Folge 12

Michael Kruse

101 Köpfe | 29.11.2012

Michael Kruse
Michael Kruse; Foto: Gudrun Stark

Im aktuellen Interview: Herr Michael Kruse, Inhaber des Biomarktes in Neubrandenburg über seinen Einstieg ins Wirtschaftsleben, Crowdfunding, Authentizität und und die neue Marke Goumeria.

Herr Kruse, was war für Sie Auslöser in Neubrandenburg einen Biomarkt zu eröffnen?
Michael Kruse: Die damalige Inhaberin hatte mir die Übernahme angeboten. Sie hatte für sich aus unterschiedlichen Gründen die Entscheidung getroffen, das Geschäft nicht mehr weiter zu betreiben. Die Entwicklung der Biobranche hatte sich gedreht. Es war nicht mehr nur Old School „Müsli, Möhre Apfel …“. Offensichtlich hatte sie in mir jemanden erkannt, der das Geschäft sinnvoll und zeitgemäß weiterführt. Ich habe sofort angefangen, alles modern einzurichten. Mit einem neuen Ladenbau, Scannerkassen und neuer Computertechnik habe ich eine effektive Struktur geschaffen, die es mir erlaubt, das Unternehmen wirtschaftlich zu führen, unkompliziert und schnell neue Mitarbeiter einzuarbeiten und mich selbst im Geschäft zeitweise ersetzbar zu machen.

Sind Sie glücklich mit Ihrer Entscheidung, Ihr eigener Chef zu sein?
Michael Kruse:
Ja, mit allen Konsequenzen. Ich bin nicht der Typ, der sich über viel Arbeit beschwert und die habe ich, zumal ich immer wieder neue Ideen habe.

Seit 6 Jahren bin ich jetzt selbstständig und habe vor drei Jahren den Laden übernommen. Die ersten drei Jahre meiner Selbstständigkeit war ich zunächst als Dienstleister für die Naturkostbranche tätig. Ich kümmerte mich um Wareneinkäufe, Marketing und Lieferservice und mit meiner Vision Japanprodukte – also hochwertigen und guten Schnickschnack am Markt zu platzieren. Zu der Zeit habe ich damals in einer Kommune mit Selbstversorgungsanspruch in Friedrichshof gelebt. Noch heute arbeite ich mit den dort verbliebenen Bewohnern zusammen. Es wurde gerade eine Gewerbeküche biozertifiziert. Mein Bruder und auch unser Lieferant Edelreiser sind dort tätig und produzieren jetzt exklusiv für Goumeria. Heute ist es keine Kommune mehr, sondern einzelne privat initiierte gewerbliche Engagements.

Was war Ihr ursprünglicher Berufswunsch?
Michael Kruse:
Als Fünfjähriger wollte ich Förster werden. Alles, was danach kam, war relativ offen. Ich habe nach der Wende angefangen, im gehobenen Dienst Verwaltungsrecht zu studieren, habe aber in dieser Laufbahn nicht meine Zukunft gesehen und mich umorientiert auf den sozial-kulturellen Bereich. Ich habe dann begonnen, Sozialpädagogik zu studieren.

Letztlich waren die jahrelangen Strukturen der Selbstorganisation, in denen ich gelebt habe, die beste Schulung für mich. Die Biobewegung hat zum Teil ihre Wurzeln in der 68er-Bewegung. Die Grundgedanken der Bewegung habe ich für mich verinnerlicht, obwohl ich eine andere Generation bin. Ich bin in meinem Elternhaus durch die Kirchenbewegung der DDR-Zeit geprägt, sozusagen oppositionell in damaliger Zeit. Als ich beim Bauern mit Bio anfing, haben noch 90 Prozent der Leute uns ausgelacht haben, wenn sie auf dem Markt an uns vorbeigingen. Heute sieht die Sache ganz anders aus.

Wer einen Biomarkt betreibt, dem unterstelle ich auch gesellschaftliches und soziales Engagement. Wofür engagieren Sie sich?
Michael Kruse:
Ich will authentisch sein und das bin ich auch. Das stelle in meiner alltäglichen Praxis unter Beweis, wenn ich zum Beispiel die Spendenaktion für Chittagong unterstütze, die Dr. Michael Druse gemeinsam mit mir ins Leben gerufen hat. Dabei soll Geld für das Waisenheim „St. Benedict Nursury of St. Scholastica’s Convent“ in Bangladesch gesammelt werden. „100 mal 100“ so lautet das Ziel. Das Geld soll aus Anlass des 100. Geburtstages des Waisenhauses am 27. Dezember in Chittagon überreicht werden. Ich habe als Unternehmer die Verantwortung aktiv zu werden. Bei uns „politischen Ökos“ ist es so, dass die Themen Dritte Welt und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft sind. Wir müssen über den eigenen Tellerrand schauen, weil für den Wohlstand, den wir hier haben, irgendwo in Asien oder Afrika eine potenzierte Armut herrscht. Ich fühle mich in der Pflicht, aktiv zu sein und habe auch meinen Spaß und meine Freude daran. Ich kann nur etwas nehmen, wenn ich auch etwas gebe. Die Erfahrung zeigt, dass es den Menschen gut geht, die das so praktizieren. Ich unterstütze darüber hinaus auch andere Vereine in der Region. Zu meiner Authentizität gehört auch, dass unser Konto bei der GLS-Bank eingerichtet wurde. Da bin ich mir sicher, es wird transparent gearbeitet. Die Bank war nicht von der Krise betroffen. Ich beziehe Ökostrom. All dies sind Punkte, wo ich von Grund auf ehrlich mir und meinen Kunden gegenüber sein möchte.

Sie sind gerade dabei, eine neue Marke auf dem Markt zu platzieren. Was hat es damit auf sich?
Michael Kruse: Seit dem 1. November ist unser Goumeria-Laden in Neubrandenburg geöffnet. Bevor ich aber die Tür für die Kunden öffnen konnte, habe ich mit meinem Team ein Jahr an dieser Idee gearbeitet. Goumeria ist eine Dachmarke, unter der sich Anbieter aus der Region mit ihren Produkten platzieren, die unseren Ansprüchen gerecht werden. Die wenigsten regionalen, kleinen Produzenten wollen auf Bio umstellen oder haben vielleicht auch nicht die Möglichkeit. Jedoch wurden oft Anfragen an uns herangetragen, ob wir nicht auch deren Produkte ins Sortiment aufnehmen wollen. Da diese aber nicht biozertifiziert sind, wollte ich keine Vermischung der Produkte. Es handelt sich also um hochwertige Produkte, die in mühseliger Handarbeit und oft auch in Bioqualität hergestellt sind. Es gab keine Vertriebsstrukturen für diese regionalen Produzenten. Da habe ich mir gesagt, ich mache das. Ich biete ein Ladengeschäft, habe Personal und kümmere mich um das Marketing.

Hat das nicht für Verwirrung gesorgt: Das eine Geschäft setzt auf Bio und jetzt kommt mit Goumeria die Regionalität?
Michael Kruse: Wir wollen transparent und konsequent agieren. Wir haben das Biogeschäft und den Vertrieb der regionalen Produkte unter der Marke Goumeria getrennt. Wir haben zwei Ladengeschäfte. Wir gaukeln den Kunden keine Regionalität vor, sondern wissen, dass die Produkte in einem Umkreis von ca. 160 km hergestellt werden. Ich stärke mit Goumeria die Region. Selbst wenn ich die Produkte bundesweit über einen Online-Shop vermarkte, fließt das Geld hier in die Region zurück. Kreisläufe werden aufgebaut und gestärkt. Ich sehe auch, dass einige der regionalen Produzenten auf die zertifizierte Biowirtschaft umsteigen. Zur Unterstützung dieses Prozesses kann ich meine Kontakte weitervermitteln. Ich selbst unterstütze Produzenten im Rahmen meiner Möglichkeiten: Unser Seifenlieferant bekommt zum Beispiel die Zutaten in Bioqualität geliefert. Da er aber nicht als Naturkosmetikhersteller zertifiziert ist, darf er die Produkte nicht „Bio“ nennen. Ich weiß aber was drin ist und daher kann ich seine Produkte auch bei uns verkaufen. Unserem Imker habe ich mit einem zinsfreien Darlehen eine kleine Abfüllanlage vorfinanziert. Dadurch weiß ich, das Abfüllen geht schnell, sauber und effektiv. Ich selbst habe vor drei Jahren auch solche Angebote bekommen. Es gab Kunden, die mir finanzielle Unterstützung angeboten hatten, weil sie der Meinung waren, dass das Geld bei mir besser aufgehoben war als bei einer Bank. Ich habe es damals nicht angenommen aber den Gedanken für die richtige Situation bewahrt.

Wie muss ich mir den Alltag eines Geschäftsinhabers vorstellen, der nahezu 80 Lieferanten hat und noch auf der Suche nach neuen regionalen Produkten ist?
Michael Kruse: Ich habe es schon mal geschafft, erst um 8.00 Uhr im Laden zu sein. Jetzt, kurz vor Weihnachten geht das natürlich nicht, da ziehe ich von morgens halb sechs, halb sieben bis abends durch. Das ist ganz einfach der aktuellen Situation geschuldet. Ich nehme mir aber auch Zeit für meine zwei Kinder. Sie sind jetzt im Alter von 8 und 12 Jahren. Daher genieße ich es auch, wenn ich abends oder mittags für sie koche. Urlaub leiste ich mir auf jeden Fall. Das habe ich auch von Anfang an gemacht. Sprüche wie „die ersten zehn Jahre brauchst Du gar nicht an Urlaub denken“, habe ich ignoriert. Aber ich bin ja auch kein Einzelkämpfer, sondern habe ein Team an meiner Seite.

Kennen Sie alle Lieferanten persönlich oder ordern Sie die Produkte im Bio-Großhandel?
Michael Kruse: Ich kenne viele Lieferanten, aber nicht alle persönlich. Ich habe mit jedem schon einmal am Telefon gesprochen. Vieles wird auch über den Biogroßhandel koordiniert. Bei den wichtigsten regionalen Partnern bin ich auf jeden Fall vor Ort gewesen und habe mir ein Bild vom Anbau und/oder der Verarbeitung gemacht. Unsere Kunden fragen uns auch danach. Vor-Ort-Termine versuche ich möglichst zu bündeln, damit ich mehrere Produzenten an einen Tag besuchen kann.

Wer kommt als Lieferant für Goumeria infrage? Kann Oma Lieschen, die ihre Erdbeeren in der heimischen Küche zu Konfitüre verarbeitet Lieferant werden? Welche Voraussetzungen sollten die Produkte erfüllen?
Michael Kruse:
Die Produkte müssen auf jeden Fall aus der Region kommen. Meine Hauptlieferanten kommen fast alle aus der Uckermark. Das liegt im Land Brandenburg, ist aber letztlich nur 50 Kilometer von Neubrandenburg entfernt. Ich fasse aber mit einem Einzugsradius von ca. 160 km die Region ziemlich groß un derreiche damit das gesamte Land. Direkt in der Umgebung von Neubrandenburg gibt es nur wenige regionale Produzenten. Wenn Omi drei Gläser Marmelade gekocht hat, soll sie diese lieber verschenken oder selbst genießen. Wir suchen Produzenten, die in ausreichender Menge in der Region produzieren, gute Qualität anbieten und auch die Verpackung attraktiv gestalten, weil die äußere Ästhetik zum Kauf anregen muss. Es reicht heute nicht mehr aus, Etiketten auf einem Tintenstrahldrucker auszudrucken und auf die Verpackung zu patschen. Dafür gibt es Profis, die Verpackungen und Marketingstrategien entwickeln. Natürlich kann auch der Produzent, wenn er kreativ ist und das entsprechende Know-how hat, auch das Verpackungsdesign entwerfen und herstellen. Derzeit haben wir für Goumeria 25 Produzenten mit einer Bioquote von über 50 Prozent. Wir bieten Honig, Fruchtaufstriche süß und herzhaft, vegetarisch, Apfelwein, Öle, Fruchtessige, Seifen, Säfte, Sirups, Gewürze, Gewürzmischungen, Salze, Käse, Wurst, Wild.

Es gibt ja bereits einige Einzelinitiativen von Vereinen, Verbänden und auch einigen Unternehmen in MV, die Ähnliches im Sinn hatten und haben, warum wollen Sie mit etwas Eigenem durchstarten?
Michael Kruse: Einige sind ja durchaus noch aktiv. In den Vereinsstrukturen gab es kein unternehmerisches Ziel. Es gab gute Ideen, es wurden in den meisten Fällen Fördermittel akquiriert, dann wurden Personalstellen geschaffen, und wenn das Geld alle war, dann gab es keine Personalstelle mehr. Die gute Idee ist noch da aber sie wird nicht weiter verfolgt, weil bis dato keine Strukturen aufgebaut waren, die daraus eine gute Sache gemacht haben. Ich habe ein unternehmerisches Interesse. Ich habe zehn Mitarbeiter; ich habe Kinder und Familie …

Bei einer eingetragenen Marke gehe ich davon aus, dass ein Produkt der Marke stets den gleichen Geschmack hat, wie realisieren die Lieferanten diese Hürde in der regionalen Produktion?
Michael Kruse:
Die Käufer sollten sich ein damit arrangieren, dass nicht alle Produkte ganzjährig verfügbar sind. Weil es sich ja Naturprodukte handelt, können der Geschmack und die Konsistenz der einzelnen Jahrgänge variieren.

Erfahren Sie oder ihre Produzenten durch das Zentrum für Lebensmitteltechnologie (ZLT) eine Unterstützung?
Michael Kruse: Wir kooperieren mit dem ZLT. Dessen Geschäftsführer Holger Gniffke und ich organisieren gemeinsam unter anderen öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Er kann beratend wirken und tut das auch. Die Produzenten können natürlich gern die Dienstleistungen und die Kompetenz des Hauses auch im Zusammenhang mit dem Fachbereich der Hochschule in Anspruch nehmen. Ich denke, das ZLT ist ein sinnvoller Partner und bewegt hier in der Region viel. Ich weiß, dass es Produzenten gibt, die sich kontinuierlich bei der Produktentwicklung beraten und begleiten lassen.

Wie sieht bei Ihnen privat ein sonntäglich gedeckter Frühstückstisch aus?
Michael Kruse:
Kaffee. Ich bin nicht der Frühstückstyp, sitze aber mit der Familie zusammen. Wir essen eher abends oder zum mittags. Am Wochenende genießen wir als Familie natürlich ein ausgiebiges Frühstück und unser Sohn hat sogar Freude daran, Speck und Spiegeleier zu braten. Das ist schön.

Herr Kruse, wir können medial jährlich sicher mindestens 4 Lebensmittelskandale verfolgen. Vor einigen Wochen ist die Bio-Tierhaltung in der Kritik durch die Filmaufnahmen der FAKT-Redaktion? Doch auch die konventionelle Landwirtschaft ist zuvor in die Kritik geraten. Geht Ihnen das an die Nieren? Hören Sie noch hin?
Michael Kruse: Ich muss hinhören, weil unsere Kunden uns natürlich damit konfrontieren. Ich werde als Person in allen Lebenslagen daraufhin angesprochen. Nur wenn ich Bescheid weiß, kann ich meine Kunden binden. Deshalb setzen wir auf langjährige Lieferantenbeziehungen. Der FAKT-Beitrag war Wasser auf die Mühlen von Leuten, die grundsätzlich ein Problem mit der Bio-Idee und mit dem Begriff der Nachhaltigkeit haben. Meine persönliche Meinung zu dem FAKT-Beitrag: Das war Lobbyarbeit für die konventionelle Produktion. Die verbreiteten Fakten waren teilweise sehr vermischt. Die Berichterstattung war nicht korrekt. Das heißt natürlich nicht, dass in der Biobranche immer alles gut und „heile Welt“ ist, doch in Bezug auf mediale Berichterstattung sollte jeder hinterfragen und mitdenken. Durch das engmaschige Kontrollsystem in der Biobranche bekommen wir sehr zeitnah Informationen durch die Hersteller und können so ad hoc reagieren. Denn wir können nicht garantieren, dass in der Biobranche keine schwarzen Schafe tätig sind. Aber die Kontrollmechanismen funktionieren gut.

Müssen Sie Ihren Kunden erklären, warum Bio-Produkte nicht zu Discountpreisen erhältlich sind?
Michael Kruse: Unseren Stammkunden brauchen wir es nicht zu erklären. Wir haben natürlich stets Neukunden, die aus unterschiedlichsten Motivationen zu uns kommen. Plötzlich sind Paare Eltern oder Großeltern geworden und die Kinder sollen bioernährt werden oder es gibt allergische Reaktionen, der Arzt hat etwas gesagt oder das Bewusstsein hat sich geändert. Die Fragen nach der Preisgestaltung halten sich trotzdem in Grenzen. Unsere Zeitung „Schrot und Korn“, die wir unseren Kunden mitgeben transportiert viele Informationen. Für unsere Kunden steht die Qualität der Produkte im Vordergrund und den Mehrwert der Produkte können wir unseren Kunden gut vermitteln.

Welches Amt würde Sie gern einmal in der Landespolitik bekleiden? Was würden Sie erreichen wollen?
Michael Kruse: Keines. Ich glaube, ich würde durch die Strukturen schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen. Ich behaupte, ich hätte dabei keinen Spaß und würde als Mensch mit Idealen untergehen.

Was braucht Mecklenburg-Vorpommern, um sich wirtschaftlich stärker als Produktionsstandort zu positionieren?
Michael Kruse: Menschen, die bereit sind, ins Verlieren zu investieren. Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein, ist es aber nicht. Wer keine Risiken eingeht, kann meiner Ansicht nach auch nicht gewinnen. Deutschland ist ein Wohlstandsland, in dem jeder sozial abgesichert ist. Im Falle des Verlierens müsste man auf sicher auf Luxus verzichten. Die Biobranche im Land lebt dieses Motto sehr gut vor und hat Erfolg. Unternehmer müssen heute planerisch vordenken, weil sie sich den Herausforderungen der Zukunft stellen müssen. Sie müssen wissen, wie sie das gute Personal in Zukunft halten und gewinnen werden. Auch wir haben uns entschieden, auszubilden und unseren Nachwuchs selbst zu stärken.

Sie dürfen orakeln: Welche Entwicklung durchlebt M-V in den kommenden fünf Jahren?
Michael Kruse: Dank Goumeria wird Mecklenburg-Vorpommern ganz vorne in den Genussführer stehen. Spaß zur Seite. Das Land, insbesondere die Seenplatte hat eine gute Potenziale in fünf Jahren gut aufgestellt zu sein, um nachhaltig Lebensmittel zu produzieren, Energie zu erzeugen und auch nachhaltigen Tourismus anzubieten. Mit Weitblick muss man sich aktiv mit diesen Themen beschäftigen und konsequent daran arbeiten. In meinen Visionen wird der Konkurrenzgedanke abgelegt, weil die Kooperationen erst die Power für das Land bringen.

… und was werden Sie dann tun?
Michael Kruse: Ich sitze dann entspannt an einem kleinen See und werde angeln. Ich habe die Hoffnung, dass sich mein Biomarkt weiter etabliert und wir eine glaubwürdige Marke geschaffen haben. Goumeria wird das Land und die Seenplatte über die Landesgrenzen hinaus durch Genuss bekannt machen.

Welche drei Unternehmerpersönlichkeiten der letzten zwei Jahrzehnte sind für MV wichtig?
Michael Kruse: Das sind die Unternehmer, die nicht auf den Titelblättern der Zeitungen zu finden sind. Es sind viele kleine Unternehmer, die im Land tätig sind. Das sind dann Tausende Gesichter. Die großen Unternehmen, die im Land tätig sind, sind natürlich wichtig, denn sie sorgen dafür, dass Geld und Beschäftigung ins Land kommen. Am Ende ist es aber so, bricht ein großer weg, gibt es eine große Sorge, bricht ein kleiner weg, gibt es eine kleine Sorge. Die Stabilität eines Systems fußt auf einer breiten Basis und das sind die vielen kleinen Unternehmer im Land.

Wem empfehlen Sie, dieses Interview zu lesen?
Michael Kruse: Ministerpräsident Erwin Sellering, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Till Backhaus und Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe.

 

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