den Büros hiesiger Unternehmen weniger Papier verbraucht wird. Wie stark rückläufig ist der Bedarf und womit wird er kompensiert.
Der Papierverbrauch ist gar nicht rückläufig. Die verbrauchte Papiermenge in Deutschland steigt nach wie vor. Vom papierlosen Papier sind wir weit entfernt hierzulande. Das klassische Kopierpapier ist der Bestseller schlechthin.

Freuen Sie sich auf die jährlich stattfindenden Einkaufs- und Produktmessen, welche sind für Sie ein Pflichttermin?
Ja, das ist sehr aufwendig aber es macht richtig Spaß. Man kann natürlich auf jeder Veranstaltung sein, aber die wichtigen sollte man bei uns im Business nicht verpassen. Pflichttermine sind auf jeden Fall die Veranstaltungen des Herstellers und eine Messe, die im Bereich des Büromaterials von unserem Lieferanten abgehalten wird. Da kommt der Handel mit den Lieferanten an einen Tisch. Das ist eine gute Chance, sich persönlich kennenzulernen. Für uns ist dabei immer wieder interessant, über neue Produkte und Trends auf dem Laufenden gehalten zu werden. Der Besuch der Firma Palmberg in Schönberg der Nähe von Schwerin als Möbelhersteller ist für uns auch immer interessant. Das sind die wichtigen Termine im Jahr, die ich auf keinen Fall verpassen möchte. Mit der Firma Palmberg arbeiten wir schon seit Jahren zusammen. Für mich ist dabei auch wichtig, dass es ein Unternehmen aus unserem Bundesland ist. Die Umsätze, die wir mit unseren Kunden generieren bleiben im Land. Palmberg ist ein Unternehmen, das inzwischen auch in der Schweiz ansässig ist und wo vor allem tolle Büroeinrichtungen und Möbel gebaut werden. Zudem stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Die Rationalität ist uns dabei auch wichtig. Bis zum Werk ist es nicht weit; in zwei Stunden bin vor Ort.

Wenn Sie in Büros Ihrer Kunden kommen, worauf achten Sie?
Ich achte natürlich auf alles, was wir anbieten. Ich nehme wahr, welche Produkte liegen auf dem Schreibtisch. Genauso achte ich darauf, welche Druck- und Kopiergeräte eingesetzt werden. Natürlich geht mein Blick auch zu den Bürostühlen. Heute ist es bei einem langen Bürotag Pflicht, Sitzmöbel und Arbeitsmöbel zu nutzen, die ergonomisches Arbeiten ermöglichen. Zur Gesundheitsprävention gehört zwingend die Auswahl des Bürostuhls. Mir tun die Leute leid, die den ganzen Tag auf einer „Gurke“ verbringen müssen. Es ist unsere Aufgabe, Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Verlockungen sind groß, schließlich kann man auch außerhalb des Fachhandels Bürostühle erwerben. Ob die der Ergonomie zuträglich sind, das wage ich manchmal zu bezweifeln. Tendenziell achten aber immer mehr Unternehmer darauf. Das ist ein guter Trend. Gesunde Ernährung, gesundheitsbewusstes Arbeiten und auch ein angenehmes Arbeitsambiente wird immer wichtiger. Das wünsche ich auch jedem.

Was muss ein Mitarbeiter mitbringen, um bei Ihnen einen Job zu bekommen?

Wir sind ja ein Familienunternehmen. Wenn wir jemanden in die Familie aufnehmen, dann loten wir aus, ob er ins Team passt. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihre Aufgabe ernst nehmen, engagiert sind und sich auch persönlich einbringen wollen. Mitarbeiter haben bei uns die Chance, mit Ideen dazu beizutragen, dass das Unternehmen besser wird. Wir haben gemeinsam mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Unternehmensleitlinien erarbeitet. Darauf sind wir stolz.

Welche festen Eckfeiler muss ein Tag für Sie haben, damit Sie am Abend gut schlafen?

Auf jeden Fall sollte der Tag damit beginnen, dass ich meine Tochter in die KITA bringe. Dann ist die Welt schon mal rund. Für mich ist es dann im Geschäft immer wichtig mit den Damen und Herren hier im Geschäft dann in den Austausch zu gehen, mich zu informieren. Für mich ist wichtig wer an welchem Projekt arbeitet. Dann ist für mich wichtig, zu erfahren was wir an Umsätzen erreicht haben und welche tollen Aufträge wir abarbeiten können. Wie geht es den Leuten im Geschäft. Geht es Ihnen gut, dann ist es in Ordnung. Geht es nicht gut, dann warum nicht. In einem Familienunternehmen halte ich es für normal so miteinander umzugehen. Herausforderungen müssen auch mit dem Berufsalltag für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Einklang zu bringen sein. Wenn der Schuh drückt, dann muss man ihn auch mal zum Schuster bringen. Schön ist natürlich auch wenn ich am Abend erkennen kann, dass von dem Berg Arbeit auch etwas abgetragen wurde. Dann gibt e noch ein deftiges Abendessen und dann ist der Tag rund.

Wo und Wie können Sie die Seele am besten baumeln lassen?
Ganz klar: an der frischen Luft. Ob es im Harz ist oder am Tollensesee. Gern bin ich auch mit dem Fahrrad unterwegs, auch mit dem Kinderanhänger. Am liebsten treibe ich mich im Mühlenholz rum. Das ist ein schöner Wald mit alten Eichen und Buchen. Das finde ich am besten.

Welches Ministeramt auf Landesebene würden Sie gern bekleiden wollen und was wäre die dringlichste Aufgabe, die Sie dann erledigen würden?
Nein, beim besten Willen das kann ich mir nicht vorstellen. Für diese Arbeit fehlt mir jegliche Fachkenntnis, daher kann ich auch die Aufgaben nicht einschätzen.

Gesunde Ernährung im Alltag ist für Sie ein Ding der Unmöglichkeit oder täglich gelebte Praxis?
Na, fast täglich. Aber auch gern mal Fastfood. Aber es bewegt sich im Rahmen. Ich gehe ja bei uns einkaufen und ich richte mich danach eine ausgewogene Auswahl zu treffen. In Neubrandenburg ist das gut möglich und in vielen anderen kleineren Orten sicher auch.

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