Folge 4

Peter Gebser

101 Köpfe | 02.11.2010

Peter Gebser
Peter Gebser

Geschäftsführer, Vizepräsident IHK zu Neubrandenburg, Preisträger Großer Preis des Mittelstandes 2010 über Auszeichnungen, Gästebindung, Zukunftspläne, Lokführerträume und Wetterkapriolen.

Herr Gebser, erst kürzlich haben Sie den Großen Preis des Mittelstandes erhalten, wenige Tage drauf das 20jährige Firmenjubiläum gefeiert. Sie mögen das Feiern?

Ich will es mal so sagen: Ob es die Zertifizierung war, der Große Preis des Mittelstandes oder auch unser Jubiläum, es sind die Ergebnisse von Teamarbeit. Wenn man so eine Truppe hat, wie wir seit Jahrzehnten haben, dann macht auch das Feiern Spaß. Man muss bei der anstrengenden Arbeit, die in der Saison geleistet wird, Möglichkeiten schaffen, dass man sich entspannen und auch mal stolz sein kann. Meine Mitarbeiter sind so stolz über die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstandes“. Ich meine, sie haben sich mehr gefreut als ich. Sie wissen ja, wir haben uns selbst nicht um die Auszeichnung bemüht, sondern wurden seit 2007 durch das Wirtschaftministerium des Landes nominiert. Der Campingplatz existiert nun 20 Jahre und hier wurde viel investiert. Das wurde im Ministerium aufmerksam verfolgt. Darüber hinaus bin ich im Landesverband des Camping- und Wohnmobiltourismus im Vorstand tätig und pflege daher den Kontakt zum Wirtschaftsministerium. Wir haben vom Wirtschaftsministerium und dem Landesförderinstitut auch Unterstützung für unsere Projektvorhaben bekommen. Daher empfinde ich es als unsere Pflicht, hier das Beste draus zu machen, auch wenn es nicht nur Vorteile bringt, Vorzeigeobjekt zu sein. Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden. Die Entscheidung, ob der Campingplatz beliebt ist, fällen die Gäste. Wir haben ca. 60 Prozent „Wiederholungstäter“ und Gäste die teilweise schon seit 15 oder 20 Jahren regelmäßig hierher kommen

Kam der Campingplatz vor 20 Jahren zu Ihnen oder war es anders herum? Was verbindet Sie selbst mit Camping?

Nein, ich bin zum Campingplatz gekommen. Ich musste 1981 laut Parteibeschluss den Zweckverband Erholungszentrum Trassenheide übernehmen. Zuvor habe ich 25 Jahre lang das Wasserrettungswesen hier aufgebaut. Im Zweckverband waren sieben Gemeinden, die alle Campingplätze hatten und sechs Gemeinden hatten einen Wasserrettungsdienst und das musste ich als Direktor übernehmen. Ich hatte also lange Gelegenheit, Camping und Wasserrettungsdienst aufzubauen. Ich muss die Frage, ob ich Camper war, auch bejahen. Aber ich hatte es ja nicht nötig, weil ich ja jeden Tag am Strand war. Das war meine Lebenserfüllung auch die meiner Familie. 1990 wurde ich arbeitslos und bin in Zinnowitz zu Bürgermeister John gegangen. Der hat damals zu mir klipp und klar gesagt. „Herr Gebser, es kann mir nichts Besseres passieren, als wenn Sie das jetzt machen würden.“

Na ja und so fing alles an. Wir begannen herauszufinden, wem die Ländereien gehörten. Das war ein schwieriger Prozess, aber ich konnte die Pachtverträge abschließen und so bin ich zu diesem Campingplatz gekommen. Die erste Saison ging los und wir hatten hier Waschhäuser, in die heute keiner mehr gehen würde. Wir haben uns auf die Suche nach einem Geldgeber gemacht, denn wir hatten ja nichts. Völlig unbedarft und naiv hat man sein privates Eigentum dagegen gesetzt und wenn einem was passiert, steht man vor dem Nichts.

Dann hatten wir das große Glück, bei der Sparkasse durch Herrn Schwarze und Frau Moser einen Vorstand damals anzutreffen, der nicht nur uns, sondern dem Tourismus der Insel Usedom gegenüber sehr aufgeschlossen war und sich sehr für dessen Entwicklung stark gemacht hat. Das hat uns sehr geholfen und daraus sind langjährige Geschäftsbeziehungen geworden, die wir heute noch pflegen. Alljährlich führen wir ein Informationsgespräch mit allen Gesellschaftern, Banken und Steuerberatern durch. Dort geben wir Einblick in die Entwicklung und berichten über zukünftige Vorhaben. Dadurch ist ein Miteinander entstanden, das uns gestärkt hat. 1991 habe ich dann mit meinem Freund zusammen eine GmbH gegründet. Als wir 250.000 DM ausgegeben hatten für einen Spielplatz, haben uns die Leute für verrückt erklärt. Aber die Rechnung ist aufgegangen. Unsere Zielgruppe sind Familien und Kinder. Die Kinder bestimmen im Urlaub ja in der Regel wo es hingehen soll. Wir haben bislang weit über 10 Mio. Euro investiert in den 20 Jahren.

In der Laudatio zum Großen Preis des Mittelstandes hieß es: dass sich der Campingplatz Pommernland mit kundenfreundlichen Service-Angeboten vom Wettbewerb abhebt. Welche Angebote zählen dazu?

Unser Alleinstellungsmerkmal ist der Dienst am Kunden. Jeder von uns versteht sich als Dienstleister. Wir haben es von Anfang an in das Team hineingebracht und das funktioniert. Es beginnt damit, dass wir sehr viel für Kinder machen, dass wir auf die Wünsche unserer Gäste eingehen, dass wir Angebotspakete für die Vor- und Nachsaison für die Gäste packen. Wir haben auch für Menschen mit Behinderung die entsprechenden sanitären Einrichtungen und auch in unserem Ferienhauskomplex stehen Wohnungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugeschnitten sind. Verschiedene Verbände schicken ganzjährig Menschen mit Behinderung mit ihren Betreuern zur Erholung hierher. Schlecht ist, dass Zinnowitz nicht gerade behindertenfreundlich ist, was die Bürgersteige betrifft und die Strandzugänge. Gerade hier vom Platz durch den Wald das Stück würden wir gerne gemeinsam mit der Gemeinde so befestigen, dass Rollstuhlfahrer besser zum Strand kommen. Aber hier sagt der Förster: „… das ist Wald und der bleibt so“.

Also müssen Rollstuhlfahrer ins Zentrum und über die dortigen, befestigten Wege zum Strand gelangen. Wir haben eine eigene Bibliothek auf dem Campingplatz, haben Kinderanimation und Sportveranstaltungen, bieten geführte Radwanderungen an, Grillen gemeinsam, oder haben Live-Bands hier. Entscheidend ist aber unser Team, das sehr serviceorientiert ist. Wir haben jetzt zum Herbst noch einmal Lehrlinge eingestellt. Ein Grund dafür ist, dass unsere jetzigen beiden Lehrlinge das zweite Jahr überspringen und gleich ins dritte Lehrjahr konnten. Die beiden sind spitze und bringen sowohl schulische und auch im Betrieb beste Leistungen. Im vergangen Jahr sind wir mit allen Mitarbeitern nach Hamburg gefahren und vor der Abfahrt haben sich die beiden bei allen für die Aufnahme ins Team mit einem Präsentkorb bedankt. Da standen einigen die Tränen in den Augen. Wir haben schon viele Lehrlinge ausgebildet aber die sind bislang einmalig.

Man sollte annehmen, wer so viele Auszeichnungen und Zertifizierungen als Campingplatzbetreiber hat, der kennt keine unzufriedenen Gäste. Ist das so? Wie gehen Sie mit Kritik um?

Es gibt sachliche Kritik, der wir auch nachgehen müssen. Wir reagieren auch darauf. Wenn wir Jugendliche hier haben, die andere Gäste tyrannisieren, die fliegen am nächsten Tag runter vom Platz. Als Campingplatz können wir nicht sagen Jugendliche haben auf dem Platz nichts zu suchen. Das sind die Camper von morgen. Sie sollen ja später mit ihren Familien und Kindern auch wieder hierher kommen. Jugendliche sind brav und lieb, wenn sie an der Rezeption stehen und wenn sie Alkohol getrunken haben sind sie völlig anders. Es gibt Gruppen junger Leute, die fahren auf Campingplätze um Remmidemmi zu machen. Die Interessen der Familien mit denen der Jugendlichen unter einen Hut zu bekommen ist immer wieder ein Balanceakt. Im unreservierten Teil auf dem Zeltplatz sind in der Hochsaison täglich ca. 300 junge Leute. Das ist eine Zielgruppe, denen wir keine direkten Angebote unterbreiten. Aber wenn wir die Leute woanders hinschicken würden, gehen sie uns in Zukunft verloren.

Bei berechtigter Kritik versuchen wir die Punkte im Interesse unserer Gäste zu beseitigen. Es gibt natürlich auch Choleriker, die sind noch gar nicht ganz auf dem Platz drauf und dann geht das schon los. Wir sind für jede Kritik offen, weil wir ja auch betriebsblind für manche Dinge werden. Es kommen Vorschläge und Gedankengut von draußen rein, die uns bereichern können. Unsere Gäste registrieren sehr genau, was sich zum vorherigen Besuch verändert hat.

Camping und Caravaning hat in den vergangenen Jahren und laut Sparkassen-Tourimusbarometer auch im Krisenjahr 2009 Zuwachsraten. Worauf führen Sie dies zurück?

Camping hat im vergangenen Jahr enorme Zuwachsraten gehabt. Das hat unterschiedliche Gründe. Viele traditionelle Urlaubsländer brechen nach und nach weg, weil sie teuerer geworden sind, weil sie von der Witterung auch die Nachteile zu spüren bekommen, die wir hier kennen. Gerade die Querelen im Luftverkehr mit den Streiks oder die Vulkanaschewolke, die im Frühjahr den Luftverkehr lahm gelegt hatte, zwingen viele Leute umzudenken. Das Urlaubsbudget ist bei vielen Leuten geringer geworden. Dafür wird lieber des Öfteren aber kürzer Urlaub gemacht. Camping ist eine Urlaubsform, die nicht mehr billig ist. Der Komfort der Caravans, mit denen die Gäste kommen ist enorm. Das sind Investitionen für Familien. Zusätzlich wird auch für alle Unternehmungen auf der Insel kräftig zugelangt. Ob Sie essen gehen, mit der Bahn fahren, mit den Kindern etwas gemeinsam unternehmen, alles muss bezahlt werden. Die Ausrüstung für das ursprüngliche Zelten ist ein preiswertes Urlaubsvergnügen, obwohl wir mit diesen Kunden am meisten verdienen. Die Caravancamper haben in der Regel alles bei. Diejenigen, die mit dem Zelt anreisen, kaufen bei uns im Shop ein und gehen auch in die Gaststätte. Im Hotel lebt man anonym nebeneinander. Hier ist es etwas anderes. Die Kinder freunden sich schnell an. Die Geselligkeit, die man auf einem Campingplatz erlebt, ist etwas Besonderes.

Als Campingplatzbetreiber haben Sie viel auch viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun, als Vizepräsident der IHK zu Neubrandenburg hingegen mit Unternehmern. Stellen Sie sich vor, Sie wären Bildungsminister. Welche Strategie entwickeln Sie, um die oft bemängelte Wissensqualität der Schulabgänger den Ansprüchen der Wirtschaft anzupassen?

Die Ausbildung unserer Kinder ist erschreckend. Auch mit den Schulabgängern, die sich bei uns bewerben, erleben Sie Dinge, die halten Sie für unmöglich. Ich spreche nicht davon, dass sie mit den Augen rollen, wenn sie hören, dass sie Samstag und Sonntag arbeiten müssen, wie das eben im Tourismus notwendig ist, sondern die positive Einstellung zur Arbeit fehlt den meisten generell. Es gibt Defizite im Wissensbereich und in der sozialen Kompetenz. Das hat man auch bei intelligenten Menschen, die Abitur gemacht haben. Ich bedaure, dass das Bildungssystem der DDR als überholt galt. Heute zählen Individualität und der Geldbeutel der Eltern mehr.

Das ist nicht gut. Die Industrie klagt ja schon seit Jahren, dass die schulische Ausbildung am Bedarf der Wirtschaft vorbei geht. Ein Unterrichtstag in der Produktion wäre eine gute Lösung. Die Wirtschaft wird gezwungen sein, auf die Schulen und Schüler zuzugehen. Kinder könnten sich ausprobieren und eigene Stärken und Schwächen analysieren, um dann eine Entscheidung für den beruflichen Werdegang zu treffen, denn viele wissen gar nicht, was sie werden möchten und brechen die erste Ausbildung ab. Daher wird es zur Existenzfrage der Wirtschaft mit Schulen gemeinsame Wege zu finden, die Schüler zu motivieren.

Wo und wie verbringen Sie selbst Ihren Urlaub am liebsten?

Ich habe lange keinen Urlaub gemacht. Ich fahre sehr gern nach Ägypten – nicht wegen der Pyramiden sondern nach Sinai, wo man schön tauchen kann. An zweiter Stelle steht bei mir die Schweiz und zwar nicht wegen der Berge, sondern wegen der Eisenbahn. Ich bin diesbezüglich völlig verrückt. Ich habe 1948 meine erste elektrische Eisenbahn bekommen. Ich hatte das Glück, als Kind ein eigenes Zimmer zu haben. In diesem gab es einen Stuhl, ein Schrank, ein Bett und eine Eisenbahnplatte. Diese Leidenschaft habe ich bis heute beibehalten. Ich habe zu Hause im gesamten Obergeschoss nur eine Eisenbahnanlage und im Garten eine Anlage von 400 Quadratmetern Größe. Mein größter Kindheitswunsch war Lokführer zu werden. Jetzt habe zum 70. Geburtstag die Möglichkeit geschenkt bekommen, in Bad Doberan auf der Molli die Ausbildung zum „Lokführer ehrenhalber“ zu machen. Am 22. Oktober habe ich das Zertifikat zur Abschlussprüfung „Ehren-Lokomotivführer“ erhalten.

Haben Sie einen Traum, der bislang unerfüllt blieb?

… eigentlich nicht. Ich bin froh, dass ich gesund bin und eine glückliche Familie habe.

Gibt es etwas, das Ihnen Sorgen bereitet?

Sorgen? Man ist bei so einem Unternehmen immer abhängig vom Wetter. Das Jahr 2010 stand witterungsbedingt nicht unter einem guten Stern. Wir hatten durch den harten Winter noch lange Schnee und Eis, so dass wir erst spät in die Saison starten konnten. Der Campingplatz hatte aber bis Juli die Verluste aus dem Frühjahr aufholen können. Am 14. August gab es in Zinnowitz einen Regenguss, der innerhalb von 3 Stunden 86 Liter brachte. Da ist der gesamte Campingplatz „abgesoffen“. Das war so schlimm, dass am gleichen Tag 199 Einheiten abgefahren sind, also entweder Zelte oder Wohnmobile mit in der Regel 3 bis 4 Personen pro Einheit. Dann kamen die Nachwehen: Wir mussten den Platz erst wieder herrichten und das fehlende schöne Wetter sorgte dann dafür, dass deutlich weniger Gäste im August kamen. Andere Campingplätze - auch an der Seenplatte - haben ähnliche Probleme in diesem Jahr. Wir haben Investitionsmaßnahmen erst einmal „auf Eis gelegt“. Mal sehen, wie es im kommenden Jahr wird. Wir haben im Gegensatz zu anderen Ferienregionen ja eine tolle Infrastruktur für Touristen auf der Insel. Da spielt ein Regentag im Normalfall keine Rolle, aber das war zu massiv in diesem Jahr.

Die Begleiterscheinungen der touristischen Entwicklung der Insel Usedom jedoch bereiten mir Kopfschmerzen. Wir sind noch meilenweit davon entfernt als eine Insel wahrgenommen zu werden und aufzutreten. Mich ärgern der wuchernde Bettenzuwachs, das Zubauen der schönen Inselflächen, das mangelnde Durchsetzungsvermögen einzelner Kommunen bei der Koordinierung notwendiger Baumaßnahmen, die während der Touristensaison auf Zufahrtsstraßen und innerorts durchgeführt werden.

Nehmen wir die Bäderregelung. Wer soll verstehen, dass kirchliche Würdenträger die Bäderregelung in Fragen stellen, sich aber gleichzeitig durch Abzug der Kirchensteuer staatlich subventionieren lassen? Dies muss man sich bei einem Bevölkerungsanteil von 19 % zum Glaubensbekenntnis vor Augen halten. Die Enquete-Kommission des Landtages befasst sich damit, den Kommunen weitere wirtschaftliche Tätigkeiten zu erlauben; will man der Privatwirtschaft das Wasser abgraben? Wer zahlt denn Steuern zur Finanzierung der öffentlichen Hand? Der Mittelstand, nicht die Kommunen! Die Kommunen kennen keine Insolvenzen und persönlichen Haftungen mit Privatvermögen wie der Mittelständler. Ihre Verluste zahlt der Steuerzahler!

Nehmen wir die Kurtaxe: - Eine neue gestaltete Promenade – wunderbar und notwendig, es fehlt aber an WC-Einrichtungen, besonders am Weststrand, den mindestens ein Drittel der Gäste und Einwohner von Zinnowitz aufsuchen. Als Beherbungsunternehmen wird uns das Einfordern, Kassieren und Buchen der Kurtaxe auferlegt. Wir stellen dafür bei der Größenordnung unseres Unternehmens eine vollzeitbeschäftigte Arbeitskraft. Die Kosten für die Geldtransit- und Kreditkarten-Gebühren zahlen die Beherbungsunternehmen aus eigener Tasche. Dies ist ein unhaltbarer Zustand! Für jede Leistung ist sonst eine Gebühr fällig. Die längst fällige und von der EU geforderte Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Gastronomie und Beherbergung wurde nur im Beherbergungsgewerbe umgesetzt, die Gastronomie hat nicht davon profitiert. Die zu erwartenden Mehrerlöse wurden für Investitionen, Sanierungen und für die bessere Entlohnung der Mitarbeiter vorgesehen. Sollte dies nach dem Schlingerkurs der gegenwärtigen Koalition in Berlin zurückgenommen werden, sind diejenigen, die bereits ihre Planungen umgesetzt haben, die Betrogenen und deren Mitarbeiter diejenigen, die dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren. Was mich noch ärgert; dass meine Auszubildenden während der Hochsaison in den Ferien zur Berufsschule gehen sollen; dass das Straßenbauamt in Stralsund sich vehement gegen Kreisverkehre auf der Insel Usedom stemmt und die B111 durch weitere Ampelstandorte noch undurchlässiger wird.

Welches Buch sollte jeder Unternehmer gelesen haben?

Ich lese mit großem Interesse und Spannung die Bücher von Peter Scholl-Latur. Die zeigen soviel von der Weltgeschichte, die auch nicht so durch die Medien transportiert wird. Auch die Sarrazinthematik ist in seinem Werk zu finden.

Gibt es einen Ort, an dem Sie sich 60 Minuten aufhalten können und nichts tun, außer Ihren Gedanken nachzuhängen?

Ich kann es zu Hause in meinem Garten. Ich hole mir dort meine Lust und Freude an der Arbeit und kann auch meinen Frust loswerden … oder auf meiner kleinen Segeljolle. Aber ich habe es in den letzten drei Jahren geschafft, das Boot ins Wasser zu legen, das ganze Jahr über nicht zu segeln und es im Herbst wieder herauszuholen.

Sie dürfen orakeln. Wie wird sich

  • Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Ich denke, wenn man sich darauf besinnt, dass man sich auf dem Geschaffenen nicht ausruhen kann, sondern dies weiter entwickeln muss, wird Mecklenburg-Vorpommern seine führende Position im Tourismus behalten. Aber es darf in keinen Dornröschenschlaf verfallen. Alle Ostseeanrainerstaaten werden mächtig aufholen und den Tourismus als Wirtschaftsfaktor erkennen. Das Dienstleistungsgewerbe wird an Bedeutung gewinnen, da industrielle Prozesse gestrafft werden und dadurch Arbeitsplätze abgebaut werden.

  • Der Campingplatz Pommernland

Wir haben jetzt 20 Jahre den Campingplatz und viel investiert. Teilweise wurde bereits das erste oder zweite Mal renoviert. Wir müssen die Gebäude auch zukünftig in Schuss halten und wir wollen den Hauptweg auf dem Campingplatz befestigen. Camping wird immer eine Urlaubsform bleiben und auch wir müssen die demographischen Herausforderungen annehmen und unsere Angebote entsprechend anpassen. So ist es noch immer meine Absicht, einen Fitnessplatz in freier Natur für ältere Menschen zu bauen, so wie ich es in China vielfach gesehen habe. Die ältere Zielgruppe wird immer dominierender. Unsere Bemühungen für junge Familien gehen natürlich unvermindert weiter. Neu ist, dass zurzeit ungewöhnlich viele Urlauber aus der tschechischen Republik anreisen, eine Renaissance der Vergangenheit, als der Campingplatz zu 90 % nur durch CEDOK (tschechischer Reiserveranstalter, Anm. d. R.) ausgelastet war. Wir sehen dieser Entwicklung optimistisch entgegen.

  • Peter Gebser persönlich - Sie werden 70 Jahre alt, denken Sie nicht ans Aufhören?

Nein, mein Leben war durch 25 Jahre Wasserrettung geprägt. Ich will mich weiterhin einbringen. Meine Tochter und ihr Mann betreuen den operativen Bereich. Ich pflege die Netzwerkarbeit. Mir macht es Spaß und ich bleibe hier jung. Solange ich gesund bin, werde ich auch hier arbeiten. Der Campingplatz ist ja auch meine Altersvorsorge und warum soll ich dann nicht solange ich kann und Lust dazu habe etwas dafür tun?

Sie haben 15 Sekunden Zeit, mir drei Unternehmerpersönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern zu nennen, vor denen Sie den Hut ziehen.

Also ich ziehe den Hut vor Walter Kienast, von Greifenfleisch. Er ist Ihnen vielleicht bekannt. Ich habe ihn durch die IHK kennen gelernt. Herr Dornbusch, vom Hotel Baltic hat sehr viel für die Region getan und mischt nach wie vor mit. Ich ziehe den Hut auch vor Rolf Seelige-Steinhoff. Er hat im vergangen Jahr den Großen Preis des Mittelstandes bekommen.

zurück drucken verlinken

101 Köpfe

Teaser 101 Koepfe

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern kennen!

B4B MECKLENBURG-VORPOMMERN stellt Ihnen in erfrischend kurzen, jedoch umso unterhaltsameren Interviews die interessantesten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Sport und  Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern vor. Lernen Sie die Region und Ihre Persönlichkeiten von einer anderen Seite kennen.

Noch Fragen?

noch fragen 101 Köpfe

Sie kennen einen interessanten "Kopf" aus Mecklenburg-Vorpommern, den es sich zu fragen lohnt?

Dann schicken Sie uns eine E-Mail!

Bücher aus der Region

Wer kämmt das Haar in der Suppe? © EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

(lifePR)  Da muss man erst mal drauf kommen, um solche lebensklugen, witzigen, wortspielerischen und auch zungenbrecherischen Texte zu verfassen. Gabriele Berthel hat es gekonnt getan und sie 2004 unter dem originellen Titel „Wer kämmt das Haar in der Suppe?“ veröffentlicht – zusammen mit den ebenso poetischen wie zugleich kraftvollen Illustrationen von Helga Kaffke. Lange war der Vergnügen stiftende Band vergriffen.